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Zusammenfassende Literatur: (Kuehn und Walz, 2007)
Häufige autosomal dominant vererbte zystische Nierenerkrankung mit Ausbildung einer terminalen Niereninsuffizienz im Erwachsenenalter.
Bisher sind verschiedene Mutationen von zwei Genen bekannt: in 85–90% ist PKD1 (Chromosom 16, kodiert Polycystin-1) betroffen, in 10–15% PKD2 (Chromosom 4, kodiert Polycystin-2). PKD2-Mutationen verursachen typischerweise einen milderen Krankheitsverlauf (späterer Beginn, langsamere Progression). Autosomal dominante Vererbung mit fast 100% Penetranz ist typisch, so dass 50% der Kinder von betroffenen Patienten die Erkrankungen vererbt bekommen. Die Erkrankung entsteht gemäß der Knudson-Theorie der zwei Treffer: ein erkranktes Gen wird vererbt, das zweite Gen wird durch eine spontane Mutation verändert und erklärt die lange symptomfreie Latenz bis zum Erkrankungsbeginn.
Polycystin-1 und Polycystin-2 erfüllen wichtige Aufgaben in der Signaltransduktion und in der Ausbildung des Primärziliums der Tubulusepithelzelle. Eine Störung führt zu einer Störung der Zellpolarität, Proliferation des Tubulusepithels und zur Ausbildung von Zysten; jeder Nephronabschnitt kann betroffen sein. Ähnliche Mechanismen schädigen die Blutgefäße und andere Organsysteme.
Sehr stark vergrößerte Nieren, welche komplett von Zysten durchzogen werden [Abb. polyzystische Niere]. Wenige millimeter- bis zentimetergroße Zysten, welche Kontakt zum Nephron aufweisen. Die Epithelauskleidung entspricht dem Ursprung der Zyste.
Zysten bilden sich auch in anderen Organsystemen aus (siehe Klinik) [Abb. Leberzysten].
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Nierenzysten bei der autosomal dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD): Beidseitiges Organpräparat der Nieren bei ADPKD: stark vergrößerte Nieren, welche komplett von Zysten durchzogen werden. Abbildung von Dr. Edwin P. Ewing, Jr. Public Health Image Library, Center for Disease Control and Prevention, USA, www.cdc.gov. |
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Leberzysten bei der autosomal dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD): Multiple Leberzysten bei ADPKD. Abbildung von Dr. Edwin P. Ewing, Jr. Public Health Image Library, Center for Disease Control and Prevention, USA, www.cdc.gov. |
30. bis 50. Lebensjahr. Durch US- und Genscreening sinkt das Alter für die Erstdiagnose. Selten Erkrankungsbeginn im Säuglingsalter.
Hämaturie (50 %), Flankenschmerzen, Nephrolithiasis, GI-Symptome (Verdrängung durch die Nieren), art. Hypertonus (80 %).
Niereninsuffizienz i. d. R. nicht vor dem 40. Lebensjahr.
Zysten in Leber, Pankreas, Milz und Lunge. Aneurysma der Hirnarterien. Kolondivertikel. Mitralklappenprolaps.
Nachweis der o.g. Gendefekte. Bestimmung von Kreatinin.
junge Erwachsene
Nachweis von Organzysten (s. o.), evtl. kraniellesCT zur Risikoabschätzung der Hirnaneurysmen.
im Nephrogramm ,,Schweizer Käse``-Aspekt und Kelchverdrängung durch Zysten [Abb. 2.9].
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das Risiko der Erkrankung beträgt für Kinder von Betroffenen 50 %. Eine genetische Evaluierung, Sonographie und Beratung der Kinder des Patienten sollten angeboten werden.
Marsupilation von Zysten (bilateral laparoskopisch oder konventionell), alternativ Zystenpunktion und Sklerosierung. Umstrittene Therapieoptionen.
perkutane Punktion und Drainage, nach Abheilung Sklerosierung.
Medikamentöse Blockierung der Tubulusepithelproliferation durch Inhibitoren der Signaltransduktion, die Progression der Niereninsuffizienz konnte nicht verlangsamt werden [Walz u.a., 2010].
die ADPKD führt zur Dialyse bei 2 % der 40–jährigen, 23 % der 50–jährigen und 48 % der 73-jährigen betroffenen Patienten.
9 % sterben an einer Subarachnoidalblutung (Aneurysmablutung). Zusätzlich sind Hirnblutungen aufgrund einer malignen Hypertonie möglich.
Insgesamt verbesserte Prognose aufgrund besserer Therapieoptionen der Komplikationen (Harnwegsinfektion, Nephrolithiasis, Hypertonus).
| ARPKD | Inhalt | Nephronophthisis |
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English Version: autosomal dominant polycystic kidney disease
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Dr. med. Dirk Manski
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