Dr. med. Dirk Manski

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Ultraschall: Sonographie der Hoden

Die Sonographie der Hoden und des Skrotums ist indiziert bei Patienten mit Hodenschmerzen (akutes Skrotum), Trauma, Raumforderungen der Hoden oder des Skrotums, Infertilität, Hypogonadismus, Gynäkomastie und postoperative Kontrolle nach Operationen. Der Doppler-Ultraschall wird zusätzlich bei Patienten mit einem akuten Skrotum (Differentialdiagnose Hodentorsion), bei Varikozele und bei tumorösen Prozessen zum Nachweis einer Binnendurchblutung durchgeführt (Singer u.a., 2006).

Untersuchungstechnik Sonographie der Hoden

Für die sonographische Beurteilung des Skrotums ist ein hochauflösender Linearschallkopf von 7,5–10 MHz notwendig. In Rückenlage werden mit einem Tuch oder mit der Hand die Hoden fixiert. Die Hoden und der Skrotalinhalt werden systematisch in longitudinaler und transversaler Ebene untersucht.

Normale Untersuchungsbefunde Sonographie der Hoden

Hodengröße:

Erwachsene: Länge 4–5 cm, Dicke 2–3 cm. Volumen 12–30 ml, die Volumenberechnung gelingt mit Hilfe folgender Formel:

Hodenvolumen = Länge × Breite × Höhe × 0,5

Echomuster der Hoden:

der Hoden zeigt ein homogenes Echomuster, die Tunica albuginea stellt sich dünn echogen dar. Die strahlenförmige Anordnung der Lobuli testes lässt sich erahnen. Der Nebenhoden ist eindeutig vom Hoden abgrenzbar [Abb. Sonographie des Hodens].


Sonographie des Hodens in zwei Ebenen: der Nebenhoden (1) lässt sich aufgrund einer geringgradigen Hypdrozele (2) besonders deutlich abgrenzen. Mit freundlicher Genehmigung, Dr. med. W. Unkhür, Augsburg.
Abbildung Sonographie des Hodens

Doppler-Sonographie der Hodengefäße

Technische Einstellungen:

für die zuverlässige Darstellung der Hodengefäße sind höchste Anforderungen an den Linearschallkopf zu stellen, idealerweise sollte die Frequenz über 10 MHz liegen. Der Farbdoppler ist auf eine niedrige Flussgeschwindigkeit und Nyquistgrenze einzustellen, ein Wandfilter sollte ausgeschalten sein.

Indikationen:

die Doppler-Sonographie ist bei einem akuten Skrotum zur Differentialdiagnose und zum Ausschluss einer Hodentorsion indiziert.

Normalbefunde:

entscheidend für die korrekte Beurteilung ist die dopplersonographische Untersuchung von intratestikulären Gefäßen, die Untersuchung von Kapselgefäßen ist unrelevant. Bei einer korrekten technischen Einstellung sollte immer ein Dopplersignal aus dem Hodenparenchym abzuleiten sein. Normalerweise liegt der RI im Hoden (resistive index) aufgrund des relativ hohen enddiastolischen Blutflusses unter 0,7. Höhere RI-Werte (abnehmender diastolischer Blutfluss) sind Zeichen einer partiellen Hodentorsion.







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Literatur Sonographie Hoden

Singer u.a. 2006 SINGER, Eric A. ; GOLIJANIN, Dragan J. ; DAVIS, Robert S. ; DOGRA, Vikram:
What’s new in urologic ultrasound?
In: Urol Clin North Am
33 (2006), Aug, Nr. 3, S. 279–286