Zusammenfassende Literatur Anatomie Nieren: (Benninghoff, 1993).
Die Prostata entsteht aus dem entodermalen Sinus urogenitalis in Höhe der Mündung des Wolff’schen Gang. Das spezielle Mesenchym dort vermittelt die Androgenwirkung auf das Epithel, welches Drüsenschläuche bildet, die sich in einen inneren und äußeren Lappen gliedern. Aus dem speziellen Mesenchym entsteht das bindegewebige und muskuläre Stroma.
Kaudal der Prostata gliedert sich der Sinus urogenitalis in eine Pars pelvina und Pars phallica. Beim Mann bildet die Pars pelvina die Pars membranacea der Urethra, die Pars phallica die Pars spongiosa der Urethra. Die penile Harnröhre entsteht durch die Tubularisierung der urethralen Platte auf der Ventralseite des Phallus.
Bei der Frau wird der Hauptteil der Urethra vom Sinus urogenitalis kranial der Einmündung der Wolff’schen Gänge gebildet. Die Pars pelvina und phallica bilden die Mündung der Urethra und das Vestibulum vaginae.
Die Kloake ist der erweiterte Abschnitt des Enddarms und ist durch die Kloakenmembran verschlossen. In die Kloake mündet die Allantois, eine dorsokaudale Ausstülpung des Dottersackes in den Haftstiel (Nabelschnur). Das von kranial einwachsende Septum urorectale teilt die Kloake in Harnblase und Rektum (Mitte 2. Monat). Nach kranial setzt sich die Harnblase über die Allantois bis in die Nabelschnur fort. Nach der Obliteration der Allantois bleibt der Urachus in der Plica umbilicalis mediana übrig. Nach kaudal setzt sich die Harnblase in den Sinus urogenitalis fort.
Der Ureter, dessen Knospe aus dem distalen Anteil vom Wolff’schen Gang stammt, trennt sich von diesem und die Mündung des Ureters wird nach kranial verlagert.
Die Mündung des Wolff’schen Gang erfolgt als Ductus ejaculatorius in die zukünftige Pars prostatica der Harnröhre.
Bis zur 8. Woche (25 mm SSL) entwickelt sich das äußere Genital indifferent [Abb. 2.4]. Im Bereich des Ausgangs des Sinus urogenitalis entsteht der Sulcus urogenitalis, davor der Genitalhöcker, dahinter die Raphe perinei als Abgrenzung zum Anus. Lateral des Sulcus urogenitalis entwickeln sich die Labioskrotalwülste. In den Sulcus urogenitalis wächst ausgehend vom Sinus urogenitalis entodermales Gewebe ein.
![]() |
Abbildung 2.4: Indifferente Entwicklung des äußeren Genitale: Oben: frühes indifferentes Genital Umbilicus, Genitalhöcker (Gh), Fuß, Kloake und Cauda. Unten: spätes indifferentes Genital mit Genitalhöcker (Gh), Labioskrotalwülste (Ls), Genitalwülsten (Gw), Sulcus urogenitalis (Ur) und Anus. Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA. |
Die Länge des Genitalhöckers nimmt zu (Phallus), an der Spitze bildet sich die Glans penis. Die Urogenitalrinne schließt sich über dem Sinusgebiet und bildet die Pars spongiosa der Harnröhre, die Nahtstelle bleibt als Raphe perinei, scroti et penis sichtbar [Abb. 2.5]. Einwachsendes ektodermales Epithel der Glans penis und anschließende Kanalisierung verlagert die kaudale Mündung der Harnröhre an die Spitze unter Ausbildung der Fossa navicularis. Das Präputium entsteht mittels einer distal einwachsenden Epithelmanschette. Die Retraktion des Präputium ist i. d. R. nach der Geburt noch nicht möglich, dies gelingt in 90 % der Fälle bis zum 3. LJ. Die Glandulae bulbourethrales (Cowper’sche Drüsen) entstehen aus entodermalen Gewebe.
![]() |
Abbildung 2.5: Entwicklung des äußeren männlichen Genitale. Oben: frühe Phase mit Glans, Skrotalwülste (Ls), Urethralrinne (Ur), Öffnung des Sinus urogenitalis (Si), Perineum (Pe) und Anus. Unten: späte Phase mit Glans, Urethralrinne (Ur), Skrotalwülste (Ls), Raphe scroti und Anus. Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA. |
| Embryologie 2/3 | Inhalt | Anatomie Nieren |
Weitere Information: die Enuresis, die kindliche nächtliche Harninkontinenz, kann ursächlich durch eine verzögerte Reifung der Harnblase und der neuronalen Steuerung entstehen.
Sie haben nicht gefunden, was Sie suchen?
Mit nachstehender Google-Suchmaske können Sie diese Webseite (www.urologielehrbuch.de) durchsuchen, alternativ das Internet (Web).
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de