Dr. med. Dirk Manski

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Harnblasentamponade

Definition

Eine Harnblasentamponade ist das Ausfüllen der Harnblase mit Blutkoageln aufgrund einer schweren Hämaturie mit Behinderung der Miktion und Gefahr eines Harnverhalts.

Ätiologie

Klinik

Miktionsbeschwerden, Passage von Blutkoageln über die Harnröhre, Unterbauchschmerzen, Harnverhalt, Harnstau. Bei fehlender Therapie droht eine Spontanruptur der Harnblase mit Urinextravasat.

Diagnose

Die Unterbauchsonographie zeigt eine variabel volle Harnblase mit echogenen Koageln [Abb. Sonographie einer Harnblasentamponade]. Eine weitere Bildgebung [Abb. Urogramm bei Makrohämaturie mit Harnblasentamponade] ist bei einer postoperativen Blutungskomplikation nicht notwendig, sonst siehe Diagnostik bei Hämaturie. Labor: Blutbild, ggf. Bereitstellung von Erythrozytenkonzentraten.


Harnblasentamponade in der Sonographie (sagittaler Schnitt): relative runde echogene Raumforderung in der vollen Harnblase.
Abbildung Harnblasentamponade in der Sonographie


Harnblasentamponade im Urogramm: große runde Kontrastmittelaussparung in der Harnblase. Mit freundlicher Genehmigung, Prof. Dr. R. Harzmann, Augsburg.
Abbildung Harnblasentamponade im Urogramm

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Therapie

Frische und geringgradige Harnblasentamponaden können mit Hilfe von Kathetern (am besten ein stabiler Einmalkatheter 20–24 CH) durch Aspiration mit der Harnblasenspritze ausgeräumt werden. Dies ist sehr schmerzhaft, auf eine ausreichende Analgesie muss geachtet werden. Nach Ausräumung der Tamponade wird ein Spülkatheter eingelegt und eine Dauerspülung je nach Intensität der Hämaturie durchgeführt.

Bei ausgeprägten Harnblasentamponaden mit V.a. aktiver Blutung ist eine Intervention in Narkose indiziert: Aspiration der Tamponade über den Schaft des Resektoskops, anschließend Resektion oder Koagulation der Blutungsursache.







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Literatur