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Review-Literatur Lymphadenektomie bei Peniskarzinom: (Horenblas, 2001)
Eine sichere Indikation zur inguinalen Lymphadenektomie besteht bei T1G3 und bei allen T2–4 Karzinomen des Penis, unabhängig vom Palpationsbefund der Leiste. Ausführliche Diskussion der Indikation siehe Kapitel Peniskarzinom.
Perioperative Antibiotikaprophylaxe. Rückenlage. Vollnarkose.
für die inguinale Lymphadenektomie bietet sich ein Hautschnitt 3 cm unterhalb und parallel des Leistenbandes an. Die iliakale Lymphadenektomie ist beidseits über eine mediane extraperitoneale Unterbauchlaparotomie möglich.
die modifizierte inguinale Lymphadenektomie nach Catalona (Catalona, 1988) reduziert die Dissektion auf das Gebiet über der Fascia lata medial der V. epigastrica superficialis und der V. saphena magna, welche auch geschont wird [Abb. 1.15]. Es werden auch tiefe Lymphknoten aus der Fossa ovalis entfernt. Die Lymphknoten werden zur Schnellschnittuntersuchung gesendet.
Bei Lymphknotenmetastasen ist eine ipsilaterale radikale inguinale und iliakale Lymphadenektomie notwendig.
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Abbildung 1.15: Inguinale Lymphadenektomie:Darstellung des Dissektionsgebietes der modifizierten Lymphadenektomie nach Catalona (linke unschraffierte Fläche) und der radikalen inguinalen Lymphadenektomie (unschraffierte und gepunktete Fläche zusammen). Basierend auf der anatomischen Darstellung der Regio inguinalis aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA: A. + V. circumflexa iliaca superficialis (1), N. femoralis (2), A. + V. epigastrica superficialis (3), Lig. inguinale (4), A. + V. pudenda externa (5 und 6), M. sartorius (8), Spina iliaca ant. sup. (9), M. tensor fasciae latae (10), M. pectineus (11), M. adductor longus (12), M. rectus femoris (13), V. saphena magna (14). |
eine Alternative zur modifizierten Lymphadenektomie nach Catalona ist die intraoperative Detektion des Sentinallymphknotens mit einer Gammasonde, nach Injektion eines radioaktiven Markers um den Tumor. Zusätzlich kann die Injektion von blauem Farbstoff die intraoperative Identifizierung erleichtern. Die Lymphknoten werden zur Schnellschnittuntersuchung gegeben.
Die limitierte Lymphadenektomie senkt die Komplikationsrate im Vergleich zur o.g. Technik. Die falsch-negative Detektionsrate wird mit 3–22 % beschrieben. Bei Lymphknotenmetastasen ist eine ipsilaterale radikale inguinale und iliakale Lymphadenektomie notwendig.
nach lymphoangiographischen Studien wurde eine limitierte Lymphadenektomie medial des Venensterns zwischen V. epigastrica superficialis und der V. pudenda externa empfohlen (Cabanas, 1977). Die limitierte Form der Sentinel-Lymphknotenbiopsie wird aufgrund zu hoher falsch-negativer Ergebnisse nicht mehr empfohlen.
bei Nachweis von Lymphknotenmetastasen bei o.g. modifizierten und limitierten Lymphadenektomien ist die radikale Entfernung aller inguinalen und iliakalen Lymphknoten notwendig. Weiterhin besteht die Indikation zu einer radikalen Lymphadenektomie bei präoperativ bekannten Lymphknotenmetastasen und bei Tumorrezidiv in der Leiste in der Nachsorge.
das Dissektionsfeld zeigt Abb. 1.15. Die großen Gefäße werden nach der Dissektion mit M. sartorius bedeckt, dazu wird der Ursprung des Muskels von der Spina iliaca ant. sup. abgetrennt und an das Leistenband genäht. Bei großen Hautdefekten durch fortgeschrittene Lymphknotenmetastasen sind myokutane Schwenklappen notwendig.
bei Lymphknotenmetastasen in der Leiste ist die ipsilaterale iliakale Lymphadenektomie indiziert. Das Dissektionsfeld ist analog zum Prostatakarzinom: lateral der N. genitofemoralis, kaudal der Ramus superior des Os pubis, medial das Lig. umbilicale und die Harnblase, in der Tiefe der N. obturatorius und die Beckenwand, kranial der Ureter und die Gabelung der A. iliaca communis [Abb. 1.16].
Eine sorgfältige Präparationstechnik mit bipolarer Koagulation, Applikation von Klips oder dünnen Ligaturen senkt die Komplikationsrate durch Lymphozelen. Als Operationszugang wird meist die mediane extraperitoneale Unterbauchlaparotomie gewählt.
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Abbildung 1.16: Anatomie des inneren Leistenrings A. und V. epigastrica inferior (1), Corona mortes (2), A. und N. obturatoria (3), Ductus deferens (4), A. und V. iliaca externa, A. und V. testicularis. Abb. aus Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA. |
Kompressionsstrümpfe, frühe Mobilisation und restriktiver Gebrauch von Antikoagulation. Heparininjektionen in die obere Extremität. Wunddrainage bis zum Stopp der Förderung. Tumornachsorge.
Je radikaler die Lymphadenektomie, desto häufiger und schwerwiegender die Komplikationsrate.
Bei modifizierter Lymphadenektomie: Lymphödem 10 %, chronisches Lymphödem 5 %, Wundheilungsstörungen in 16 %, Lymphozelen 13 %, Lappennekrose 3 %, keine Unterschiede zwischen unilateraler oder bilateraler Dissektion.
Die Komplikationsrate steigt bei radikaler Lymphadenektomie auf bis zu 80 % an.
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Dr. med. Dirk Manski
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