Dr. med. Dirk Manski

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Tuberkulostatika: Therapie der Tuberkulose

Kombinationstherapie der Tuberkulose

Die initiale Standardkombination für die Therapie einer Tuberkulose ist Isoniazid + Rifampicin + Pyrazinamid + Ethambutol für 2 Monate. Die Resistenzlage aus den Kulturergebnissen bestimmt dann die weitere Therapie, z.B. Isoniazid und Rifampicin für mindestens vier Monate, ggf. mit einer anderen Kombination je nach Ergebnis. Die Behandlungsdauer bei unkomplizierter pulmonaler oder urogenitaler Manifestation beträgt 6 Monate. Vor Beendigung der Therapie sollte ein klinisch eindeutiger Behandlungserfolg nachweisbar sein (negative Urinkulturen, Remission in der Bildgebung). Meldepflicht: die Tuberkulose ist namentlich meldepflichtig.

Isoniazid

Wirkmechanismus von Isoniazid:

Hemmung des bakteriellen Lipid- und Nukleinsäurestoffwechsel, bakterizid.

Pharmakokinetik von Isoniazid:

N-Acetylierung in der Leber, renale Elimination.

Nebenwirkungen von Isoniazid:

besonders bei N-Acetyltransferase-Defekt Vit. B6-Antagonismus. Dies führt zu ZNS-Störungen, Krämpfen, Polyneuropathie; weiterhin hepatotoxisch, gastrointestinale Nebenwirkungen, Allergie, BB-Veränderungen.

Kontraindikationen von Isoniazid:

Schwere Lebererkrankung, Schwangerschaft/Stillzeit, Neuropathien, ZNS-Erkrankungen (Epilepsie, Psychosen).

Dosierung von Isoniazid:

5 mg/kgKG (300 mg) p.o., zur Prophylaxe eines Vit. B6-Mangels gleichzeitige Verordnung von Vit. B6-Pyridoxin.

Präparatenamen von Isoniazid:

Isoniazid-Generika. Diverse Kombinationen.

Rifampicin

Wirkmechanismus von Rifampicin:

Hemmung der bakteriellen RNS-Polymerase; bakterizid.

Pharmakokinetik von Rifampicin:

biliäre und renale Elimination.

Nebenwirkungen von Rifampicin:

hepatotoxisch, grippeartige Beschwerden, Thrombozytopenie, GI, Cytochrom P450 Induktion, Orangefärbung von Körperflüssigkeiten, Allergie.

Kontraindikationen von Rifampicin:

schwere Lebererkrankung, Schwangerschaft/Stillzeit.

Dosierung von Rifampicin:

10 mg/kgKG (600 mg) p.o.

Präparatenamen von Rifampicin:

Eremfat, Rifa. Diverse Kombinationen.

Pyrazinamid

Wirkmechanismus von Pyrazinamid:

bakterizid v. a. in käsigen Nekrosen.

Pharmakokinetik von Pyrazinamid:

renale Elimination bei partieller tubulärer Rückresorption.

Nebenwirkungen von Pyrazinamid:

hepatotoxisch, GI, Hyperurikämie, Photosensibilisierung, harnsäureunabhängige Arthralgien.

Kontraindikationen von Pyrazinamid:

schwere Lebererkrankung, Schwangerschaft/Stillzeit, (unbehandelte) Gicht.

Dosierung von Pyrazinamid:

35 mg/kg/KG (2g) p.o. Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz und Hyperurikämie trotz Allopurinol.

Präparatenamen von Pyrazinamid:

Pyrofat, Pyrazinamid-Generika. Diverse Kombinationen.

Streptomycin

Wirkmechanismus von Streptomycin:

siehe Kapitel Aminoglykoside.

Pharmakokinetik von Streptomycin:

renale Elimination.

Nebenwirkungen von Streptomycin:

Ototoxisch, nephrotoxisch, Allergie, BB-Störung.

Kontraindikationen von Streptomycin:

Gehörstörungen.

Dosierung von Streptomycin:

15 mg/kgKG i. m., Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz.

Präparatenamen von Streptomycin:

Strepto-Fatol, StreptoHefa, Streptomycin-Generika.

Ethambutol

Wirkmechanismus:

Ethambutol stört die Lipidsynthese in den Mykobakterien sowohl in Phasen schnellen Wachstums als auch in ruhenden Erregern.

Nebenwirkungen von Ethambutol:

retrobulbäre Neuritis optici, Polyneuropathie, Nephrotoxisch.

Kontraindikationen von Ethambutol:

zunehmende Sehstörungen unter Therapie, mindestens alle 4 Wochen sind Visuskontrollen notwendig.

Dosierung von Ethambutol:

20–25 mg/kgKG p.o., Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz und ggf. nach zwei Monaten Therapie.

Präparatenamen von Ethambutol:

EMB-Fatol, EMB-Hefa, Myambutol.







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