Dr. med. Dirk Manski

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Katheter und Drainagen: Wunddrainagen (7/7)


Zusammenfassende Literatur: (Treutner et al., 2003) (Fernandez and Jost, 2003).

Grundlagen der Wunddrainagen

Indikationen für Drainagen:

Unterschieden wird die prophylaktische von der therapeutischen Wunddrainage. Die prophylaktische Drainage wird gelegt, um einen potentiellen Wundverhalt oder eine potentielle Blutung zu drainieren. Der generelle Einsatz ist bei zahlreichen elektiven Operationen inzwischen umstritten. Die therapeutische Drainage findet ihre Anwendung bei nachgewiesenem Sekretverhalt zur Entlastung.

Einteilung der Drainagesysteme:

Bei offenen Drainagesystemen wird das Wundsekret direkt in den Wundverband geleitet. Halboffene Systeme drainieren in Auffangbeutel, welche an der Austrittsstelle der Drainage direkt auf der Haut kleben. Geschlossene Drainagen führen das Wundsekret in einen Beutel oder Flasche und sind hygienisch am unbedenklichsten.

Physikalisches Prinzip:

Schwerkraftdrainagen sind flexible Schläuche, welche die Wundhöhle mit Hilfe der Schwerkraft des Sekretes im Schlauch und durch den Überdruck in der Wundhöhle (z.B. Husten) drainieren. Sogdrainagen arbeiten mit Hilfe eines Unterdrucks, welcher in der Sekretflasche besteht oder mit Hilfe einer Pumpe aufgebaut wird. Kapillardrainagen benutzen die Oberflächenspannung des Sekretes, um die Wunde zu drainieren und werden meist als offene Systeme angewendet.

Material der Wunddrainagen:

Drainagen aus Silikon sind weich, flexibel und am meisten biokompatibel. Stabilere Drainagen verwenden Polyurethan oder PVC.

Komplikationen von Wunddrainagen

Insbesondere bei prophylaktischen Wunddrainagen muss der potentielle Nutzen gegen den möglichen Schaden abgewogen werden. Bei vielen elektiven Operationen ist der Verzicht auf eine Drainage möglich, notwendig sind postoperative Sonographiekontrollen und Einlage einer Drainage bei Nachweis einer klinisch signifikanten Flüssigkeitsansammlung.

Infektionen:

Über den Drainagekanal aufsteigende Bakterien können Wundinfektionen und infektiöse Komplikationen des OP-Situs auslösen (Locker et al., 1983) (Monson et al., 1991) (Gurusamy and Samraj, 2007).

Arrosion von Darm oder Gefäßen:

Bei intraabdominellen Drainagen sollten flexible Schwerkraftdrainagen so kurz als möglich verwendet werden, um eine Darm- oder Gefäßarrosion zu vermeiden (Nomura et al., 1998). Gefahr der Bauchdeckenblutung durch eine Gefäßverletzung entlang des Drainagekanals.

Verstopfung der Wunddrainage:

Die Verstopfung der Wunddrainage ist eine mögliche und häufige Ursache für die Entstehung einer Flüssigkeitsansammlung oder Hämatom trotz liegender Drainage. Verstopfte Drainagen können zu einer Fehleinschätzung von Komplikationen aufgrund fehlendem Drainagefluss führen.

Sonstige Komplikationen:

Drainagedislokation in die Bauchhöhle.

Spezielle Wunddrainagen in der Urologie







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Literatur

Baier, P. K., Glück, N. C., Baumgartner, U., Adam, U., Fischer, A., and Hopt, U. T. (2010).
Subcutaneous redon drains do not reduce the incidence of surgical site infections after laparotomy. a randomized controlled trial on 200 patients.
Int J Colorectal Dis.

Fernandez, E. D. and Jost, S. (2003).
Abdominelle drainagen.
Chirurg, 74:91–98.

Gurusamy, K. S. and Samraj, K. (2007).
Routine abdominal drainage for uncomplicated open cholecystectomy.
Cochrane Database Syst Rev, (2):CD006003.

Locker, D., Norwood, S. H., Torma, M. J., and Fontenelle, L. J. (1983).
A prospective randomized study of drained and undrained cholecystectomies.
Am Surg, 49(10):528-30.

Monson, J. R., Guillou, P. J., Keane, F. B., Tanner, W. A., and Brennan, T. G. (1991).
Cholecystectomy is safer without drainage: the results of a prospective, randomized clinical trial.
Surgery, 109(6):740-6.

Nomura, T., Shirai, Y., Okamoto, H., and Hatakeyama, K. (1998).
Bowel perforation caused by silicone drains: a report of two cases.
Surg Today, 28(9):940-942.

Sachedina, N., Santos, R. D. L., Manoharan, M., and Soloway, M. S. (2009).
Total prostatectomy and lymph node dissection may be done safely without pelvic drainage: an extended experience of over 600 cases.
Can J Urol, 16(4):4721–4725.

Treutner, K.-H., Bertram, P., Müller, S. A., and Schumpelick, V. (2003).
[material and structure of drainages].
Chirurg, 74(2):85-90.