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Der Verzicht auf solide Nahrung ab 48 h vor dem geplanten Eingriff führt zu einer Entleerung des Darmsystems. Erlaubt sind klare Suppen, reichlich zuckerhaltige Getränke und energiereiche Sondenkost ohne Ballaststoffe. Am Abend vor dem Eingriff wird ein Einlauf zur Reinigung des Enddarms durchgeführt.
Insbesondere bei Operationen mit ausschließlicher Eröffnung des Dünndarms sollte diese schonende Darmvorbereitung ausreichen.
Operationen mit Darmeröffnungen werden traditionell mit einer Darmreinigung vorbereitet. Ziel der Darmreinigung ist die Verminderung von Infektionen der Bauchhöhle und die Vermeidung einer Anastomoseninsuffizienz.
Die Datenlage im Sinne der EBM ist unsicher, neuere randomisierte Studien der kolorektalen Chirurgie konnten keine Vorteile nachweisen (Slim u.a., 2004). Bei reinen Dünndarmeingriffen ist keine mechanische Darmvorbereitung notwendig.
Die Ergebnisse aus der Bauchchirurgie können nicht ohne weiteres auf Operationen mit Harnableitung übertragen werden, da die Kontamination der Bauchhöhle mit Darminhalt aufgrund der großflächigen Darmeröffnung ausgeprägter ist. Die Mehrheit der Urologen verwendet vor Harnableitung eine mechanische Darmvorbereitung, manche zusätzlich eine orale Dekontamination (Ferguson u.a., 2002).
Als Alternative zu der Darmreinigung mit PEG-Lösung, welche für den Patienten sehr anstrengend ist, konnte sich die Darmreinigung mit oralen Natriumphosphatlösungen durchsetzen.
Das Mittel bewirkt eine starke osmotisch bedingte Translokation von Flüssigkeit in den Darm, die Erzeugung von Durchfall und dadurch die Reinigung des Darms. Das reichliche Trinken von Flüssigkeit nach Einnahme ist obligat.
| Uhrzeit | Na-Phosphat | Flüssigkeit | Orale Antibiose |
| 7 Uhr | 500 ml | ||
| 8 Uhr | 45 ml | 350 ml | |
| 10 Uhr | 250 ml | Neomycin 1g Metronidazol 1g |
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| 13 Uhr | 750 ml | ||
| 18 Uhr | 500 ml | ||
| 19 Uhr | 45 ml | 350 ml | |
| 20–24 Uhr | 750 ml | ||
| 22 Uhr | Neomycin 1g Metronidazol 1g |
Ileus, Darmstenosen, Herzinsuffizienz, Kolitis, Megakolon, Niereninsuffizienz, entzündl. Darmerkrankungen. Bestehende Übelkeit, bei Erbrechen oder Bauchschmerzen. Kinder unter 15 Jahre. Symptomatische Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz (Kreatinin >2 mg/dl), Leberinsuffizienz mit Aszites.
Dehydratation, Elektrolytstörungen (Hyperphosphatämie, Hypernatriämie, Hypokaliämie, Azidose), Übelkeit, Erbrechen. Bauchschmerzen. Allergische Reaktionen.
Die Gabe von oralen, schwer resorbierbaren Antibiotika hat das Ziel, nach mechanischer Darmreinigung die Konzentration von intraluminalen Bakterien zu senken. Für die Urologie existieren keine prospektiven Untersuchungen, die Anwendung der oralen Dekontamination wird jedoch von zahlreichen amerikanischen Arbeitsgruppen angewendet und propagiert (Walsh u.a., 2003) (Ferguson u.a., 2002). Dosierung siehe Tab. 1.1.
Nebenwirkungen der Darmdekontamination: Diarrhoe, pseudomembranöse Enterokolitis, Allergien.
Durch eine Polyethylen-Elektrolyt-Glykol (PEG)-Lösung (z. B. Golytely) kann innerhalb von wenigen Stunden der gesamte Gastrointestinaltrakt mechanisch gereinigt werden. Die notwendige Menge bis zur suffizienten Reinigung betägt 3–4 l (250 ml alle 10–15 min), die Zusammensetzung verhindert weitgehend eine Resorption der Lösung.
Die hohe Trinkmenge und die Nebenwirkungen bedingen eine schlechte Compliance der Patienten (Ferguson u.a., 2002). Die Darmvorbereitung mit PEG-Lösung steht unter Verdacht, das Risiko der Anastomoseninsuffizienz bei kolorektaler Chirurgie zu erhöhen (Slim u.a., 2004) und sollte nur noch in Ausnahmefällen angewendet werden.
bekannte Unverträglichkeit, Ileus, Darmstenosen, Verdacht auf Darmperforation, akute Kolitis, toxisches Megakolon, chron. entzündliche Darmerkrankungen, Entleerungsstörungen des Magens, verminderte Schluckreflexe, Herzinsuffizienz, Kinder.
Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl. Sehr selten Herzrhythmusstörungen, Lungenödem. Bei hoher Dosierung Entgleisung der Elektrolyte und des Säure-Basen-Haushalts.
| Endokarditisprophylaxe | Inhalt | perioperative Ernährung |
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Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de
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