Dr. med. Dirk Manski

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Apalutamid zur Therapie des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms

Indikationen für Apalutamid

Kastrationsresistentes nicht-metastasiertes Prostatakarzinom (M0 CRPC)

Apalutamid ist eine Therapieoption bei steigenden PSA-Konzentrationen (Verdopplungszeit unter 10 Monate) unter klassischer antiandrogener Therapie bei Patienten, bei denen (noch) nicht der Nachweis von Metastasen in der Bildgebung (Szintigraphie, CT) erbracht werden konnte. In der Zulassungsstudie (SPARTAN) verbesserte die Behandlung mit Apalutamid kombiniert mit der klassischen antiandrogenen Therapie das metastasenfreie Überleben (41 Monate vs. 16 Monate mit Placebo und Hormontherapie). Das Gesamtüberleben war unter Apalutamid verbessert, dies war statistisch jedoch nur ein Trend (Smith, NEJM 2018).

Kastrationsresistentes metastasiertes Prostatakarzinom (M1 CRPC)

Apalutamid ist für die Therapie des M1 CRPC nicht zugelassen.

Kastrationssensibles metastasiertes Prostatakarzinom (CSPC)

Apalutamid ist für die Therapie des CSPC nicht zugelassen.

Wirkmechanismus von Apalutamid

Apalutamid hemmt auf mehreren Ebenen die Signaltransduktion des Androgenzeptors:

Pharmakokinetik

100% Bioverfügbarkeit unabhängig von den Mahlzeiten, 96% Plasmaproteinbindung, hepatische Metabolisierung von Apalutamid v.a. via CYP2C8 und CYP3A4, Halbwertszeit 3 Tage, Ausscheidung inaktiver Metabolite renal (65%) und über die Fäces.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Müdigkeit (30%) und Hautausschlag (24% alle Schweregrade und 5% Grad 3 oder 4). Bei über 80% der Patienten besserte sich das Exanthem durch Dosisreduktion, systemische Kortikoide oder Pausierung der Medikation (siehe unter Dosierung). Weiterhin Gewichtsverlust (16%), Arthralgie (16%), erhöhte Gefahr von Sturz mit Frakturen (12%), Hypothyreose (8%), Epilepsie (<1%).

Wechselwirkungen von Apalutamid

Apalutamid ist ein potenter Enzyminduktor, daher ist Vorsicht bei zahlreichen Medikamentengruppen wie Antiepileptika oder oraler Antikoagulation geboten.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen Apalutamid, Epilepsie, schwere Leberinsuffizienz, Frauen und Kinder.

Dosierung

240 mg Apalutamid (vier 60 mg Kapseln) p.o. einmal täglich. Die zusätzliche Gabe von Prednisolon ist nicht notwendig. Bei Exanthem ≥3. Grades sollte die Medikation bis zur Besserung pausiert werden, ggf. zusätzlich Gabe von Glucokortikoiden lokal oder systemisch. Falls das Exanthem bei erneuter Dosierung von 240 mg rezidiviert, sollte eine Dosisreduktion auf 120–180 mg versucht werden. Abbruch der Behandlung bei Progress oder Unverträglichkeit.

Präparatenamen

Erleada







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Literatur

Smith, M. R.; Saad, F.; Chowdhury, S.; Oudard, S.; Hadaschik, B. A.; Graff, J. N.; Olmos, D.; Mainwaring, P. N.; Lee, J. Y.; Uemura, H.; Lopez-Gitlitz, A.; Trudel, G. C.; Espina, B. M.; Shu, Y.; Park, Y. C.; Rackoff, W. R.; Yu, M. K.; Small, E. J. & Investigators, S.
Apalutamide Treatment and Metastasis-free Survival in Prostate Cancer.
The New England journal of medicine, 2018




  English Version: Apalutamide