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Retrokavaler Ureter oder präureterale Vena cava
Definition des retrokavalen Harnleiters
Der sehr seltene retrokavale Harnleiter ist eine kongenitale Fehlbildung der V. cava inferior: der rechte Ureter unterkreuzt dorsal die V. cava inferior und kann dadurch komprimiert werden (Zhang u.a., 1990).
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Epidemiologie:
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Ätiologie des retrokavalen Harnleiters
Der Ureter liegt zwischen folgenden fetalen Venen: dorsal liegen die V. supracardinalis und die hintere Kardinalvene, ventral liegt die V. subcardinalis. Die V. cava inf. entwickelt sich normalerweise aus den dorsalen Venen, damit liegt der rechte Ureter ventral der V. cava inf. Bei einer Entwicklung der V. cava aus der ventral liegenden V. subcardinalis verbleibt der Ureter dorsal und kann zwischen V. cava und Wirbelsäule komprimiert werden [Abb. retrokavaler Ureter].
Klinik des retrokavalen Harnleiters
Möglich sind rechtsseitige Flankenschmerzen, Nephrolithiasis, Pyelonephritis, Hydronephrose und Verlust der rechtseitigen Nierenfunktion.
Diagnostik des retrokavalen Ureters
Sonographie:
Die Sonographie zeigt häufig eine rechtsseitige Hydronephrose mit Dilatation des proximalen Ureters. Der distale Ureter ist meist nicht erweitert.
CT- oder MRT-Urographie:
Die Diagnose kann eindeutig gestellt werden und begleitende Gefäßfehlbildungen werden identifiziert.
Urogramm:
Der rechte Harnleiter zieht im mittleren Bereich plötzlich nach medial, dort kann auch ein Kalibersprung verzeichnet werden. Kaudal davon ist oft kein Kontrastmittel mehr sichtbar, somit zeigt sich der Ureter wie ein "J".
Retrograde Pyelographie:
Spiraliger (S-förmiger) Verlauf des Ureters um die V. cava [Abb. retrograde Pyelographie eines retrokavalen Ureters].
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Nierenfunktionsdiagnostik:
Zur Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion und dem Ausmaß der Obstruktion.
Therapie
Die operative Therapie ist nur bei Komplikationen notwendig (siehe Klinik) und beinhaltet die Harnleiterfreilegung, die Lösung der Verwachsungen zwischen Harnleiter und Vena cava, die Durchtrennung des Harnleiters mit Resektion von strikturierten Abschnitten, die Ventralverlagerung und Ureteroureterostomie der freien Harnleiterenden. Die technische Schwierigkeit der Operation (offen, laparoskopisch oder robotisch-assistiert) in der Präparation nahe der V. cava mit entsprechendem Risiko von Gefäßverletzung und Blutung. Wenn die fibrotischen Verwachsungen zwischen Harnleiter und Vena cava zu ausgeprägt sind, kann das atretische Uretersegment hinter der Vena cava belassen werden [Laparoskopische Ureteroureterostomie bei einem retrokavalen Harnleiter rechts]. Bei funktionsloser Niere ist selten eine Nephrektomie erforderlich.
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Literatur
References
Zhang, X. D.; Hou, S. K.; Zhu, J. H.; Wang, X. F.;
Meng, G. D. & Qu, X. K.
Diagnosis and treatment of retrocaval
ureter.
Eur Urol, 1990, 18, 207-210
English Version: Retrocaval ureter
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