Zusammenfassende Literatur Peniskarzinom: (Culkin und Beer, 2003) (Doehn u.a., 2001) (Kroon u.a., 2005) (Pizzocaro u.a., 1997) (EAU-Leitlinien: Solsona u.a., 2004).
zur Sicherung der Diagnose ist eine Probebiopsie mit Schnellschnittdiagnostik notwendig. Erst der histologische Beweis der Malignität (mit Grading und Infiltrationstiefe) kann die weitere Therapie des Peniskarzinoms steuern.
Die Penisbiopsie liefert jedoch keine zuverlässigen Daten über das Grading. Auch die Infiltrationstiefe kann durch eine Biopsie nicht sicher bestimmt werden. Es besteht die Gefahr der Unterschätzung des lokalen Tumorstadiums, dies ist bei nichtinvasiven oder peniserhaltenen Therapieverfahren zu bedenken.
Mittel der Wahl für die lokale Kontrolle des Peniskarzinoms und Voraussetzung für das genaue pathologische Staging ist die partielle Penektomie. Die Empfehlungen für den Sicherheitsabstand zum Peniskarzinom variieren: Empfehlungen von 2 cm werden in neueren Arbeiten auf 1 cm reduziert. Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationstechniken/Partielle Penektomie.
Indiziert bei Tumoren, welche nach partieller Penektomie einen ausrichtbaren Harnstrahl unmöglich machen. Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationstechniken/Penektomie.
Bevorzugt verwendet wird der Nd:YAG-Laser, der eine Tiefenwirkung durch Koagulation von 3 bis 6 mm hat. Eine Ansprechrate von 100 % ist beim CIS erreichbar, die Rezidivrate liegt jedoch bei 26 % (wieder CIS). Bei T1 in 33 % Rezidiv und bei T2-Tumoren sehr häufige Rezidive.
Problematisch für die Durchführung einer Lasertherapie ist die histologische Einschätzung der Erkrankung durch eine Penisbiopsie. Die Tiefenausdehnung des Tumors kann unterschätzt werden, das Grading ausgehend von einer Biopsie ist ebenfalls mit Fehlern behaftet.
die geringe Strahlensensibilität und die hohe Rate an lokalen Nebenwirkungen (Fisteln, Strikturen) sind Nachteile der Strahlentherapie. Somit ist die Strahlentherapie nur eine Option für Patienten, welche eine Operation ablehnen, aber eine gewisse lokale Therapie akzeptieren.
Die adjuvante Strahlentherapie bei nachgewiesenen Lymphknotenmetastasen oder die Bestrahlung von klinisch suspekten Lymphknoten vor oder anstatt chirurgischer Therapie wird nur von wenigen Zentren praktiziert.
bei Lymphknotenmetastasen bietet die komplette chirurgische Entfernung der inguinalen und iliakalen Lymphknoten die einzige Chance auf eine Heilung. Die Prognose wird von der Anzahl der befallenen Lymphknoten bestimmt. Eine sichere Indikation zur inguinalen Lymphadenektomie besteht bei T1G3 und bei allen T2–4 Peniskarzinomen, unabhängig vom Palpationsbefund.
Keine Indikation zur Lymphadenektomie besteht bei klinisch nicht befallenen Lymphknoten und bei Niedrigrisiko-Karzinomen (Ta, Tcis, T1G1). Die niedrige Metastasierungswahrscheinlichkeit rechtfertigt nicht das Nebenwirkungsspektrum der inguinalen Lymphadenektomie.
Aufgrund fehlender prospektiv randomisierter Studien ist die Datenlage über das Ausmaß der Lymphadenektomie nicht eindeutig. Zur Anwendung kommt neben der limitierten Lymphadenektomie nach Catalona die Sentinel-Lymphknotenentfernung nach Cabanas und die nuklearmedizinisch gesteuerte Lymphadenektomie (s. u.).
In allen Fällen ohne Lymphadenektomie ist eine engmaschige Überwachung des Pat. notwendig, um die Lymphadenektomie bei entstehender Lymphadenopathie nicht zu versäumen. Eine Antibiotikatherapie hilft, eine entzündliche Lymphadenopathie von einer malignen Lymphadenopathie zu unterscheiden.
die modifizierte inguinale Lymphadenektomie nach Catalona (Catalona, 1988) reduziert die Dissektion auf das Gebiet über der Fascia lata medial der V. epigastrica superficialis und der V. saphena magna, welche auch geschont wird. Nach Catalona werden auch tiefe Lymphknoten aus der Fossa ovalis entfernt.
Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationstechniken/Inguinale Lymphadenektomie.
Bei Befall der Lymphknoten erfolgt die ausführliche inguinale und iliakale Lymphadenektomie der befallenen Seite.
aufgrund historischer lymphoangiographischer Studien liegt der Sentinel-Lk häufig medial des Venensterns zwischen V. epigastrica superficialis und V. saphena magna um die V. pudenda externa. Cabanas popularisierte die Technik einer operativen Entfernung dieses Lymphknotens (Cabanas, 1977). Technik und Komplikationen siehe Kapitel Operationstechniken/Inguinale Lymphadenektomie.
Mehrere Studien konnten inzwischen zeigen, dass die Sentinel-Lymphknotendissektion ohne individuelle nuklearmedizinische Hilfe zu einer Rate an falsch-negativen Ergebnissen um die 10 % bis 25 % führt. Ursächlich sind anatomische Variationen der Lymphabflusswege. Aktueller Standard zur Sentinel-Lymphadenektomie ist die intraoperative Detektion des Sentinellymphknotens mit einer Gammasonde, nach Injektion von Radioaktivität um den Tumor. Die falsch-negative Detektionsrate liegt zwischen 3 % und 22 %.
Bei Befall des Sentinel-Lymphknotens (Schnellschnitt-Diagnose) wird eine ausführliche inguinale und iliakale Lymphadenektomie durchgeführt.
Bei histologisch nachgewiesenen inguinalen Lymphknotenmetastasen ist die komplette chirurgische Entfernung der iliakalen Lymphknoten zum kompletten Staging notwendig. Die Prognose wird von der Anzahl der befallenen Lymphknoten bestimmt.
Das Dissektionsgebiet wird eingegrenzt durch den N. genitofemoralis (lateral), Bifurkation der Vasa iliacae (kranial), Harnblase (medial), Os pubis (kaudal), Beckenboden (dorsal).
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Dr. med. Dirk Manski
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