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Harnblasentamponade: Ursachen, Diagnose und Therapie
Definition
Eine Harnblasentamponade ist das Ausfüllen der Harnblase mit Blutkoageln infolge einer schweren Hämaturie mit konsekutiver Miktionsbehinderung bis hin zum akuten Harnverhalt.
Ätiologie (Ursachen)
- Häufig iatrogen nach transurethralen Resektionen TURB/TURP.
- Risikofaktoren sind Thrombozytenfunktionsstörungen sowie eine therapeutische Antikoagulation. /li>
- Weitere Ursachen umfassen Tumoren der Nieren, Harnblasenkarzinom oder Prostatakarzinom, benigner Prostatahyperplasie, hämorrhagischer Zystitis, Gefäßerkrankungen und anderen Ursachen einer Hämaturie.
Symptome (Klinik)
Leitsymptome sind starke Unterbauchschmerzen infolge der akuten Blasenüberdehnung, schmerzhafter Harnverhalt, Makrohämaturie mit dem Abgang von Koageln sowie ein reaktiver Harnstau des oberen Harntrakts. Nach tiefer TURB besteht durch die Wandausdünnung ein Perforationsrisiko, bei intakter Harnblase ist dies unwahrscheinlich.
Diagnose
Die Unterbauchsonographie zeigt eine variabel volle Harnblase mit echogenen Koageln [Abb. Sonographie einer Harnblasentamponade]. Eine weitere Bildgebung [Abb. Urogramm bei Makrohämaturie mit Harnblasentamponade] ist bei einer postoperativen Blutungskomplikation nicht notwendig, bei Primärmanifestation erfolgt die Abklärung nach den Algorithmen der Hämaturie. Das Labor umfasst Blutbild, Gerinnungsstatus und ggf. die Bereitstellung von Erythrozytenkonzentraten.
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Therapie
Frische und geringgradige Harnblasentamponaden können mit Hilfe von Kathetern (am besten ein stabiler Einmalkatheter 20–24 CH oder Spülkatheter) durch Aspiration mit der Harnblasenspritze ausgeräumt werden. Dies ist sehr schmerzhaft, auf eine ausreichende Analgesie muss geachtet werden. Nach Ausräumung der Tamponade wird ein Spülkatheter eingelegt und eine Dauerspülung je nach Intensität der Hämaturie durchgeführt.
Bei therapierefraktären oder ausgeprägten Tamponaden mit dem Verdacht auf eine aktive Blutung ist die endoskopische Intervention in Narkose indiziert. Diese umfasst die Evakuation der Koagel über den Schaft des Resektoskops sowie die anschließende Koagulation der Blutungsquelle.
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Literatur
English Version: Diagnosis and treatment of bladder tamponade
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