Dr. med. Dirk Manski

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Dosierung und Nebenwirkungen von Piritramid


Zusammenfassende Literatur: (Berde und Sethna, 2002) (Dertwinkel u.a., 2002) (Harrison, 2001) (Simanski und Neugebauer, 2003).

Wirkmechanismus von Piritramid:

Piritramid ist ein reiner Agonist mit hoher analgetischer Wirkung am Opioidrezeptor.


Abbildung Strukturformel von Piritramid
Strukturformel von Piritramid.

Indikationen:

Piritramid kann nur parenteral verabreicht werden und wird v. a. bei der Therapie von akuten (postoperativen) Schmerzen verwendet.



Pharmakokinetik:

Wirkeintritt von Piritramid nach intravenöser Gabe in 1–2 min, nach i. m.-Gabe in 15 min und nach s. c. Gabe in bis zu 30 min. Die Halbwertszeit von Piritramid ist 4–10 h. Die Inaktivierung von Piritramid erfolgt durch hepatische Metabolisierung und Ausscheidung mit der Fäces.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Piritramid:

Siehe auch allgemeine Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Piritramid im Abschnitt Grundlagen der Opiode. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen bei der parenteralen Gabe zählen: Sedierung, Atemdepression, Blutdrucksenkung, Bradykardie, Orthostasesyndrom, Übelkeit und Erbrechen, Spasmus der glatten Muskulatur mit Verstärkung einer Nierenkolik oder Auslösung eines Harnverhalts. Die Fahrtüchtigkeit ist nach parenteraler Therapie mit Piritramid für 24 h nicht mehr gegeben. Wichtige Kontraindikationen sind zentrale Atemdämpfung, schwere obstruktive Lungenerkrankung oder paralytischer Ileus.

Wechselwirkungen von Piritramid:

Piritramid verstärkt die Wirkung von zentraldämpfenden Pharmaka hinsichtlich Sedierung, Atemdepression, Muskelrelaxation und Hypotension. Bei MAO-Hemmern besteht die Gefahr lebensbedrohender Kreislaufwechselwirkungen.

Dosierung von Piritramid:

Einzeldosis von 7,5–15 mg langsam i. v. nach Wirkung. Bei Kindern beträgt die Einzeldosis von Piritramid 0,05–0,1 mg/kgKG i. v.

Intramuskuläre oder s. c. Einzeldosis 15 mg für Erwachsene. Wiederholung erst wieder nach 6–8 h.

Piritramid-Präparatename:

Dipidolor.







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Literatur Piritramid

Berde und Sethna 2002 BERDE, C. B. ; SETHNA, N. F.:
Analgesics for the treatment of pain in children.
In: N Engl J Med
347 (2002), Nr. 14, S. 1094–103

Dertwinkel u.a. 2002 DERTWINKEL, R. ; WIEBALCK, A. ; LINSTEDT, U. ; STRUMPF, M. ; ZENZ, M.:
[Modern pain therapy].
In: Internist (Berl)
43 (2002), Nr. 6, S. 779–86

Harrison 2001 HARRISON, P.:
Update on pain management for advanced genitourinary cancer.
In: J Urol
165 (2001), Nr. 6 Pt 1, S. 1849–57; discussion 157–8

M. Hinrichs, A. Weyland & C. Bantel. Piritramide (Review). Der Schmerz volume 31, pages 345–352(2017)


Simanski und Neugebauer 2003 SIMANSKI, C. ; NEUGEBAUER, E.:
[Postoperative pain therapy].
In: Chirurg
74 (2003), Nr. 3, S. 254–74; quiz 275