Zusammenfassende Literatur Anatomie Nieren: (Benninghoff, 1993).
Paariges bohnen- oder nierenförmiges Organ, eine Niere wiegt zwischen 120 und 200 g. Gliederung in Vorderseite, Hinterseite, Oberpol und Unterpol. Die laterale Fläche ist konvex. Die mediale Fläche ist konkav tief eingezogen (Sinus renalis) und bildet den Hilus der Niere (Nierenhilus); dort treten Ureter, Nierenarterie und Nierenvene an das Organ heran.
Die Nieren besitzen eine derbe Organkapsel (Capsula fibrosa) , welche nach medial dem Parenchym folgen und nicht den Hilus umgeben [Abb. 2.1].
Die Nieren sind von einer Fettschicht umgeben (Capsula adiposa). Diese Fettkapsel wird von einer bindegewebigen Hülle umgeben, der Gerotafaszie (Fascia renalis). Die Gerotafaszie umhüllt die Nieren samt Fettkapsel und die Nebennieren, nach kranial und lateral geht das vordere Blatt in das hintere über und bildet einen Abschluss (Nierenloge). Nach medial und kaudal gibt es keine Verbindung zwischen vorderem und hinterem Blatt der Gerotafaszie, der Faszienraum ist offen. Das vordere Blatt der Gerotafaszie liegt unmittelbar unter dem Peritoneum parietale.
Retroperitoneale Lage der Nieren rechts und links neben der Wirbelsäule unterhalb des Zwerchfells.
Normallage: Linke Niere auf der Höhe der 11. Rippe bis 3. Lendenwirbelkörper. Die rechte Niere steht etwas tiefer (12. Rippe bis Unterkante 3. LWK).
Im Längsschnitt sind die einzelnen funktionellen Einheiten der Nieren erkennbar [Abb. 2.2]. Die Nieren bestehen beidseits aus ungefähr 14 Lobuli renales. Jeder Lobus renalis drainiert mit seinen Sammelrohren in einen Calix (Kelch), die Sammelrohre bilden die Papille aus. Jede Niere hat 7-9 Kelche. Neben den Papillen befinden sich die Columnae renales (Bertini’sche Säulen), sie bestehen aus Rindenanteilen von zwei benachbarten Lobuli renalis, welche sich in den Nierensinus ausgedehnt haben.
Im Prinzip sind die menschlichen Nieren eine Verschmelzung von ungefähr 14 Einzelnieren, bei anderen Spezies ist die morphologische Trennung der Einzelnieren noch deutlicher erkennbar (Renkulierung). Als morphologische Variante ist diese Renkulierung als Ren lobatus bei manchen Menschen ebenfalls erkennbar.
Der Urin gelangt vom Kelch über den Kelchhals in das Nierenbecken, von dort in den Harnleiter.
Die Nieren werden über parietale Äste der Aorta versorgt. Die Gefäßversorgung unterliegt häufig Variationen.
die Arterien der Nieren entspringen aus der Aorta. Die rechte Arterie zieht unter der V. cava zur rechten Niere. Beide Nierenarterien liegen unter den zugehörigen Nierenvenen.
die Venen der Nieren drainieren in die V. cava inf. Die linke Nierenvene ist länger und zieht über die Aorta unterhalb der A. mesenterica superior in die V. cava.
die linke Niere drainiert in die paraaortalen, die rechte Niere in die paracavalen und interaortokavalen Lymphknoten.
Die kraniokaudale Ausdehnung der Lymphknoten reicht von der A. mesenterica inf. bis zum Zwerchfell.
der Plexus renalis liegt um die A. renalis und enthält v. a. postganglionäre Fasern aus dem Sympathikus (Th10 bis L2). Mit den Arterienaufzweigungen gelangen die Nerven in die Nieren und regulieren den Gefäßtonus und die Ausschüttung von Renin.
Die Nierenfunktion nach kompletter Durchtrennung der Innervation (nach Transplantation) ist gut, da die wichtigsten Funktionen durch Hormone reguliert werden.
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Dr. med. Dirk Manski
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