Dr. med. Dirk Manski

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Leitsymptom Nierentumor: Diagnose und Ursachen

Differentialdiagnose Nierentumor

Die Zusammenstellung ist modifiziert nach (Wein et al., 2007).


Das Onkozytom ist ein gutartiger Nierentumor. Sonographische Darstellung in zwei Ebenen (links) und intraoperativer Befund (rechts).
Abbildung Nierentumor: Sonographie und intraoperativer Befund

Entzündliche Nierentumoren:

Nierenabszess, xanthogranulomatöse Pyelonephritis, infizierte Nierenzyste, Tuberkulose, rheumatische Erkrankungen mit Granulombildung.

Nierentumoren des reifen Nierenparenchyms:

Adenom, Nierenzellkarzinom.

Nierentumoren des unreifen Nierenparenchyms:

Wilms-Tumor, Nierensarkom.

Nierentumoren des Nierenbeckens:

Papillome, Urothelkarzinom des oberen Harntrakts, Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom.

Zystische Nierentumoren:

einfache oder komplizierte Nierenzyste, parapelvine Nierenzysten, benigne multilokuläre Nierenzyste, Kelchdivertikel, zystisches Nephrom, autosomal rezessive polyzystische Nierenerkrankung (ARPKD), autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD), von-Hippel-Lindau-Syndrom, tuberöse Hirnsklerose, Lymphzysten.



Nierentumoren des Gefäßsystems:

Hämangiom, Hamartom, Lymphangiom, Angiomyolipom.

Nierentumoren des Nervensystems:

Neuroblastom, Sympathicoblastom, Schwannom.

Mesenchymale Nierentumoren:

Fibrom, Fibrosarkom, Lipom, Liposarkom, Leiomyom, Leiomyosarkom.

Perirenale Nierentumoren:

retroperitoneale Sarkome und andere mesenchymale Tumoren, Teratom, Neuroblastom, Lymphome, Lymphknotenmetastasen (Hodentumoren).

Nierenmetastasen:

Bronchialkarzinom, Mammakarzinom, gastrointestinale Karzinome, malignes Melanom, Lymphome.

Diagnostischer Gang bei Nierentumoren

Laboruntersuchungen:

Kreatinin, Urinsediment, Blutbild, CRP.

Sonographie:

suspekte Raumforderungen der Niere in der Sonographie erfordern eine Computertomographie, alternativ MRT bei Kontraindikationen zur CT.

Computertomographie:

Das CT-Abdomen ist Mittel der Wahl zur Diagnose bei Verdacht auf Nierentumor. Neben der Diagnose und dem präoperativen Staging kann die Nierenfunktion der Gegenseite eingeschätzt werden.

Magnetresonanztomographie:

Das MRT ist indiziert bei Niereninsuffizienz, Kontraindikation für Kontrastmittel, bei Kindern und Schwangernen, bei zweifelhaften Befunden in der CT, bei V. a. Nachbarorganinfiltration, bei Tumorzapfen in der V. cava.

Nierenfreilegung:

im Zweifel an einer gutartigen Erkrankung nach o.g. Diagnostik sollte eine Freilegung des Nierentumors erfolgen, um eine histologische Diagnose zu erreichen.







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Literatur Nierentumor


A. J. Wein, L. R. Kavoussi, A. C. Novick, A. P. Partin, und C. A. Peters.
Campbell-Walsh Urology.
Saunders, Philadelphia, 9th edition, 2007.