Zusammenfassende Literatur: (Singer u.a., 2006).
Die Untersuchung der Nieren gelingt in Rückenlage und Inspirationsstellung des Patienten. Bei ungünstigen Schallbedingungen ist eine Schräglagerung hilfreich, dabei wird die zu untersuchende Seite um 30 Grad angehoben.
Jede Niere wird im Längschnitt und Querschnitt durchgemustert. Der Oberpol liegt weiter dorsal als der Unterpol, der Schallkopf muss entsprechend nach dorsal gekippt werden. Als Schallkopf wird ein Sektor- oder Curved-Array-Schallkopf mit 3,5–5 MHz verwendet.
Länge 100–115 mm, Breite 50–70 mm, Tiefe 30–50 mm.
Die Parenchymdicke wird vom konvexen Außenrand bis zur Spitze einer Papille gemessen, der Normwert beträgt 13–18 mm.
Das Nierenvolumen beträgt 110–200 ml und kann analog nach Formel Restharnmessung berechnet werden:
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das Verhältnis zwischen Parenchymdicke dorsal : zentrales Reflexband : Parenchymdicke ventral beträgt im Querschnitt 1:1:1. Durch zunehmende Organatrophie beträgt der Parenchym-Pyelon-Index im Alter 1:2:1.
bohnenförmige Organform, lateral meist glatte konvexe Organgrenze. Das Nierenparenchym stellt sich homogen hypoechogen dar, manchmal sind die Markpyramiden etwas echoärmer als das übrige Nierenparenchym. Das umliegende Fettgewebe und das Nierenbeckenkelchsystem mit parapelvinem Fettgewebe ist echoreich. Medial des Nierenbeckenkelchsystems sind Anschnitte der großen Gefäße zu entdecken.
Kaum ein Organ hat ein so großes Spektrum an Normvarianten und Fehlbildungen, welche bei der Sonographie Verwirrung stiften können. Tumorartige Raumforderungen müssen mit der Computertomographie abgeklärt werden, häufig können sie dann als harmlos entkräftet werden [Abb. 1.2].
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Abbildung 1.2: Sonographie der Niere: Pseudotumor, welcher im CT einem Parenchymbuckel entsprach. |
V. a. renalen Hypertonus oder Nierenarterienstenose, V. a. Niereninfarkt, Funktionsbeurteilung nach Nierentransplantation.
der Normalwert für die maximale systolische Strömungsgeschwindigkeit (peak systolic velocity PSV oder VPSV) beträgt 80–150 cm/s. Die enddiastolische Strömungsgeschwindigkeit (end-diastolic velocity EDV oder VEDV) beträgt 20–50 cm/s.
Die PSV ist erhöht bei Stenosen der A. renalis. Eine PSV über 180 cm/s und eine EDV über 80 cm/s sprechen für eine Nierenarterienstenose.
der RAQ wird aus der peak systolic velocity (PSV) der Nierenarterie und der Aorta bestimmt (Formel 1.5). Ein Wert über 3,5 spricht für eine Nierenarterienstenose:
| (1.5) |
der RI wird aus der maximalen systolischen Strömungsgeschwindigkeit (peak systolic velocity PSV) (VPSV und der enddiastolischen Strömungsgeschwindigkeit (end-diastolic velocity EDV)(VEDV) nach (Formel 1.4) berechnet. Die Messorte sind entweder die Aa. arcuatae an der corticomedullären Parenchymgrenze oder die Aa. interlobares in den Markpyramiden. Der Normwert für den RI beträgt 0,5–0,7. Ein RI über 0,7 oder eine Seitendifferenz von über 0,1 werden bei Hydronephrose, Transplantatabstoßung oder intrinsischen Nierenerkrankungen beobachtet. Ein RI unter 0,5 spricht für eine Nierenarterienstenose, dies reicht aber nicht als alleiniges diagnostisches Kriterium.
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English Version: Renal ultrasound
Letzte Aktualisierung
Dr. med. Dirk Manski
manski@urologielehrbuch.de