Mittel der ersten Wahl für die Uringewinnung ist die sterile Uringewinnung im Rahmen von Katheterisierungen oder Interventionen. Ansonsten erfolgt die Uringewinnung bei Männern per Mittelstrahlurin, bei Frauen per Einmalkatheterurin und bei Säuglingen die Uringewinnung per Klebebeutel. Ein Mittelstrahlurin bei Frauen hat nur dann eine klinische Aussagekraft, wenn er nicht pathologisch ist.
bei V. a. chronische Prostatitis werden 4 Portionen einer Miktion getrennt gesammelt und mikrobiologisch untersucht (Sedimentmikroskopie und Kultur).
Aufgrund des hohen Aufwandes und Kosten hat sich der Zwei-Gläser-Test durchgesetzt:
105 Bakterien pro ml in einem sauber gewonnen Mittelstrahlurin sind ein Zeichen für eine klinisch signifikante Harnwegsinfektion. Bei hoher Urinausscheidung oder steriler Uringewinnung können auch eine Bakteriurie mit kleineren Bakterienzahlen ein signifikanter Hinweis auf eine HWI sein.
Die Keimzahl kann mit einer quantitativen Urinkultur ermittelt werden, nach Verdünnung des Urins (1:1000) wird 1 ml zur Beimpfung einer Agar-Platte verwendet.
Semiquantitativ gelingt die Keimzahlbestimmung mit Hilfe von komerziell erhältlichen Systemen wie Urikult: ein Träger mit Nährmedium wird in frischen Urin eingetaucht und die Anzahl von Kolonien nach 24 h anhand Standardabbildungen geschätzt.
nach Auszählung der Kolonien werden die Bakterien mit der sogenannten bunten Reihe identifiziert: unter Ausnutzung der unterschiedlichen biochemischen Leistungen der Bakterien entstehen unterschiedliche Farbreaktionen in einer Anzahl von Indikatorlösungen.
oder Antibiogramm. Reihenverdünnungstests oder Agardiffusionstests ermitteln die minimale Hemmkonzentration (MHK) von gängigen Antibiotika.
| Substanz | Normbereich |
| pH | 4,4–7,5 |
| spez. Gewicht | 1,010–1,024 g/ml |
| Osmolalität | 500–800 mosm/kg |
| Harnstoff | 20–35 g/24 h |
| Kalzium | <7,5 mmol/24 h |
| Harnsäure | 0,3–0,6 g/24 h |
| Natrium | 40–140 mmol/l |
| Kalium | 40–120 mmol/l |
| Magnesium | 4–8 mmol/l |
| Chlorid | 40–140 mmol/l |
| Protein | < 150–300 mg/24 h |
| Cortisol | < 100 mg/1,73m2/24 h |
| Aldosteron | < 30 μg/24 h |
| Vanillinmandelsäure | < 6,5 mg/24 h |
| Gesamt-Metanephrine | < 0,8 mg/24 h |
Die mikroskopische Untersuchung von abgeschilferten Urothelzellen im Urin kann zuverlässig G2- und G3-Zellen eines Urothelkarzinoms identifizieren. Gut differenzierte Tumoren schilfern seltener Zellen ab und die Abgrenzung zu entzündlichen Veränderungen ist schwierig.
| Urinsediment | Inhalt | Blutuntersuchung |
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Dr. med. Dirk Manski
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