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Zusammenfassende Literatur Herpes genitalis: (Kimberlin und Rouse, 2004) (Whitley und Roizman, 2001).
Bläschenbildende Infektion der äußeren Genitale mit Herpes simplex-Virus.
Altersabhängige Zunahme der HSV-2 Prävalenz bei Frauen von 7 % (15–19 LJ) bis 28 % (40–44 LJ). Auch bei HSV-1 existiert eine altersabhängige Zunahme der Prävalenz, mit weitaus größerer Durchseuchung der Bevölkerung: 20 % der unter 5jährigen, 40–60 % der 20–40jährigen. Risikogruppen für die HSV-2 Infektion: junge sexuell aktive Menschen mit häufigem Partnerwechsel, Prostituierte, fehlender Gebrauch von Kondomen, Homosexuelle, Leben in der Stadt.
Herpes simplex Virus Typ 1 (oraler Typ) oder 2 (genitaler Typ), genitale Rezidive werden häufiger durch Typ 2 ausgelöst, Patienten erleiden in 99 % Rezidive.
Familie der Herpesviren, doppelsträngige DNA (84 Proteine), ikosaederförmig. Die DNA wird von einer Proteinhülle (Kapsid) einschlossen, welche von einer Membranhülle (envelope) umgeben wird.
nach Bindung des Virus an Zellmembranrezeptoren der Nervenzelle folgt die Endozytose und die Auflösung der viralen Hülle (envelope). Das Kapsid wird über retrograden Axonfluss in sensiblen Nervenfasern zum Zellkern des Neurons transportiert. In 3 Zyklen (Sofort-, Früh- und Spätproteine) erfolgt die Transkription der viralen Proteine. Nach dem klinischen Krankheitsausbruch verbleibt die HSV-DNA im Neuronzellkern (Latenz), ohne weitere Viren zu produzieren. Nach einer gewissen Zeitspanne entsteht ein weiterer Krankheitsschub. Die Virusausscheidung kann auch asymptomatisch bleiben.
HSV hemmt die Präsentation immunologisch wichtiger Proteinfragmente über die MHC Klasse-1-Proteine. Weiterhin hemmt HSV die Apoptose der Wirtszelle in Reaktion auf die virale Infektion. HSV hemmt die DNA-Transkription, zerstört mRNA und das Splicing der RNA von der Wirtszelle.
durch oral-genitalen oder genitalen Kontakt.
Herpes genitalis ist ein starker Risikofaktor für eine HIV-Infektion.
pathognomonisch sind die Herpesbläschen: gruppierte Bläschen auf erythematösem Grund, welche im Verlauf rupturieren, ein Ulkus ausbilden und innerhalb von 1–4 Wochen ausheilen [Abb. 2.12].
Balanitis, Urethritis oder Vulvovaginitis herpetica, manchmal ohne typische sichtbare Herpesbläschen. Die primären Krankheitssymptome sind ausgeprägter als der sekundär rezidivierende Herpes genitalis und werden durch beide Virustypen induziert. Wenn vor der genitalen Primärmanifestation bereits eine orale HSV-1 Infektion durchgemacht wurde, sind die Symptome geringer.
Selten (1 %) entwickeln Patienten mit primärem Herpes genitalis eine autonome Dysfunktion mit Harnverhalt, Impotenz, Verstopfung und Sensibilitätsstörungen. Manchmal ist eine Katheterisierung über Wochen notwendig.
Eine milde Meningitis ist relativ häufig bei primärem Herpes (13–20 %). Eine seltenere Herpes-Encephalitis hat eine Letalität von 70 %.
Der Herpes neonatorum entwickelt sich nach vaginalen Entbindungen von infizierten Müttern. Klinisch entsteht entweder eine lokale Infektion der Augen oder der Mundhöhle, Infektion innerer Organe (dissemierter Herpes neonatorum oder Herpes generalisatus) oder eine Herpes-Encephalitis entstehen.
wird häufiger durch Typ 2 ausgelöst: unilateral gruppierte Bläschen auf erythematösem Grund. Die Effloreszenzen sind schmerzhaft, es besteht eine Lymphadenopathie. Vor sichtbaren Krankheitsmanifestationen entstehen häufig genitale Parästhesien. Ein Drittel der Patienten entwickelt häufig Rezidive (>6 pro Jahr), während ein Drittel sehr selten Rezidive entwickelt (<1 Rezidiv pro Jahr).
physischer oder emotionaler Stress, Fieber (umgangssprachlich Fieberbläschen), UV-Licht, Verletzungen, lokale Infektionen...
Klinische Diagnose. Nachweis des Virus durch eine Zellkultur oder über PCR aus Bläschen oder Liquor möglich. Weiterhin ist ein serologischer Nachweis der (durchgemachten) HSV-Infektion über Antikörper möglich, über die Krankheitsaktivität kann keine Aussage gemacht werden. Eine genaue Partneranamnese und Untersuchung aller Sexualpartner ist notwendig.
200 mg 1–1–1–1–1 p.o. über 5 Tage, 800 mg 1–1–1 p.o. oder 5 mg/kgKG 1–1–1 i. v. Die intravenöse Gabe erfolgt nur bei schwerem Krankheitsverlauf und bei einer Encephalitis. Die systemische Gabe von Aciclovir lindert die Symptome und beschleunigt die Abheilung der Läsionen, kann aber die Wahrscheinlichkeit des Krankheitsrezidivs nicht beeinflussen. Für eine erfolgreiche antivirale systemische Therapie ist ein sehr früher Therapiebeginn entscheidend.
Bei rezidivierendem Herpes genitalis sollte der Pat. das Medikament zu Hause bereit haben und selbst die Therapie beginnen. Der Therapiebeginn bei Prodromalsymptomen kann den Ausbruch des Krankheitsschubes manchmal verhindern. Bei mehr als 8 Krankheitsschüben pro Jahr ist ggf. eine Aciclovir-Dauertherapie mit 200–400 mg 1–0–1 indiziert. Selbst dann ist eine asymptomatische Virusausscheidung und damit die Infektion des Partners möglich, die Therapie verbessert jedoch die Lebensqualität.
ausgehend von Aciclovir wurden Pro-Drugs wie Famciclovir oder Valaciclovir entwickelt, welche mit höherer Bioverfügbarkeit oral verabreicht werden und im Körper dann in Aciclovir umgewandelt werden. Famciclovir 125 mg 1–0–1 p.o. oder Valaciclovir 1000 mg 1–0–0 oder 500 mg 1–0–1 p.o. reduziert die symptomatische als auch asymptomatische Virenausscheidung.
alternativ zur systemischen Therapie können die genitalen Effloreszenzen mit antiviraler Creme behandelt werden. Die lokale antivirale Therapie hat aber nur einen geringen klinischen Effekt.
Benutzung von Kondomen, sexuelle Enthaltsamkeit insbesondere bei Partnern mit genitalen Läsionen.
Impfungen zeigen im Tierversuch vielversprechende Ergebnisse, manche konnten in klinischen Versuchen bestehen.
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