| Diese Webseite durchsuchen: |
Benutzerdefinierte Suche
|
Zusammenfassende Literatur Hodentorsion: (Cuckow und Frank, 2000) (Frank und O’Brien, 2002) (Visser und Heyns, 2003)
Die Hodentorsion ist eine meist spontane Torsion des Hodens um den Samenstrang mit konsekutiver Ischämie, also eigentlich eine Samenstrangtorsion.
Prinzipiell ist jeder Zeitpunkt möglich, Häufung der Erkrankung pränatal, Kleinkinder vor dem zweiten Lebensjahr. Zweite Häufung zwischen 15.-20. Lebensjahr.
die Hodenverdrehung ist durch eine abnorme Beweglichkeit des Hodens und durch eine unzureichende Verklebung der Hodenhüllen verursacht. Eine Kremasterkontraktion, welche mit rotatorischer Komponente am Hoden ansetzt, Manipulation oder Traumata können Auslöser einer Torsion sein.
bei einer kompletten Unterbrechung der Hodenzirkulation ist der Hoden nach 8 h irreversibel geschädigt und eine Hodenerhaltung i. d. R. nicht mehr sinnvoll. Eine inkomplette Torsion kann den ischämischen Schaden deutlich verlangsamen und auch nach längeren Intervallen eine Hodenerhaltung möglich machen.
die Ischämie zerstört die Blut-Hoden-Schranke und ermöglicht die Bildung von Autoantikörpern, welche eine kontralaterale Hodenschädigung bedingen. Weiterhin können durch vasoreflektorische Mechanismen kontralaterale Hodenschäden entstehen.
Bei der intravaginalen Torsion findet die Torsion innerhalb der Tunica vaginalis statt, eine extravaginale Torsion (mit umgebenen Hodenhüllen) ist auch möglich. Bei fehlender rechtzeitiger Therapie entsteht eine hämorrhagische Hodennekrose, da die venöse Zufuhr zuerst komprimiert wird [Abb. 2.1].
im Doppler-US kann eine fehlende Durchblutung nachgewiesen werden: 90 % Sensitivität, 99 % Spezifität, 1 % falsch positive Resulte. Manche Studien finden schlechtere Ergebnisse, der Nachweis der Durchblutung sollte bei eindeutigem klinischen Krankheitsbild angezweifelt werden.
Entscheidend für die korrekte Beurteilung ist die dopplersonographische Untersuchung von intratestikulären Gefäßen, die Untersuchung von Kapsel- oder Skrotumgefäßen ist unrelevant. Wenn ein arterielles Dopplersignal im Hoden durch die Kompression des Samenstrangs am äußeren Leistenring verschwindet, ist dies ein gutes Indiz für eine testikuläre Durchblutung. Bleibt das Signal erhalten, ist es ein skrotales Gefäß. Aufgrund des relativ hohen enddiastolischen Blutflusses liegt normalerweise der RI (resistive index) unter 0,7. Höhere RI-Werte (abnehmender diastolischer Blutfluss) sind Zeichen einer partiellen Hodentorsion.
In der konventionellen Sonographie zeigen sich erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium Auffälligkeiten in Form von Inhomogenitäten des Hodenbinnenechos.
vergleichende Studien fanden gleiche Ergebnisse wie bei der Doppler-Ultraschall. Nachteile sind die oft längere Dauer bis zur Durchführung der Untersuchung, die fehlende durchgängige Verfügbarkeit und eine schlechtere Darstellung bei Kleinkindern mit kleinem Skrotum.
Siehe Kapitel Differentialdiagnose skrotaler Tumor. Am häufigsten sind Hydatidentorsion oder akute Epididymitis.
Im Zweifel sollte jeder akut schmerzhafte Hoden als Notfallindikation skrotal freigelegt werden, um eine Hodentorsion auszuschließen oder zu therapieren. Entweder medianer Raphezugang zu beiden Fächern oder transversaler Zugang für jedes Hemiskrotum [Abb. 2.2]. Bei transversalem Zugang kann zunächst ein Dartospouch gefertigt werden, dann wird die Tunica vaginalis eröffnet und der Hoden detorquiert und untersucht. Hoden mit guter Durchblutung nach Detorsion werden orchidopexiert. Dabei wird der Hoden wie bei der Orchidopexie im Dartospouch fixiert, ohne direkte Nähte durch den Hoden. Wenn direkte Hodennähte verwendet werden, sind feine nichtresorbierbare Nähte zu bevorzugen. Hoden, welche auch nach mehreren Minuten Erwärmung nekrotisch erscheinen, werden entfernt [Abb. 2.1 und 2.3].
Bei grenzwertiger Durchblutung ist das weitere Vorgehen umstritten. Es besteht die Gefahr einer kontralateralen Orchidopathie mit verminderter Fertilität. In der Regel wird jedoch ein Organerhalt angestrebt.
Die prophylaktische Fixation der Gegenseite ist bei einer Hodentorsion obligat. Bei fortgeschrittener Nekrose des akut verdrehten Hoden sollte die kontralaterale Fixation zweizeitig durchgeführt werden, um Wundheilungsstörungen zu vermeiden.
![]() |
Skrotale Hodenfreilegung: der Hoden wird mit der linken Hand im Skrotum fixiert, transversaler Hautschnitt und schichtweise Durchtrennung der Hodenhüllen. |
Rotation der ventralen Zirkumferenz nach lateral (zum Oberschenkel) zum Ausgleich der häufigsten Rotationsrichtung. Die Torsion kann aber auch in der Gegenrichtung erfolgt sein. Der Erfolg der Detorquierung kann klinisch und in der Doppler-Sonographie nachgewiesen werden. Nach erfolgreicher manueller Detorquierung kann die skrotale Hodenpexie beidseits elektiv (aber zeitnah) erfolgen. Die manuelle Detorquierung hat ihre Berechtigung nur im Rahmen einer Notfallsituation ohne Möglichkeit der Hodenfreilegung.
| Hodentrauma | Inhalt | Hydatidentorsion |
Sie haben nicht gefunden, was Sie suchen?
Mit nachstehender Google-Suchmaske können Sie diese Internetpräsenz durchsuchen:
Kinderurologie: Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane mit Manifestation im Kindesalter.
English Version: Testicular torsion
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
man...@urologielehrbuch.de
Aufgrund zahlreicher E-Mail Anfragen bezüglich der Diagnose und Therapie urologischer Krankheiten habe ich ein Urologie-Forum eingerichtet, in welchem Sie anonym Fragen stellen können, welche von mir beantwortet werden. Bitte verzichten Sie auf zukünftige Anfragen per E-Mail und benutzen Sie das Forum.