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Zusammenfassende Literatur Harnblasenkarzinom: (Kataja und Pavlidis, 2005) (Oosterlinck u.a., 2002).
Das Harnblasenkarzinom ist ein bösartiger Tumor, welcher von Epithelzellen der Harnblase ausgeht.
Zweithäufigster Urogenitaltumor, das Erkrankungsrisiko bis 75 Jahre beträgt 2–3 % für Männer und 0,5–1 % für Frauen. m:f = 2 : 1. Jährliche Neuerkrankungen in Deutschland 15 000 Menschen. Bezogen auf die Neuerkrankungsrate liegt der Blasenkrebs bei Männern an 5. und bei Frauen an 11. Stelle der Krebsstatistik. Die Inzidenz ist steigend (30 % innerhalb von 15 Jahren).
Durchschnittsalter bei Diagnose 65 J, weniger als 1 % der Harnblasenkarzinome treten bei Patienten unter 40 J auf.
70 % haben bei Erstmanifestation ein oberflächliches Harnblasenkarzinom, bei 30 % besteht eine Infiltration der Muscularis. Bei Diagnosestellung sind 15 % metastasiert.
Zusammenfassende Literatur: (Kalble, 2001) (Leppert u.a., 2006) (Plna und Hemminki, 2001).
drei- bis vierfache Risikoerhöhung durch das Rauchen. In Europa sind ungefähr die Hälfte der Urothelkarzinome bei Männern und ein Drittel bei Frauen auf das Rauchen zurückzuführen. Raucher und Ex-Raucher erleiden nach Therapie eines oberflächlichen Harnblasenkarzinoms häufiger und schneller ein Tumorrezidiv im Vergleich zu Nichtrauchern (Lammers u.a., 2011).
Gefährdende Berufe für ein Harnblasenkarzinom: Chemieindustrie, Lackierer, Gummiverarbeitung, Stahlindustrie, Automechaniker, Lederindustrie und Zahntechniker. Identifizierte Schadstoffe sind Benzidin, Naphthylamin, Aminodiphenyl, aromatische Amine, Dieselabgase, Carbon black.
eine Flüssigkeitseinnahme von >2,5 l führt zu einer Halbierung des Risikos für ein Blasenkarzinom im Vergleich zu einer Menge <1,3 l. Bei Rauchern ist eine erhöhte Flüssigkeitseinnahme besonders protektiv. Kaffee oder Alkohol sind keine Risikofaktoren (Michaud u.a., 1999).
die Ernährung ist kein Faktor für die Blasenkrebsentstehung. Süßstoffe standen im Verdacht, dieser konnte jedoch entkräftet werden.
Cyclophosphamid, Phenacetin und andere NSAR, chinesische Kräuter (vor allem gewichtsreduzierende Tabletten).
jahrzehntelange Infektionen können ein Plattenepithelkarzinom verursachen (z. B. Bilharziose, Katheterträger).
folgende Veränderungen erhöhen das Risiko für ein Harnblasenkarzinom oder korrelieren mit dem Tumorstadium.
,,Langsam-Acetylierer`` haben ein höheres Erkrankungsrisiko für ein Harnblasenkarzinom, da die Schadstoffe im Urin durch Acetylierung weniger inaktiviert werden. Vor allem die homozygote N-Acetyltransferase Typ 2 (NAT2) codiert für die langsame Acetylierung und korreliert mit dem Risiko für Urothelkarzinome und dem unterschiedlichen Erkrankungsrisiko innerhalb der ethnischen Rassen.
Vermehrte Expression von ras und p21. Mutationen oder Verlust der Gene für p53 ist häufig. Expression von hMSH2. Aktivierung des Retinoblastom-Gens und assoziierte Proteine (p15, 16, 19, 21, 27).
der Verlust des langen Arms von Chromosom 9 ist in allen Stadien des Blasenkarzinoms nachweisbar. In fortgeschrittenen Tumoren ist auch der Verlust des kurzen Arms von Chromosom 11 und 17 nachweisbar.
FGF-Rezeptormutationen, vermehrte Expression von Lamininrezeptoren, vermehrte Sekretion von Typ IV Kollagenase und autokrine Motilitätsfaktoren, vermehrte Expression von EGF-Rezeptoren.
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Dr. med. Dirk Manski
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