Dr. med. Dirk Manski

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Fehlbildungen (Anomalien) der Nierengefäße

Definition

Multiple Nierenarterien:

mehr als eine Nierenarterie entspringen aus der Aorta.

Akzessorische Nierenarterien:

ein Nierensegment wird von mehr als einer Arterie versorgt.

Aberrante Nierenarterien:

die Nierenarterie entspringt nicht aus der Aorta.

Pathologie der Nierengefäßfehlbildungen

Normale Anatomie:

70–85 % der Nieren haben eine Nierenarterie, welche aus der Aorta entspringt. Diese teilt sich i. d. R. in 5 Segmentarterien auf, welche Endarterien darstellen.

Anomalien:

häufig sind zusätzliche Gefäße zum Ober- oder Unterpol (jeweils etwa 6 %). Komplexere Anomalien wie 3 Gefäße, Äste vom Truncus coeliacus oder der A. mesenterica sup. o.ä. sind selten.

Fraley-Syndrom:

Obstruktion des oberen Kelches durch die obere Segmentarterie(n).

Harnleiterabgangsenge:

Hydronephrose durch eine zusätzliche Unterpolarterie [Harnleiterabgangsenge].

Diagnose der Nierengefäßfehlbildungen

Urogramm, Nierenszintigraphie, Doppler-Sonographie, CT-Angiographie und Angiographie. Bei V. a. Fraley-Syndrom: Angiographie und Nierenfunktionsszintigraphie mit getrennter Analyse des Unter- und Oberpols.

Therapie

Selten ist bei Beschwerden eine operative Therapie notwendig. Das Fraley-Syndrom kann durch eine Calicopyelostomie oder Nierenteilresektion therapiert werden. Zur Therapie der Hydronephrose durch eine zusätzliche Unterpolarterie siehe Kapitel Harnleiterabgangsenge.







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