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Von Dirk Manski

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Übelkeit und Erbrechen: Prophylaxe und Therapie

Einteilung der Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie

CINV (chemotherapy-induced nausea and vomiting) gehört zu den häufigsten und belastendsten Nebenwirkungen einer Chemotherapie, mit deutlicher Einschränkung der Lebensqualität und möglicher Ursache für Therapieabbrüche.

Akut einsetzende CINV

Akut auftretende CINV ist definiert als Übelkeit oder Erbrechen innerhalb von 24 Stunden nach Chemotherapiegabe. Ein zentraler Mechanismus des akuten Erbrechens ist die Serotoninfreisetzung aus dem Gastrointestinaltrakt mit Aktivierung zentraler 5-HT3-Rezeptoren. Eine Sonderform ist die antizipatorische CINV vor Chemotherapie als Folge klassischer Konditionierung in vorangegangenen Zyklen.

Verzögertes Erbrechen

Verzögertes Erbrechen ist definiert als Emesis 1–5 Tage nach Chemotherapiegabe, häufig vermittelt durch Substanz P mit Aktivierung von Neurokinin 1-(NK1)-Rezeptoren sowie weitere multifaktorielle Ursachen.

Durchbruch-CINV und refraktäre CINV

Als Durchbruch-CINV bezeichnet man Übelkeit/Erbrechen trotz leitliniengerechter Prophylaxe; als refraktäre CINV ein erneutes Auftreten in Folgetherapien trotz angepasster Prophylaxe.

Schweregrades des Erbrechens nach CTCAE

Differentialdiagnose des Erbrechens bei Tumorpatienten

Übelkeit und Erbrechen bei Tumorpatienten sind nicht automatisch eine Folge der Chemotherapie. Neben CINV kommen häufig medikamentöse, metabolische, gastrointestinale, infektiöse oder zentrale Ursachen infrage. Eine strukturierte Differenzialdiagnose ist wichtig, weil einzelne Ursachen rasch behandlungsbedürftig oder lebensbedrohlich sein können, siehe Alarmzeichen.

Häufige Differenzialdiagnosen

Alarmzeichen

Risikoadaptierte Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen bei der Gabe von Chemotherapeutika

Das emetogene Risiko bestimmt die Wahl der prophylaktiven antiemetischen Supportivtherapie.

Hohes Risiko für Erbrechen

Moderates Risiko für Erbrechen

Niedriges Risiko für Erbrechen

Minimales Risiko für Erbrechen

Therapie bei CINV:

Tritt trotz Prophylaxe eine CINV auf, werden Antiemetika aus anderen Substanzklassen empfohlen, die nicht bereits in der Prophylaxe eingesetzt wurden, und die Prophylaxe wird im nächsten Zyklus eskaliert. Dosierungsvorschläge siehe oben. Zusätzliche Optionen:








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Literatur

Paul J. Hesketh et al. Antiemetics: ASCO Guideline Update. J Clin Oncol 38, 2782-2797(2020). https://doi.org/10.1200/JCO.20.01296

Herrstedt et al. (2024) 2023 MASCC and ESMO guideline update for the prevention of chemotherapy- and radiotherapy-induced nausea and vomiting. ESMO Open, Volume 9, Issue 2, 102195. https://doi.org/10.1016/j.esmoop.2023.102195

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie

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