Dr. med. Dirk Manski

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Harnblasenverletzungen

Zusammenfassende Literatur Verletzung der Harnblase: (Machtens u.a., 2000). EAU Guidelines: Urological Trauma (Kitrey u.a., 2017).

Definition

Harnblasenverletzungen treten häufig im Rahmen von Beckenfrakturen auf. Seltenere Verletzungsmuster sind Schuss- oder Stichverletzungen oder im Rahmen von Operationen (TUR, Beckenoperationen).

Einteilung der Harnblasenverletzung nach AAST:

Ätiologie der Harnblasenverletzung

Beckenfraktur:

die Verletzung der Harnblase im Rahmen der Beckenfraktur entsteht durch die Perforation von Frakturfragmenten. Die Verletzung ensteht meist extraperitoneal.

Harnblasenruptur:

bei gefüllter Harnblase kann durch eine Prellung des Unterbauches die Druckerhöhung in der Harnblase zu einer Harnblasenruptur führen. Dies ist meist eine intraperitoneale Harnblasenruptur und am Harnblasendach lokalisiert.

Klinik der Harnblasenverletzung

Beckenfraktur:

Beckenschmerzen, Instabilität bei Kompression der Beckenschaufeln, Schock, gluteale Hämatome, Unterbauchdruckschmerz.

Harnblasenverletzung:

Makrohämaturie, fehlende Urinproduktion, Unterbauchschmerzen, Peritonitis, steigende Retentionsparameter durch Kreatininresorption.

Diagnostik der Harnblasenverletzung

Rö-Becken, Urogramm, Urethrogramm, MCU und/oder Abdomen-CT [Abb. CT-Abdomen mit Harnblasenruptur.
Bis auf das Urethrogramm können alle Untersuchungen mit einem CT-Abdomen unter Füllung der Harnblase mit Kontrastmittel ersetzt werden.


CT einer intraperitonealen Harnblasenruptur: zu erkennen ist der Defekt am Harnblasendach mit freier Flüssigkeit bis unter das Zwerchfell. Mit freundlicher Genehmigung, Prof. Dr. K. Bohndorf, Augsburg.
Abb. CT einer intraperitonealen Harnblasenruptur

Therapie der Harnblasenverletzung

Konservative Therapie:

kleinere extraperitoneale Harnblasenrupturen können durch Einlage eines dicklumigen transurethralen Dauerkatheter geheilt werden. Wichtig ist der Ausschluss von Frakturfragmenten, welche in die Harnblase hineinragen und weiterhin die Harnblasenperforation unterhalten.

Operative Therapie:

größere extraperitoneale und alle intraperitonealen Harnblasenrupturen werden operativ versorgt.

Als operativer Zugang bietet sich bei ausschließlicher Harnblasenverletzung die mediane Unterbauchlaparotomie an. Die Bauchhöhle wird auf weitere Verletzungen untersucht. Der Apex der Harnblase wird eröffnet und die Verletzung der Harnblase in drei Schichten repariert (Mukosa – Muscularis – Peritoneum).







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Literatur Harnblasenverletzung

Machtens u.a. 2000 MACHTENS, S.. ; STIEF, C. G. ; HAGEMANN, J. ; PFINGST, G. ; GäNSSLEN, A. ; POHLEMANN, T. ; TRUSS, M. C. ; KUCZYK, M. A. ; BECKER, A. J. ; JONAS, U.:
Management traumatischer Läsionen von Harnblase und Urethra.
In: Urologe B
40 (2000), S. 560–571







 

  English Version: Bladder injury