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Ulcus molle: Diagnose und Therapie des weichen Schankers
Definition des Ulkus molle
Das Ulcus molle ist eine sexuell übertragene Infektion durch Haemophilus ducreyi mit Genitalulzeration und schmerzhafter Lymphadenopathie (Bubonen).
Synonyme: Weicher Schanker, engl. Chancroid.
Epidemiologie des Ulkus molle
Vor allem in tropischen Ländern, die Häufigkeit nimmt seit zwei Jahrzehnten ab. In Europa nur sporadisches Vorkommen.
Ätiologie des Ulkus molle
Erreger:
Haemophilus ducreyi, ein unbewegliches gramnegatives Stäbchenbakterium mit kettenförmiger Anordnung.
Klinik des Ulkus molle
Aus Papeln oder Pusteln entwickeln sich meist multiple, tiefe, eitrige Genitalulzera von 2--20~mm Durchmesser. Die Ulzera sind sehr schmerzhaft, weich und unterminiert (Ulcus molle). Typisch sind genitales Lymphödem und eine schmerzhafte inguinale Lymphadenopathie (Bubo) mit Abszedierung [Abb. Ulkus molle mit Lymphadenopathie].
Diagnose des Ulkus molle
NAAT Abstrich:
NAAT (nucleic acid amplification technique) hat die höchste Sensitivität für den Nachweis von H. ducreyi aus dem Ulkusexsudat.
Erregerkultur:
Eine selektive Kultur ist möglich, aber ein schneller Transport ins Labor oder die sofortige Inokulation des Kulturmediums ist notwendig. Die Kultur ist besonders bei Therapieversagen wichtig.
Mikroskopie:
Der mikroskopischer Erregernachweis aus der Tiefe des Genitalulkus ist möglich, aber mit geringer Spezifität und Sensitivität. Die Gramfärbung zeigt gramnegative Bakterien in Kettenformation [Abb. Mikroskopie: Haemophilus ducreyi].
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Weitere Untersuchungen:
Zum Ausschluss wichtiger Differenzialdiagnosen sind Syphilis"=Serologie und HSV"=1/2"=NAAT aus dem Ulkusabstrich indiziert. Bei inguinalem Bubo, analem Ulkus oder Proktitis erfolgt zusätzlich eine Chlamydia trachomatis"=NAAT vom symptomatischen Ort mit LGV"=Abklärung. Zusätzlich erfolgen Screening auf weitere STI und Untersuchung der Sexualpartner.
Therapie des Ulkus molle
Wegen regional unterschiedlicher Resistenzlage existieren mehrere empfohlene Antibiotikaregime. Eine symptomatische Besserung ist innerhalb von 3 Tagen, eine objektive Ulkusbesserung innerhalb von 7 Tagen zu erwarten.
- Erste Wahl: Azithromycin 1 g p.o. einmalig oder Ceftriaxon 250 mg i. m. einmalig,
- Alternativen: Ciprofloxacin 500 mg 1–0–1 p.o. über 3 Tage oder Erythromycin 500 mg 1–1–1–1 p.o. über 7 Tage.
- Partnertherapie: Sexualpartner der letzten 10 Tage vor Symptombeginn sollen unabhängig von Symptomen behandelt werden; ein Erregernachweis ist nicht notwendig.
- Fluktuierende Lymphknotenabszesse: Nadelaspiration unter laufender Antibiotikatherapie, je nach Ausmaß auch Inzision und Drainage.
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Literatur
Centers for Disease Control and Prevention: “Sexually Transmitted Infections (STI) Treatment Guidelines,” 2021. [Online]. Available: https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/STI-Guidelines-2021.pdf
IUSTI, “European guideline for the management of chancroid,” 2017. [Online]. Available: https://iusti.org/wp-content/uploads/2019/12/chancroid.pdf.
English Version: Chancroid: sexually transmitted disease leading to genital ulcers and lymphadenopathy.
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