Dr. med. Dirk Manski

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Penistumor (2/4): Klinik und Diagnose


Zusammenfassende Literatur Peniskarzinom: (EAU Guidelines Penile Cancer), S3-Leitlinie Peniskarzinom

Klinik des Peniskarzinoms

In Frühstadien imponiert das Peniskarzinom als flächige, erhabene Rötung, später entwickelt sich ein exophytisch wachsender Tumor, seltener eine Ulzeration. Die bevorzugte Lokalisation ist die Glans penis und das distale Präputium [Abb. 2.20].

Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein lokal progredientes Tumorwachstum mit Infiltration der Schwellkörper und der Harnröhre (Harnverhalt). In der Leiste sind dann häufig Lymphknotenmetastasen als derbe, nicht schmerzhafte Lymphknotenschwellung tastbar, welche selten fatale Arrosionsblutungen der Iliakalgefäße verursachen können. Fernmetastasen entstehen selten in Lunge, Leber, Knochen und ZNS.

Abbildung lokalisiertes Peniskarzinom
Abbildung fortgeschrittenes Peniskarzinom

Diagnose von Penistumoren

Tumormarker des Peniskarzinoms:

SCC (squamous cell carcinoma antigen) ist in 25% erhöht und kann dann zur Nachsorge verwendet werden.

Lokale Tumorausdehnung:

Die körperliche Untersuchung kann bei kleinen Penistumoren zuverlässig das lokale Tumorstadium erfassen, wichtig ist die Beurteilung einer Harnröhren- oder Schwellkörperinfiltration. Bei größeren Tumoren ist ergänzend die Sonographie oder ein MRT hilfreich.

Histologische Sicherung:

Für die korrekte Diagnose ist eine histologische Untersuchung notwendig. Erst mit Kenntnis von Grading und Infiltrationstiefe kann die weitere Therapie des Peniskarzinoms geplant werden. Kleine Penistumoren werden durch eine Keilexzision komplett entfernt. Siehe Abschnitt Therapie des Primärtumors für die chirurgische Technik der Resektion von größeren Penistumoren. Zur Sicherheit werden Proben von Rand und Tumorgrund entnommen. Zur Planung der organerhaltenden Therapie von groß(flächigen) flachen Penistumoren wird eine partielle Exzisionsbiopsie mit ausreichender Tiefenausdehnung durchgeführt.

Lymphknotenstatus und Fernmetastasen:

Palpation der inguinalen Lymphknoten(Lokalisation, Anzahl, Verschieblichkeit). Die Schnittbildgebung der inguinalen Region und des Beckens (CT, MRT oder PET-CT) ist bei Lymphadenopathie, Voroperationen und bei Adipositas indiziert. Alle bildgebenden Verfahren haben den Nachteil, Lymphknotenmetastasen ohne Lymphknotenvergrößerung nicht zu erfassen. 50 % der Patienten mit palpablen Lymphknoten haben Metastasen, ebenso häufig sind benigne Ursachen der Lymphknotenvergrößerung [siehe Differentialdiagnose vergrößerte Leistenlymphknoten]. Die Sonographie der Leistenlymphknoten kann manchmal in der Differenzierung hilfreich sein [Abb. Sonographie Leistenlymphknoten].


Sonographie der Leistenlymphknoten: typisches Bild einer benignen Lymphknotenvergrößerung (Länge 20 mm) mit regelmäßig ovalförmigen Lymphknoten und echogenem Zentrum als Zeichen der Verfettung. Zeichen einer malignen Lymphadenopathie sind unregelmäßige echoarme Areale, runde und unregelmäßig begrenzte Lymphknoten.
Ultraschall: gutartige Vergrößerung der Leistenlymphknoten

Fernmetastasen:

CT oder PET-CT (Thorax, Abdomen und Becken) sind bei nachgewiesenen Lymphknotenmetastasen indiziert, in fortgeschrittenen Tumorstadien und bei erhöhter AP auch eine Knochenszintigraphie.



Differentialdiagnose Penistumoren

Zahlreiche benigne Erkrankungen können ein malignes Peniskarzinom klinisch imitieren, vor radikaler Therapie ist unbedingt eine histologische Sicherung notwendig.

Infektionen:

Weicher und harter Schanker, Herpes genitalis, Lymphadenopathia venereum, Granuloma inguinale, Tuberkulose, Lues.

Gutartige Tumoren:

Condyloma acuminata, Leiomyom, Balanitis xerotica obliterans.

Prämaligne Läsionen:

Buschke-Löwenstein Tumor, Erythroplasie (Queyrat), Morbus Bowen, Leukoplakie.

Maligne Tumoren:

Basalzellkarzinome, Sarkome, Adenokarzinome, Lymphome oder maligne Melanome, insgesamt selten.



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Literatur Peniskarzinom

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