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Von Dirk Manski

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Peniskarzinom: Ursachen, Epidemiologie und Pathologie


Das Peniskarzinom ist meist ein Plattenepithelkarzinom und geht vom Epithel der Glans oder des inneren Vorhautblatts aus. Das Plattenepithelkarzinom des Penis besitzt pathologische und klinische Gemeinsamkeiten mit Plattenepithelkarzinomen anderer Lokalisation wie Zervix, Anus und Oropharynx. Leitlinien: (EAU Guidelines Penile Cancer), S3-Leitlinie Peniskarzinom

Epidemiologie des Peniskarzinoms

Das Peniskarzinom ist in den Ländern der westlichen Welt selten. In Deutschland wurden 2014 ungefähr 950 Neuerkrankungen erfasst, dies entspricht einer Inzidenz von 2/100000 Männer oder 1/100000 Einwohner. Der Altersgipfel der Erkrankung liegt über 60 Jahre. In Asien (z.B. China, Vietnam), Afrika (z.B. Uganda), aber auch im amerikanischen Raum (z.B. Mexiko, Puerto Rico) ist das Peniskarzinom häufiger mit Inzidenzraten bis zu 8/100000 Einwohner (Colberg u.a., 2018).

Ätiologie und Pathogenese des Peniskarzinoms

Zirkumzision:

Die neonatal durchgeführte Zirkumzision ist eine effektive Präventivmaßnahme gegen die Entwicklung eines Peniskarzinoms. Die Inzidenz des Peniskarzinoms beträgt in Israel 0,1/100000. Eine Zirkumzision nach der Pubertät schützt deutlich weniger und eine Zirkumzision im Erwachsenenalter ist keine gesicherte onkologische Präventionsmaßnahme.

Smegmaretention und chronische Balanitis:

Verbesserte Genitalhygiene, frühzeitige Therapie chronischer Entzündungen und die Behandlung einer Phimose erklären die deutliche Reduktion der Inzidenz in den letzten 50 Jahren.

HPV:

HPV ist ein wichtiger, aber nicht alleiniger pathogenetischer Faktor. HPV-DNA ist in etwa 30–50% der invasiven Peniskarzinome nachweisbar; bei PeIN, basaloiden, condylomatösen und warzenförmigen Tumoren ist der Anteil höher. Hochrisiko-HPV, insbesondere HPV~16, dominiert. Ausführliche Darstellung der Epidemiologie und molekularen Mechanismen im Abschnitt Condylomata acuminata.

Rauchen:

Dosisabhängiges, bis 5-fach erhöhtes Risiko durch Rauchen.

Lichen sclerosus:

Unabhängiger Risikofaktor für ein Plattenepithelkarzinom.

Pathologie des Peniskarzinoms

Tumorstadien des Peniskarzinoms nach TNM [UICC 2017]

T:

Primärtumor.

N:

Lymphknotenbefall.

M:

Fernmetastasen.

G: Grading

Makroskopie

Lokalisation:

In den meisten Fällen manifestiert sich das Peniskarzinom an der Glans, am Sulcus coronarius oder am Präputium. Das Wachstumsmuster ist meist exophytisch oder papillär, seltener ulzerierend.

Metastasen des Peniskarzinoms

Lymphknotenmetastasen sind am häufigsten. Bei Erstdiagnose finden sich bei etwa 30% der Patienten inguinale Lymphknotenmetastasen; das Risiko hängt wesentlich von Tumorstadium, Grading, lymphovaskulärer Invasion, perineuraler Invasion und histologischem Subtyp ab. Seltener (3 %) und fast immer in Begleitung von Lymphknotenmetastasen entstehen Absiedlungen in Lunge, Leber, Knochen oder ZNS.

Histologie des Peniskarzinoms

Nicht HPV-assoziierte Plattenepithelkarzinome:

Über die Hälfte der Tumortypen sind ohne Assoziation mit einer Infektion von humane Papillomviren (HPV).

Klassisches Plattenepithelkarzinom:

Häufigster Subtyp, mit oder ohne Verhornung.

Verruköses Plattenepithelkarzinom:

Warzenartiger niedrig maligner Subtyp, Metastasen nur in Ausnahmefällen.

Papilläres Plattenepithelkarzinom:

Niedrig maligner Subtyp, Metastasen nur in Ausnahmefällen.

Sarkomatoides Plattenepithelkarzinom:

Selten, aggressiver Subtyp, frühe vaskuläre und lymphogene Metastasierung.

Adenosquamöses Plattenepithelkarzinom:

Seltener Subtyp mit frühem Metastasierungsrisiko.

HPV-assoziierte Plattenepithelkarzinome:

Weniger als 50%. Die p16-Immunhistochemie dient als Surrogatmarker für eine HPV-assoziierte Tumorbiologie.

Basaloides Plattenepithelkarzinom:

Aggressiver Subtyp mit früher lymphogener Metastasierung.

Condylomatöses Plattenepithelkarzinom:

Warzenförmiger meist niedriger maligner Subtyp; Metastasen treten nur in Ausnahmefällen auf.

Seltene Formen:

Klarzellkarzinom ausgehend von Schweißdrüsen, Morbus Paget des Penis, malignes Melanom, Lymphom, Metastasen (Erbersdobler, 2018).




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Literatur

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  English Version: Diagnosis and treatment of penile cancer

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