Abkürzungen: IVP (Intravenöse Pyelographie), AUG (Ausscheidungsurographie), Urogramm.
Die Indikationen zur Ausscheidungsurographie werden immer mehr von der Computertomographie (nativ oder mit KM) zurückgedrängt:
Nierenkoliken, Makrohämaturie, rezidivierende Harnwegsinfektionen, Nephrolithiasis, Harnstau, Urothelkarzinome, Nierentrauma...
eine Prämedikation kann die Toxizität des jodhaltigen Kontrastmittels verhindern (siehe Kapitel Jodhaltige Kontrastmittel). Die regelhafte Darmvorbereitung vor einem IVP konnte in randomisierten Studien keinen klaren Vorteil zeigen und verzögert die Untersuchung.
zunächst wird ein Röntgen-Abdomen (Abdomen-Übersicht, Leeraufnahme) mit leerer Harnblase angefertigt. Nur bei guten Untersuchungsbedingungen (kein Meteorismus oder Kontrastmittelreste von Voruntersuchungen) wird elektiv Kontrastmittel für die Ausscheidungsurographie verabreicht.
Nach Infusion von Kontrastmittel (z. B. 1–1,5 ml/kgKG bei 300 mg/ml Jod = 623 mg Iopramid/ml) als schnelle Kurzinfusion erfolgen weitere Abdomen-Übersichtsaufnahmen je nach Ausscheidung des Kontrastmittels (nach z. B. 6 und 12 min) [Abb. 2.4 und 2.5]. Zur Pharmakologie und Komplikationen von jodhaltigen Kontrastmittel siehe Kapitel Jodhaltige Kontrastmittel.
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Zur Befunden der Leeraufnahme siehe vorangegangenes Kapitel Röntgen-Abdomen.
Die Nierenform kann am besten durch die Tomographie-Technik 2–3 min nach KM-Applikation ermittelt werden. Das Kontrastmittel kontrastiert beide Nieren in gleicher Intensität, die konvexe laterale Seite ist glatt begrenzt.
6 min nach der KM-Infusion wird eine komplette Abdomen-Übersicht angefertigt. Normalerweise können beidseits das Nierenbecken-Kelchsystem und der proximale Ureter beurteilt werden. 12 min nach der KM-Infusion sind oft der komplette Ureter und partiell die Harnblase kontrastiert. Die Kontrastierung der ableitenden Harnwege geschieht seitengleich und ohne Kontrastmittelaussparungen. Zeichen von Harnstau sind eine verzögerte Kontrastmittelausscheidung, plumpe Kelche mit dilatierten Kelchhälsen, ektatische Nierenbecken und Erweiterung des Ureterendurchmesser, insbesondere im Seitenvergleich. Auf Spätaufnahmen (1–2 h nach KM-Gabe) kann je nach Abfluss des Kontrastmittels der Schweregrad der Harnstauung eingeschätzt werden. Die Vollständigkeit der Harnblasenentleerung (nach vorangegangener Miktion) kann auf Spätbildern ebenfalls demonstriert werden.
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die Diuresesteigerung des Kontrastmittels kann bei behindertem Urinabfluss zu einer Fornixruptur führen. Die Drucksteigerung im Nierenbeckenkelchsystem führt zu einer Fornixruptur und Extravasation proximal des Hindernisses, meist bei einem Harnleiterstein [Abb. 2.16].
Bei Koliken sollte ein Urogramm nicht durchgeführt werden. Die Ausbildung einer Fornixruptur erfordert die Einlage einer Harnleiterschiene.
| Röntgen-Abdomen | Inhalt | MCU |
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Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
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