Dr. med. Dirk Manski

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Induratio penis plastica (IPP): Penisverkrümmung (1/2)


Zusammenfassende Literatur Induratio penis plastica: (Gholami u.a., 2003) (Hauck u.a., 2006) (Tunuguntla, 2001). EAU Leitlinie: Hatzimouratidis u.a., 2016.

Definition der Induratio penis plastica (IPP)

Erworbene Penisdeviation unter Ausbildung von fibrösen Plaques in der Tunica albuginea der Schwellkörper (Morbus Peyronie).

Epidemiologie der IPP

Steigende Prävalenz mit dem Alter: 30–39 Jahre (1,5 %), 40–59 Jahre (3 %), 60–69 Jahre (4 %) und über 70 Jahre (6,5 %). Die symptomatische Prävalenz beträgt ungefähr 1 %. Die Prävalenz der IPP in der Autopsie ist weitaus höher, bis zu 20  % asymptomatische penile Indurationen.

Ätiologie der Induratio penis plastica

Mikrotraumata und IPP:

Das Mikrotrauma des Penis ist ein Risikofaktor, damit auch häufiger und heftiger GV mit entsprechenden Stellungen. Die Manifestation der IPP bedeutet eine pathologische Form der Wundheilung.

Die Tunica albuginea der Schwellkörper besteht aus zwei Schichten (äußere longitudinale und innere zirkuläre Schicht). Durch traumatische Vorgänge können diese zwei Schichten voneinander getrennt werden, die Prädilektionsstelle ist der Ansatz des Septums am Corpus cavernosum. Die Delamination der Tunica albuginea führt zur Blutung, Fibrinbildung und Makrophageninvasion. In der Folge entsteht eine fibrotische Entzündungsreaktion, welche sich durch Mediatoren (z.B. TGF-β) selbst unterhält.


Abbildung Pathogenese der Induratio penis plastica durch Mikrotraumata

Pathogenese der Induratio penis plastica: die Tunica albuginea der Schwellkörper besteht aus zwei Schichten (A). Mikrotraumatata führen zu einer Trennung der äußeren und inneren Schicht, in der Folge einsteht nach einer Einblutung eine fibrotische Entzündungsreaktion (B).


IPP-assoziierte Erkrankungen:

folgende Erkrankungen gehen gehäuft mit der IPP einher: Morbus Dupuytren (30–40 %), Morbus Ledderhose (plantare Form des Dupuytren), Leberzirrhose, rheumatische Erkrankungen, Tympanosklerose, Penis- oder Harnröhrentrauma, Urethritis, Diabetes mellitus, Morbus Paget, Therapie mit β-Blocker (fraglich).

Ursachen der erektilen Dysfunktion mit IPP:

die IPP-Plaques zerstören die Elastizität der Tunica albuginea und führen dadurch zu einer venösen Insuffizienz. Eine starke Verkrümmung stellt ein mechanisches Hindernis für den Geschlechtsverkehr dar und belastet den Patienten psychologisch. Zirkuläre Plaques können eine Instabilität des Penis bewirken.

Pathologie der Induratio penis plastica

In den Plaques der IPP finden sich Fibrinogenablagerungen, welche normalerweise im Narbengewebe der Tunica albuginea nicht zu finden sind. Weiterhin bestehen die Plaques aus dichtem kollagenartigem Bindegewebe mit reduziertem und fragmentiertem Anteil an Elastin. Die Expression von TGF-β ist erhöht. Um die benachbarten Gefäße sind Lymphozyteninfiltrate zu beobachten. In 30 % bestehen dystrophe Kalzifizierungen der Plaques.

Klinik der Induratio penis plastica

IPP – eine zweiphasige Erkrankung:

zunächst aktive Krankheitsphase mit schmerzhafter Erektion und zunehmender Deviation. Gefolgt von stabiler Krankheitsphase mit statischer Deviation und ED.

Deviation des Penis:

Verkrümmung oft nach dorsal oder lateral, manchmal den GV verhindernd. Die Verkrümmung geht oft mit einer Penisverkürzung einher.

Tastbare Plaques:

die Plaques der IPP liegen meist auf der konkaven Seite der Deviation in der Tunica albuginea der Schwellkörper.

Schmerzen bei der Erektion:

typisch zu Beginn der Erkrankung, spontane Besserung meist innerhalb von 6 Monaten.

Erektile Dysfunktion:

Die erektile Dysfunktion zeigt eine zunehmende Prävalenz bei fortschreitender Erkrankung.

Natürlicher Verlauf der der Induratio penis plastica:

in bis zu 15 % ist eine spontane Rückbildung der Erkrankung möglich, bei 40 % bleibt die Erkrankung stabil. Folgende Faktoren machen eine spontane Rückbildung unwahrscheinlich: Deviation über 45 Grad, Krankheitsverlauf über 2 Jahre, Plaque-Kalzifizierung oder Morbus Dupuytren.







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Literatur Induratio penis plastica

Gholami u.a. 2003 GHOLAMI, S. S. ; GONZALEZ-CADAVID, N. F. ; LIN, C. S. ; RAJFER, J. ; LUE, T. F.:
Peyronie’s disease: a review.
In: J Urol
169 (2003), Nr. 4, S. 1234–41

Hauck, E. W. u. a. (2006). A critical analysis of nonsurgical treatment of Peyronie’s disease. In: Eur Urol 49, S. 987–997.


Nesbit 1965 NESBIT, R. M.:
Congenital Curvature of the Phallus: Report of Three Cases with Description of Corrective Operation.
In: J Urol
93 (1965), S. 230–2

Tunuguntla 2001 TUNUGUNTLA, H. S.:
Management of Peyronie’s disease-a review.
In: World J Urol
19 (2001), Nr. 4, S. 244–50

Yachia 1990 YACHIA, D.:
Modified corporoplasty for the treatment of penile curvature.
In: J Urol
143 (1990), Nr. 1, S. 80–2







 

  English Version: Peyronie's disease: Epidemiology and causes