Dr. med. Dirk Manski

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Hyperaldosteronismus und das Conn-Syndrom

Zusammenfassende Literatur Hyperaldosteronismus: (Ganguly, 1998).

Definition des Hyperaldosteronismus

Der Hyperaldosteronismus ist ein Symptomkomplex, welcher durch einen Überschuss an Aldosteron ausgelöst wird. Der Morbus Conn ist definiert durch einen primären Hyperaldosteronismus (s. u.).

Ätiologie des Hyperaldosteronismus

Primärer Hyperaldosteronismus (Morbus Conn oder Conn-Syndrom)

Sekundärer Hyperaldosteronismus:

Pathophysiologie des Hyperaldosteronismus

Überschuss an Aldosteron:

führt zu einer vermehrten Natriumrückresorption im distalen Tubulus, gleichzeitig entsteht eine milde Hypokaliämie und Alkalose.

Störung des Elektrolythaushaltes:

Die erhöhte Natriumrückresorption geht mit einem Zuwachs an Extrazellulärflüssigkeit und Hypernatriämie einher. Nach ungefähr 1,5 l Volumenbelastung wird eine weitere Natriumrückresorption an anderen Stellen des Nephrons kompensiert und verhindert (renal escape). Eine Beteiligung des Hormons ANF an der Kompensation wird vermutet.

Im Gegensatz zur Kompensation der Natriumrückresorption existiert kein vergleichbarer Mechanismus gegen die Hypokaliämie und die Alkalose. Die Vermeidung von Natrium (Speisesalz) führt zu einer Verminderung der renalen Kompensation und damit auch zu einer Verminderung des Kaliumverlustes.

Klinik des Hyperaldosteronismus

Diagnostik des Hyperaldosteronismus

Vor Beginn der Diagnostik sollte eine salzreiche Diät verabreicht werden und die Antihypertensiva und Spironolacton seit 2 Wochen abgesetzt worden sein.

Kalium:

Kaliumkonzentrationen >3,6 mmol/l machen einen primären Hyperaldosteronismus unwahrscheinlich, sind aber v. a. bei salzarmer Diät möglich.

Serum-Aldosteron:

erhöht, Normwert liegend nach 2 h strenger Bettruhe (je nach Labor): 25–450 pmol/l (20–100 ng/ml).

24 h-Sammelurin:

Die Aldosteronausscheidung unter salzreicher Diät liegt im 24 h-Sammelurin normalerweise <10 μg, Werte über 25 μg sind verdächtig für einen Hyperaldosteronismus. Weiterhin erhöhte Kaliumausscheidung.

Aldosteron/Renin-Quotient:

Der Aldosteron/Renin-Quotient (Aldosteron (ng/l)/Renin (ng/l)) >57 spricht für einen primären Hyperaldosteronismus.

Bildgebung bei primärem Hyperaldosteronismus:

CT- oder MRT-Abdomen bei primärem Hyperaldosteronismus zur Differenzierung zwischen Adenom, Karzinom und bilateraler Nebennierenrindenhyperplasie.

Seitengetrennte selektive Abnahme von venösen Nebennierenblut:

seitengetrennte Aldosteronbestimmung durch eine Katheterisierung der Nebennierenvenen.

Therapie des Hyperaldosteronismus

Spironolacton:

Aldosteronrezeptor-Antagonist. Indiziert bei bilateraler Nebennierenrindenhyperplasie ohne Lateralisierung. Ansonsten wird Spironolacton bei der Kombinationstherapie der arteriellen Hypertonie angewendet.

Adrenalektomie:

Die Adrenalektomie ist indiziert bei Nachweis einer einseitigen Aldosteronsekretion (Adenom), aber auch bei vorwiegend einseitiger Aldosteronsekretion bei bilateraler Nebennierenrindenhyperplasie.







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Literatur Hyperaldosteronismus

Ganguly 1998 GANGULY, A.:
Primary aldosteronism.
In: N Engl J Med
339 (1998), Nr. 25, S. 1828–34