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Von Dirk Manski

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Penisfraktur: Schwellkörperruptur oder Penisbruch

Definition der Penisfraktur

Die Penisfraktur ist eine Ruptur der Corpora cavernosa während der Erektion durch ein Biegetrauma (Penisbruch oder Schwellkörperbruch).



Epidemiologie des Penisbruchs

Selten, die Inzidenz liegt in westlichen Kollektiven ungefähr bei 1 Fall pro 100.000 Männer pro Jahr. Deutlich höhere Fallzahlen werden aus Regionen mit häufiger forcierter manueller Detumeszenz berichtet.

Ätiologie (Ursachen) der Penisfraktur

Die Penisfraktur entsteht meist durch ein Biegetrauma während des Geschlechtsverkehrs, insbesondere beim Herausrutschen des Penis aus der Vagina. Weiterhin entstehen Penisfrakturen durch Masturbationspraktiken mit Verbiegung des Penisschafts oder forcierter manueller Detumeszenz (kurdisch/persisch: taghaandan).

Klinik des Penisbruchs

Biegetrauma des erigierten Penis, häufig wird ein knackendes Geräusch berichtet. Typisch sind Schmerzen, sofortige Detumeszens und Ausbildung eines massiven Penishämatoms [Abb. Untersuchungsbefund nach Penisfraktur]. Ein Defekt in der Tunica albuginea kann tastbar sein, typischerweise zeigt der Penis eine Deviation zur nicht-rupturierten Seite. Blutaustritt aus dem Meatus sind ein Hinweis für eine begleitende Harnröhrenverletzung.

Komplikationen durch den Penisbruch

Penisdeviation, erektile Dysfunktion, Harnröhrenverletzung, Harnröhrenstriktur.

Diagnostik der Penisfraktur

Das typische klinische Bild rechtfertigt die Freilegung der Schwellkörper ohne weitere Diagnostik.

Penissonographie:

Die Sonographie des Penis kann den Defekt der Tunica albuginea und das Hämatom darstellen, ist jedoch untersucherabhängig und für eine sichere Ausschlussdiagnose weniger zuverlässig als die MRT [Abb. Sonographie einer Penisfraktur].


Sonographie einer Penisfraktur (links quer und rechts im Verlauf des Penisschafts): in zwei Ebenen ist die Unterbrechung der Tunica albuginea und die Ausbildung eines Hämatoms durch den Penisbruch zu erkennen.
Abbildung Sonographie einer Penisfraktur

MRT:

Das MRT ist bei unklarem klinischem Befund die zuverlässigste Bildgebung zur Darstellung und Lokalisation der Ruptur der Tunica albuginea.


MRT einer Penisfraktur (links horizontale und rechts frontale Rekonstruktion): zu erkennen ist die Läsion des rechten Corpus cavernosum mit Hämatom. Mit freundlicher Genehmigung, Prof. Dr. K. Bohndorf, Augsburg.
Abbildung MRT einer Penisfraktur

Cavernosographie:

Historisches Verfahren zum Nachweis einer Leckage der Corpora cavernosa.

Differentialdiagnose

Hämatom durch eine Verletzung einer subkutanen Vene oder Penisvene.

Therapie der Penisfraktur

Prophylaktische Antibiotikatherapie:

Wird häufig empfohlen.

Operative Freilegung des Penisschafts:

Die häufig propagierte Notfalloperation ist nicht notwendig, da elektiv operierte Patienten ebenfalls gute Ergebnisse erwarten können (el-Assmy u.a., 2011). Zirkumzidierender Zugang zum Penisschaft bei unsicherer Frakturlokalisation oder direkter seitlicher Zugang zum Penisschaft bei sicherer präoperativer Lokalisation der Rupturstelle. Naht der Penisruptur mit kräftigen monofilen resorbierbaren Fäden, z.B. PDS 2-0. Ggf. Versorgung einer Harnröhrenverletzung und je nach Ausmaß Belassung eines Dauerkatheters für 3–7 Tage. Ein zirkulärer, nicht strangulierender Verband begrenzt die post"=operative Schwellung. Weitere Nachsorge vergleichbar wie nach Nesbit-OP. Sexuelle Karenz für 4–6 Wochen.

Prognose

Die Mehrzahl der Patienten erreicht wieder schmerzfreie Erektionen und Geschlechtsverkehr. Ungünstige Prognosefaktoren sind verzögerte Vorstellung, bilaterale Schwellkörperruptur, begleitende und unzureichend therapierte Harnröhrenverletzung und konservative Therapie trotz Ruptur der Tunica albuginea.





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Literatur

EAU, “EAU Guidelines: Urological Trauma.” [Online]. Available: https://uroweb.org/guidelines/urological-trauma/

el-Assmy, Ahmed; el-Tholoth, Hossam S; Mohsen, Tarek & el-Housseiny I Ibrahiem Does timing of presentation of penile fracture affect outcome of surgical intervention?
Urology, 2011, 77, 1388-1391.



Sawh, S. L.; O'Leary, M. P.; Ferreira, M. D.; Berry, A. M. & Maharaj, D. Fractured penis: a review.
Int J Impot Res, 2008, 20, 366-369



  English Version: penile fracture

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