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Zusammenfassende Literatur Enuresis: (Hjalmas u.a., 2004) (Palmtag, 1999) (Schultz-Lampel und Thüroff, 2000).
ab dem Alter von 7 Jahren beginnt die Enuresis soziale Probleme hervorzurufen, da die Eltern, die Freunde aber auch das Kind die Trockenheit wünschen und erwarten.
die Basis der Enuresistherapie ist die sogenannte Urotherapie. Zeigt diese keinen Erfolg, so kann mit Hilfe der Kombination der Urotherapie mit Medikamenten oder weiterer Therapieformen ein Erfolg erreicht werden [siehe Flussdiagramm Enuresis].
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die Basis der Enuresistherapie ist die Anleitung des Kindes zu einem geregelten Trink- und Miktionsverhalten. Miktion und regelmäßiges Trinken alle 2–2,5 h sind mit Hilfe eines Miktionstagebuchs zu planen und mit Hilfe eines Weckers zu erinnern. Die Trinkmenge beträgt über den Tag etwa 50 ml/kgKG, bis 17 Uhr sollte die größte Menge getrunken sein. 1 h vor dem Schlafen sollte nichts mehr getrunken werden.
Weitere Maßnahmen der Verhaltenstherapie sind das Trainieren einer entspannten Sitzhaltung auf der Toilette, ein Belohnungssystem für trockene Nächte, eigenverantwortliche Kontrolle der Therapie durch ein Miktions- und Trinktagebuch. Mit Hilfe eines Weckers kann sich das Kind in der Nacht wecken und selbstständig vor dem Einnässen die Harnblase entleeren.
Die Verhaltenstherapie ("Urotherapie") ist aufgrund der Einfachheit Mittel der ersten Wahl. Wenn die Urotherapie alleine nicht zu trockenen Nächten führt, werden gute Ergebnisse vor allem durch die Kombination mit Medikamenten und/oder der Alarmtherapie berichtet.
Vasopressin-Analoga (Desmopressin), Anticholinergika und trizyklische Antidepressiva werden zur Therapie der Enuresis verwendet. Problematisch ist die hohe Rezidivquote nach Absetzen der Medikation, die Möglichkeit von Nebenwirkungen und das Vorhandensein von besseren, nicht-medikamentösen Alternativen.
ein Analogon des Vasopressins, reduziert die nächtliche Urinmenge und damit die Häufigkeit der Enuresis. Eine Wirkung auf die glatte Muskulatur oder den Blutdruck (wie von Vasopressin) besteht nicht.
Die Wirksamkeit von mindestens 50 % und die fast nebenwirkungsfreie Therapie ist durch viele randomisierte Studien und Metaanalysen gesichert. Problematisch ist das hoch-wahrscheinliche Rezidiv nach Beendigung der Medikation (50–90 %).
Dosierung: zunächst 200 μg p.o. 0–0–1 über 2 Wochen. Nur bei fehlendem Effekt Erhöhung auf 400 μg p.o. 0–0–1 für 2 Wochen. Bei erfolgreicher Therapie Fortsetzung der Desmopressin-Therapie für 8 Wochen. Ausschleichen der Desmopressin-Gaben über 6 Wochen (2 Wochen jeden zweiten Tag, 2 Wochen 2×/Woche, 2 Wochen 1×/Woche). Die Dosisreduktion wird nur dann fortgesetzt, wenn das Kind trocken bleibt.
Nebenwirkungen: Hyponatriämie mit Krampfanfällen bei zu hoher nächtlicher Flüssigkeitszufuhr unter nasaler Applikation wurden beschrieben. Das Risiko ist bei der oralen Gabe und Beachtung der Trinkvorschriften gering.
führt zu einer Erhöhung der funktionellen Harnblasenkapazität und inhibiert autonome Detrusorkontraktionen. Indiziert bei klinischem oder urodynamischem Nachweis der verminderten funktionellen Harnblasenkapazität oder der instabilen Harnblase. Die Wahrscheinlichkeit der Wirksamkeit ist nach einer erfolglosen Desmopressin-Therapie höher.
Dosierung: z. B. Propiverin täglich 0,8 mg/kgKG in 2–3 Einzeldosierungen. Nach 8 Wochen Ausschleichen der Therapie um 5 mg/Woche. Therapiealternativen mit höherer Wirksamkeit und stärkeren Nebenwirkungen sind Trospium und Oxybutinin. Pharmakologie und Nebenwirkungen siehe auch Kapitel Medikamente/Anticholinergika.
durch die Nebenwirkungen sind trizyklische Antidepressiva Therapeutika der dritten Wahl. Der Wirkungsmechanismus beinhaltet den anticholinergen Effekt der Antidepressiva, einen antidiuretischen Effekt und auch eine Wirkung auf andere Transmittersysteme. Die Heilung der Enuresis ist in ungefähr 20–45 % zu erwarten, zusätzlich eine Verbesserung in 15 % der Fälle.
Problematisch sind die Nebenwirkungen: Schlafstörung, Nervosität, Appetitstörung, Übelkeit und Erbrechen, Vergiftung, Kardiotoxizität, das hoch-wahrscheinliche Rezidiv nach Beendigung der Therapie und die geringe therapeutische Breite.
Dosierung von Imipramin bei Kindern 25–50 mg (1,5 mg/kgKG) 0–0–1.
eine effektive Therapie der Enuresis besteht in der Alarm-Therapie, einer speziellen Windeleinlage mit Feuchtigkeitssensor, welche das Kind beim Einnässen weckt. Die restliche Miktion erfolgt dann auf der Toilette. Durch eine klassische Konditionierung wacht das Kind im Verlauf der Therapie vor dem Einnässen auf und miktioniert auf der Toilette. Das Ansprechen der Therapie kann nach 12–16 Wochen abgeschätzt werden.
Durch das "Overlearning" kann der Therapieerfolg gefestigt und ein Rezidiv vermieden werden. Dem Kind werden erhöhte abendliche Trinkmengen angeboten, dass es nachts miktionieren muss.
Die Wirksamkeit und die im Vergleich zu allen anderen Therapieformen niedrige Rezidivrate nach Beendigung der Therapie ist durch viele randomisierte Studien und Metaanalysen belegt. Die Kombination der Alarm-Therapie mit anderen Methoden der Verhaltenstherapie (Harnblasentraining, Beckenbodengymnastik und Motivationstraining) verbessert die Ergebnisse.
Kritiker werfen der Alarm-Therapie eine zu drastische Störung des Schlafverhaltens vor, welche dann zu Konzentrationsschwächen am Tage führen. Die Störung betrifft oft auch alle anderen Familienmitglieder, die Alarmtherapie wird deshalb häufig abgebrochen.
bei V. a. eine habituelle Miktionsstörung kommt die Biofeedback-Therapie zur Anwendung. Bei V. a. funktionelle Harnblasenhalsobstruktion sind Alpha-Blocker eine Option. Bei Verhaltensstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) helfen Psychotherapie und weitere medikamentöse Maßnahmen.
interessante neue Therapieformen wie Akupunktur und Hypnose konnten in prospektiven Studien ihre vergleichbare Wirksamkeit zur medikamentösen Therapie demonstrieren.
| Enuresis 1/2 | Inhalt | Harnblasenkarzinom |
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Dr. med. Dirk Manski
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