Dr. med. Dirk Manski

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Dünndarmanastomose: Operative Technik

Zusammenfassende Literatur: (Kremer u.a., 1992).

Urologische Indikationen zur Dünndarmanastomose

In der Urologie wird die Technik der Dünndarmanastomose v. a. bei Harnableitungen und Rekonstruktion des Harnleiters benötigt.

Kontraindikationen der Dünndarmanastomose

Keine elektive Verwendung von Dünndarm bei Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom, Beckenbestrahlungen oder anderen Bestrahlungsfeldern mit Erfassung des Dünndarms.

Technik der Dünndarmanastomose

Darmvorbereitung:

der Verzicht auf solide Nahrung ab 48 h vor dem geplanten Eingriff führt zu einer Entleerung des Darmsystems. Erlaubt sind klare Suppen, reichlich zuckerhaltige Getränke und energiereiche Sondenkost ohne Ballaststoffe. Am Abend vor dem Eingriff wird ein Einlauf zur Reinigung des Enddarms durchgeführt. Insbesondere bei Operationen mit ausschließlicher Eröffnung des Dünndarms sollte diese schonende Darmvorbereitung ausreichen.

Dünndarm Anastomose mit GIA Zystektomie Harnableitung
Dünndarmanastomose mit GIA: Beschreibung siehe Text.

Mesoschlitzung:

die gewünschte Dünndarmschlinge wird gegen das OP-Licht gehalten, um die Gefäßversorgung durch das Meso durchscheinen zu sehen. Entlang der gewünschten Linie wird das Peritoneum auf beiden Seiten inzidiert [Abb. 1.7.1]. Mit dem Overholt wird in Bereichen ohne Gefäß das Meso gespreizt, dann von Perforation zu Perforation das Meso zwischen Overholts durchtrennt.

An der Darmwand sollte die Skelettierung sparsam sein und maximal ein Areal von 1 cm Länge komplett von Meso befreit sein.

Dünndarmanastomose mit Klammernahtgerät:

zur Anwendung kommt ein linearer Klammernahtgerät (GIA), welches sowohl klammert als auch schneidet. Zunächst wird die Dünndarmschlinge mit Hilfe des GIA an beiden Mesoschlitzungen abgesetzt [Abb. 1.7.1 rechts oben]. Die beiden zu anastomosierenden Enden werden antimesenterial nebeneinandergelegt. Die antimesenteriale Ecke der Klammernahtreihe wird entfernt, sodass jeweils eine Branche des GIA-Klammernahtgeräts in das Lumen des Dünndarm eingeführt werden kann [Abb. 1.7.1 links und mitte unten]. Nach Zusammenbau des GIA Kontrolle der antimesenterialen Ausrichtung an beiden Darmenden vor Auslösung der Klammerung. Es entsteht eine anatomische Seit-zu-Seit-Anastomose, welche funktionell eine End-zu-End-Anastomose ist. Die Darmwanderöffnung für die Branchen wird zweireihig verschlossen. Einzelne Nähte sichern die Klammernahtreihe der Dünndarmanastomose [Abb. 1.7.1 rechts unten].

Dünndarmanastomose mit Naht:

Als Nahtmaterial werden langsam resorbierbare geflochtene Fäden (z.B. Vicryl) oder monofile Fäden (z.B. Monocryl) der Stärke 4-0 verwendet. Zunächst Anlage eines mesenterialen und antimesenterialen Eckfadens, die Nadel wird belassen. Mit den Eckfäden wird dann fortlaufend seromuskulär die Anastomose genäht, die Naht wird nach halber Zirkumferenz mit dem Ende des nächsten Eckfadens abgeschlossen [Abb. Handanastomose Dünndarmnaht]. Alternativ kann die seromuskuläre Naht auch in Einzelknopftechnik durchgeführt werden (Kremer u.a., 1992).


Technik der Dünndarmanastomose mit fortlaufender seromuskulärer Darmnaht.
Abb. Handanastomose Dünndarm

Wichtig bei der seromuskulären Nahttechnik ist die konsequente Aussparung der Mukosa, damit eine gute Adaptation der einzelnen Darmwandschichten gelingt [Abb. Anatomie der Darmwandschichten].


Abb. Anatomie der Darmwand und seromuskuläre Darmanastomose

Anatomie der Darmwandschichten: bei der seromuskulären Naht werden alle Darmwandschichten außer der Lamina epithelialis mucosae gefasst.


Nachsorge der Darmanastomose

Allgemeine Maßnahmen:

Frühzeitige Mobilisation. Intensive Atemtherapie. Thromboseprophylaxe. Laborkontrollen. Wundkontrollen.

Analgesie:

idealerweise über einen Periduralkatheter. Vermeidung von Opiaten.

Kostaufbau nach Dünndarmanastomose:

Entfernung der Magensonde nach der Operation. Schluckweise Tee und klare Brühe bis zur Ausbildung von Darmgeräuschen, dann allmählicher Kostaufbau. Bei verzögerter gastrointestinaler Erholung sollte eine parenterale Ernährung begonnen werden.

Komplikationen der Dünndarmanastomose






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Literatur

Kremer u.a. 1992 KREMER, K. (Hrsg.) ; LIERSE, W. (Hrsg.) ; PLATZER, W. (Hrsg.) ; SCHREIBER, H. W. (Hrsg.) ; WELLER, S. (Hrsg.):
Chirurgische Operationslehre: Spezielle Anatomie, Indikationen, Technik, Komplikationen. Bd. Band 6 Darm.
Stuttgart, New York : Thieme, 1992