Dr. med. Dirk Manski

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Dosierung und Nebenwirkungen der PEB-Chemotherapie bei Hodentumoren

Indikationen zur PEB-Chemotherapie:

PEB ist eine Kombinations-Chemotherapie zur Behandlung von Keimzelltumoren des Hodens oder extragonadaler Keimzelltumoren mit Cisplatin (P), Etoposid (E) und Bleomycin (B).

PEB-Chemotherapieplan:

1 Zyklus PEB (Zyklusdauer 21 Tage). Dosierung siehe Tab. PEB-Chemotherapie.


Chemotherapieplan für PEB-Chemotherapie: modifiziert nach Berger, Engelhardt und Mertelsmann (2008). Die Zeit beginnt mit der Cisplatin-Gabe (=0 h).
Tag Zeit Substanz Einzeldosis Volumen Appl.
1–5 0–24 h NaCl 0,9 % 3000 ml i. v.
1 −1 h Aprepitant 125 mg   p.o.
1 −1 h Dexamethason 12 mg   p.o.
1–5 −0,5 h Granisetron 1 mg   i.v.
1–5 −0,5–0 h Mannitol 10 % 250 ml i. v.
1 −10–0 min Bleomycin 30 mg Bolus i. v.
1–5 0–0,5 h Cisplatin 20 mg/m2 250 ml i. v.
1–5 0,5–1 h Etoposid 100 mg/m2 250 ml i. v.
1–5 5–5,5 h Mannitol 10 % 250 ml i. v.
2–8 morgens Aprepitant 80 mg   p.o.
2–8 morgens Dexamethason 8 mg   p.o.
1–8 abends Certoparin 3000 IE   s. c.
8, 15   Bleomycin 30 mg Bolus i. v.

Prinzipien der Chemotherapie:

Die Chemotherapie sollte ohne Dosisreduktion und ohne Zeitverzögerung (Zyklusdauer 21 Tage) verabreicht werden. Fieber, eine Neutropenie unter 500/μl oder Thrombozytopenie unter 100 000/μl sind seltene Gründe, die Chemotherapie um maximal drei Tage zu verschieben.

Die Tumormarker werden vor Beginn jedes Zyklus bestimmt. Bei unzureichendem Ansprechen der Tumormarker oder nach Abschluss der Chemotherapie wird ein Restaging durchgeführt. Bei hoher Tumorlast und geplanten vier Zyklen Chemotherapie wird ein Restaging nach dem zweiten Zyklus PEB durchgeführt. Bei unzureichendem Ansprechen (Tumormarkerverlauf, Bildgebung) sind weitere Therapiezyklen, Resttumorresektion (RLA) oder eine Hochdosischemotherapie notwendig. Die Hochdosischemotherapie sollte in speziellen Zentren im Rahmen von Studien durchgeführt werden.

Supportivtherapie:

Bedarfsmedikation gegen Übelkeit und Erbrechen: bei Früherbrechen Metoclopramid oder Granisetron p.o. oder i.v., bei Späterbrechen Dexamethason p.o, siehe auch Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie. Bei Neutropenie (<1000/μl neutrophile Granulozyten) Gabe von G-CSF an chemotherapiefreien Tagen, damit die Chemotherapie zeitgerecht verabreicht werden kann. Substitution von Elektrolyten je nach Laborwerten. Thromboembolieprophaylaxe mit niedermolekularen Heparin während der Chemotherapie.

Kontrollen vor und während der Therapie:

Vor dem ersten Zyklus Audiometrie, Spirometrie, EKG und Kreatinin-Clearance als Ausgangsbefund, Wiederholung bei Auffälligkeiten im Verlauf. Vor jedem Zyklus Tumormarker, Spirometrie, EKG und Körpergewicht. Engmaschige Kontrolle der Elektrolyte mit Calcium un Magnesium, Leberwerte, Kreatinin mit errechneter Kreatinin-Clearance und (Differential)-Blutbild. Pulmonale Nebenwirkungen oder das Erreichen der Bleomycin-Maximaldosis macht einen Wechsel auf das PE- oder PEI-Schema notwendig (Cisplatin, Etoposid und Ifosfamid).






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