Dr. med. Dirk Manski


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Abdomen: Anatomie der Bauchwand und Rektusscheide

Muskulatur der Bauchwand

Vordere und seitliche Bauchmuskeln

Musculus rectus abdominis:

gerader paariger Bauchmuskel. Ursprung von den Rippen und Proc. xiphoideus. Ansatz am Os pubis. Der M. rectus abd. ist von der Rektusscheide eingehüllt, einer Sehnenhülle aus den Aponeurosen der drei seitlichen Bauchmuskeln [Abb. seitliche Bauchwand rechts und Rektusscheide].

Rektusscheide:

der M. rectus abdominis ist von den Aponeurosen der seitlichen Bauchmuskulatur umhüllt. Im kranialen Anteil der Rektusscheide gibt es ein sehniges vorderes und hinteres Blatt der Rektusscheide. Im kaudalen Anteil fehlt der sehnige Anteil des hinteren Blattes, die Grenze wird als Linea arcuata bezeichnet. Zur genauen Anatomie der Rektusscheide siehe Abb. Rektusscheide.

Musculus obliquus externus abdominis:

Äußerer schräger Bauchmuskel. Ursprung 6. bis 12. Rippe. Ansatz über die flächige Externusaponeurose am vorderen Blatt der Rektusscheide [Abb. seitliche Bauchwand links].

Musculus obliquus internus abdominis:

Mittlerer schräger Bauchmuskel. Ursprung vom Leistenband, Crista iliaca und Fascia thoracolumbalis. Ansatz über die flächige Internusaponeurose an den Rippen 9–12, vorderes und hinteres Blatt der Rektusscheide [Abb. seitliche Bauchwand Mitte].

Musculus transversus abdominis:

Innerer horizontal verlaufender platter Bauchmuskel. Ursprung von den Rippen 6–12, Fascia thoracolumbalis und Crista iliaca. Ansatz über die flächige Transversusaponeurose am hinteren und vorderen Blatt der Rektusscheide [Abb. seitliche Bauchwand rechts].

Musculus cremaster:

Die Muskelfasern des M. cremaster stammen vom M. obliquus int. abd. und M. transv. abd. und bilden die oberflächliche Schicht des Samenstrangs. Die Muskelaktivität führt zum Anziehen der Hoden in Richtung Leistenkanal (Kremasterreflex).

Vordere und seitliche Muskeln der Bauchwand: Abb. links: Musculus obliquus abdominis externus (M. obl. abd. ext.). Abb. Mitte: Musculus obliquus abdominis internus (M. obl. abd. int.), Abb. rechts: Musculus transversus abdominis (M. trans. abd.), Musculus rectus abdominis (M. rect. abd., rechts). Weitere Abkürzungen: M. pect. maj.: Musculus pectoralis major, M. serr. ant.: Musculus serratus anterior, M. lat. dors.: Musculus latissimus dorsi, Fasc. thor.: Fascia thoracolumbalis. Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.
Bauchmuskeln seitliche und vorder Bauchmuskulatur
Anatomie der Rektusscheide: der kraniale Anteil der Rektusscheide (Bild oben) besteht aus einem sehnigen vorderen und hinteren Blatt. Das vordere Blatt wird von den Aponeurosen des M. obliquus abd. ext. und int. aufgebaut. Das hintere Blatt wird von Aponeurosen des M. obliquus abd. int. und transversus abd. aufgebaut. Der kaudale Anteil der Rektusscheide (Bild unten) besitzt kein sehniges hinteres Blatt. Der Übergang wird als Linea arcuata bezeichnet und befindet sich etwa in der Mitte zwischen Symphyse und Nabel. Alle drei genannten seitlichen Bauchmuskeln beteiligen sich am Aufbau des vorderen Blattes der unteren Rektusscheide. Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.
Anatomie der Rektusscheide: Bauchmuskeln

Hintere Bauchmuskeln

Musculus quadratus lumborum:

Ursprung von der 12. Rippe und den Proc. transversales der lumbalen Wirbeln, Ansatz an der Crista iliaca [Abb. hintere Bauchmuskeln].

Musculus psoas:

funktionell zu den Hüftbeugern gehörend, bildet der M. psoas zusammen mit der Wirbelsäule die dorsale Begrenzung der Bauchhöhle. Ursprung an der Wirbelsäule. Der Muskel zieht zusammen mit dem M. iliacus unter dem Leistenband durch die Lacuna musculorum und wirkt als Hüftbeuger durch seinen Ansatz am Trochanter minor des Femurs. Auf der Ventralseite des M. psoas major liegt die Sehne des M. psoas minor in 30–50% [Abb. hintere Bauchmuskeln].

Hintere Bauchmuskeln, Rückenmuskeln und Faszien der Rückenmuskulatur: Horizontalschnitt in Nierenhöhe. Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.
Anatomie der Rückenmuskeln und Bauchmuskeln

Zwerchfell

Das Zwerchfell (Diaphragma) ist eine Muskel- und Sehnenplatte, welche die Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) nach kranial von der Brusthöhle (Cavitas thoracica) trennt und den wichtigsten Atemmuskel darstellt.

Ursprünge des Zwerchfells:

Pars lumbalis von der Lendenwirbelsäule und der 12. Rippe mit Crus dextrum und Crus sinistrum. Die Pars costalis entspringt von den Rippen 6–12, die Pars sternalis entspringt vom Proc. xiphoideus und der Rückseite der Rektusscheide. Alle drei Muskelzüge streben aufwärts und bilden eine in die Brusthöhle gewölbte Muskelplatte, sie haben ihren gemeinsamen Ansatz am Centrum tendineum. Zwischen Pars lumbalis und Pars costalis liegt das muskelfaserfreie Trigonum lumbocostale, hier kann die Bochdalek-Hernie entstehen.

Durchtrittsstellen:

Hiatus aorticus zwischen Crus dextrum und sinistrum für Aorta und Ductus thoracicus, etwas ventral davon liegt der Hiatus oesophageus für Ösophagus und N. vagus. Das Foramen venae cavae für die untere Hohlvene liegt am Centrum tendineum. Weitere Muskellücken an der Pars lumbalis existieren für den Truncus sympathicus, Vena azygos rechts und V. hemiazygos links. Ventral gibt es Muskellücken für die Vasa epigastrica superiores.

Innervation:

Nervus phrenicus (C3–5).

Gefäße:

Ventral A. musculophrenica (aus A. thoracica interna), dorsal A. phrenica sup. (aus Aorta thoracica) und A. phrenica inf. (aus Aorta abdominalis).

Zwerchfell (Diaphragma): Ansicht von unten. Ligamentum arcuatum mediale für den Psoasdurchtritt (1), Ligamentum arcuatum laterale umgreift den M. quadratum lumborum (2). Crus dextrum und sinistrum (3). Centrum tendineum (4). Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.
Anatomie der Rückenmuskeln und Bauchmuskeln







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Literatur

Benninghoff 1993 BENNINGHOFF, A.: Makroskopische Anatomie, Embryologie und Histologie des Menschen.
15. Auflage.
Mnchen; Wien; Baltimore : Urban und Schwarzenberg, 1993