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Darolutamid: Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Dosierung
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Indikationen für Darolutamid
Kastrationssensibles metastasiertes Prostatakarzinom (M1 CSPC) mit hoher Tumorlast:
In randomisierten Studien zeigte die Dreifachkombination aus Androgendeprivationstherapie intensiviert mit Darolutamid und Docetaxel-Chemotherapie Vorteile hinsichtlich Überleben und Krankheitsprogression. Die Tripletherapie in der ARASENS Studie führte zu einem besseren Überleben (HR 0,68) und verlängertem progressionsfreien Überleben verglichen mit Androgendeprivationstherapie und Docetaxel (Smith u.a., 2022a). Die Tripletherapie mit Darolutamid ist in den USA seit 2022 und in Europa seit 2023 zugelassen.
Kastrationssensibles metastasiertes Prostatakarzinom (M1 CSPC):
Die randomisierte Studie ARANOTE (n=669) konnte zeigen, dass die Androgendeprivation kombiniert mit Daralutamid die Krankheitsprogression verlangsamt (HR 0,54) und im Trend das Überleben verbessert (Saad u.a., 2024). Die Vorteile konnten in allen Risikogruppen nachgewiesen werden. Darolutamid ist seit 2025 zur Therapie des hormonsensitiven Prostatakarzinoms in allen Risikogruppen zugelassen.
Kastrationsresistentes nicht-metastasiertes Prostatakarzinom (M0 CRPC):
Darolutamid ist eine Therapieoption bei steigenden PSA-Konzentrationen unter klassischer Androgendeprivationstherapie bei Patienten, bei denen (noch) nicht der Nachweis von Metastasen in der Bildgebung (Szintigraphie, CT) erbracht werden konnte. Die Zulassung ist beschränkt auf Patienten mit hohem Risiko: PSA-Verdopplungszeit unter 10 Monate. In der Zulassungsstudie (ARAMIS) verbesserte die Behandlung mit Darolutamid kombiniert mit der klassischen Androgendeprivationstherapie das metastasenfreie Überleben (40 Monate vs. 18 Monate mit Placebo und Androgendeprivationstherapie), das Gesamtüberleben war im Trend ebenfalls besser (Fizazi u.a., 2019).
Darolutamid ist nicht zugelassen für die Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (M1 CRPC).
Wirkmechanismus von Darolutamid
Darolutamid hemmt auf mehreren Ebenen die Signaltransduktion des Androgenzeptors:
- Bindet an die liganden-bindende Domäne des Androgenrezeptors ohne agonistische Aktivität
- unterbindet die Translokation aktivierter Rezeptoren in den Zellkern
- inhibiert die Bindung des aktivierten Androgenrezeptors an die DNA
Pharmakokinetik
Etwa 60–75% Bioverfügbarkeit bei Einnahme mit den Mahlzeiten, 92% Plasmaproteinbindung, hepatische Metabolisierung von Apalutamid v.a. via CYP3A4, Halbwertszeit 20 h, Ausscheidung inaktiver Metaboliten renal (63%) und über die Fäces.
Nebenwirkungen von Darolutamid
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Müdigkeit (16%), milde Neutropenie oder erhöhte Leberwerte. Erhöhtes kardiovaskuläres Risiko (z.B. Herzinsuffizienz 2% vs. 1%). Im Vergleich zu Apalutamid oder Enzalutamid weniger zentralnervöse Nebenwirkungen wie Stürze, Epilepsie oder Müdigkeit (Halabi u.a., 2021).
Wechselwirkungen
CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin reduzieren die Wirksamkeit, Vorsicht bei CYP3A4-Inhibitoren wie Antimykotika.
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen Darolutamid. Frauen und Kinder.
Dosierung
600 mg Darolutamid (zwei 300 mg Kapseln) p.o. 2-0-2 mit den Mahlzeiten, Tagesdosis 1200 mg. Die zusätzliche Gabe von Prednisolon wird nicht empfohlen. Dosisreduktion auf 300 mg 1-0-1 bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz. Abbruch der Behandlung bei Progress oder Unverträglichkeit.
Präparatenamen
Nubeqa
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Literatur
K. Fizazi et al., “Darolutamide in Nonmetastatic, Castration-Resistant Prostate Cancer.,” NEJM, vol. 380, no. 13, pp. 1235–1246, 2019.
S. Halabi et al., “Indirect Comparison of Darolutamide versus Apalutamide and Enzalutamide for Nonmetastatic Castration-Resistant Prostate Cancer.,” J Urol, vol. 206, no. 2, pp. 298–307, 2021, doi: 10.1097/JU.0000000000001767.
Saad F, Vjaters E, Shore N, Olmos D, Xing N, Pereira de Santana Gomes AJ, Cesar de Andrade Mota A, Salman P, Jievaltas M, Ulys A, Jakubovskis M, Kopyltsov E, Han W, Nevalaita L, Testa I, Le Berre MA, Kuss I, Haresh KP; ARANOTE Study Investigators. Darolutamide in Combination With Androgen-Deprivation Therapy in Patients With Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer From the Phase III ARANOTE Trial. J Clin Oncol. 2024 Dec 20;42(36):4271-4281. doi: 10.1200/JCO-24-01798.
M. R. Smith et al., “Darolutamide and Survival in Metastatic, Hormone-Sensitive Prostate Cancer.,” NEJM, vol. 386, no. 12, pp. 1132–1142, 2022, doi: 10.1056/NEJMoa2119115.
English Version: Darolutamide
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