Dr. med. Dirk Manski

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Syphilis (Lues) (2/2): Diagnose und Therapie


Zusammenfassende Literatur Syphilis (Lues): (Golden u.a., 2003) (Parkes u.a., 2004) (Schneede u.a., 2003) (Zeltser und Kurban, 2004).

Diagnostik der Lues (Syphilis)

Mikroskopischer Erregernachweis:

in Hautläsionen der Syphilis (Stadium I+II) gelingt mit Dunkelfeldtechnik oder durch Immunhistochemie der Spirochätennachweis. Im Nativpräparat können korkenzieherartige Bewegungen gesehen werden. Falsch-positive Ergebnisse sind durch nicht pathologische Spirochäten möglich, die Sensitivität der Mikroskopie ist hoch.

Serologie der Syphilis (Lues):

der spezifische Krankheitsnachweis gelingt mit Treponema pallidum hemagglutination Test (TPHA) und Fluorescent treponemal antibody absorption test (FTA-Abs), die Krankheitsaktivität wird mit dem Venereal Disease Research Laboratory (VDRL)-Test oder Rapid plasma reagin (RPR)-Test gemessen:

TPHA:

Treponema pallidum Hämagglutinationstest. Spezifischer Syphilis-Nachweis: Hämagglutination durch an Erythrozyten gebundene Treponemen.

FTA-Abs:

fluorescent treponemal antibody absorption test. Spezifischer Syphilis-Nachweis: am Objektträger fixierte Treponemen werden mit Probandenserum inkubiert, danach werden die Antikörper mit fluoreszierenden Antihumanglobulinserum detektiert.

VDRL:

lipidspezifischer Antikörper, Venereal Disease Research Laboratory. Unspezifischer Test für die Krankheitsaktivität der Syphilis. Ein vierfacher Titeranstieg zeigt eine Reinfektion oder eine ineffektive Therapie an.

RPR:

Rapid plasma reagin, Screening Test für Syphilis. RPR detektiert Reagin, einen Antikörper im Serum bei Syphilis oder anderen Treponema-Erkrankungen.

Weitere Diagnostik:

ein HIV-Test und weitere Untersuchungen für Geschlechtserkrankungen sind sinnvoll. Eine genaue Partneranamnese und Untersuchung aller Sexualpartner sind notwendig.
Partneruntersuchung:

eine genaue Partneranamnese und Untersuchung aller Sexualpartner ist notwendig.

Meldepflicht:

nach dem seit 2001 gültigem Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ist der Erregernachweis von Treponema pallidum meldepflichtig (nicht namentlich).

Therapie der Syphilis (Lues)

Die Behandlungsempfehlungen (CDC 2002) (RKI 2010) differenzieren zwischen einer Frühsyphilis (Primäre Syphilis, sekundäre Syphilis und frühe latente Syphilis) und einer Spätsyphilis (späte latente Syphilis und tertiäre Syphilis).

Behandlung der Frühsyphilis:

1. Wahl: Benzathine Penicillin G 2,4 Million IU i.m. einmalig. Alternative Therapie bei Allergie: Ceftriaxon 2 g i.m. oder i.v. über 14 d, Doxycyclin 100 mg p.o. 1–0–1 über 14 d oder Azithromycin 2 g p.o. einmalig.

Behandlung der Spätsyphilis:

1. Wahl: Benzathine Penicillin G 2,4 Million IU i.m. am Tag 1, 8 und 15 (drei Gaben in 2 Wochen). Neurosyphilis wird mit intravenösem Penicillin G 3–4 Mio IU alle 4 h über 14 Tage behandelt. Alternative Therapie bei Allergien: Ceftriaxon 2 g i.m. or i.v. über 14 d.

Behandlung der Lues connata:

Die vertikale Transmission zwischen Mutter und Kind kann zuverlässig verhindert werden, wenn die rechtzeitige Diagnose eine Therapie vor der 16. Schwangerschaftswoche ermöglicht. Die Schwangere sollte mit Benzathine Penicillin G behandelt werden, siehe o.g. Empfehlungen für die Behandlung der Früh- oder Spätsyphilis. Säuglinge oder Kinder mit Lues connata werden mit Procain Penicillin behandelt: 50 000 IU/kg i.m. einmal täglich über 10 Tage.

Jarisch-Herxheimer-Reaktion:

Endotoxinschock durch plötzlichen Erregerzerfall nach antibiotischer Therapie. Symptome: Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen. Symptomatische Therapie je nach Schweregrad mit Glukokorticoiden.

Prophylaxe:

Benutzung von Kondomen, Antibiotikaprophylaxe mit monatlichen Azithromycin-Gaben bei Risikogruppen, sexuelle Enthaltsamkeit.





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Literatur Syphilis (Lues)

Center for Disease Control and Prevention.:
Sexually transmitted diseases treatment guidelines 2006.
in: MMWR
2006; 55 (No. RR-11): 1–93.

Golden u.a. 2003 GOLDEN, M. R. ; MARRA, C. M. ; HOLMES, K. K.:
Update on syphilis: resurgence of an old problem.
In: Jama
290 (2003), Nr. 11, S. 1510–4

Parkes u.a. 2004 PARKES, R. ; RENTON, A. ; MEHEUS, A. ; LAUKAMM-JOSTEN, U.:
Review of current evidence and comparison of guidelines for effective syphilis treatment in Europe.
In: Int J STD AIDS
15 (2004), Nr. 2, S. 73–88

Schneede u.a. 2003 SCHNEEDE, P. ; TENKE, P. ; HOFSTETTER, A. G.:
Sexually transmitted diseases (STDs)-a synoptic overview for urologists.
In: Eur Urol
44 (2003), Nr. 1, S. 1–7

Zeltser und Kurban 2004 ZELTSER, R. ; KURBAN, A. K.:
Syphilis.
In: Clin Dermatol
22 (2004), Nr. 6, S. 461–8







 




  English Version: Treatment of Syphilis