Dr. med. Dirk Manski

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Levofloxacin: Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Dosierung


Strukturformel von Levofloxacin

Zusammenfassende Literatur Levofloxacin: (Simon und Stille, 1997).

Wirkmechanismus von Levofloxacin:

Hemmung der bakteriellen DNA-Gyrase und Topoisomerase, bakterizid.



Pharmakokinetik von Levofloxacin:

komplette Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe, Maximalkonzentration im Serum nach 60 min erreicht. Gut gewebegängig. Halbwertszeit 6–8 h, unveränderte renale Elimination.

Indikationen für Levofloxacin:

Gramnegative Erreger inklusive Pseudomonas, Mykoplasmen, Chlamydien, einige Anaerobier; Grampositive Erreger, aber nicht gegen Pneumo- oder Enterokokken.

Levofloxacin sollte aufgrund der Nebenwirkungen nur bei strenger Indikationsstellung und bei fehlenden gleichwertigen Alternativen verordnet werden. Urologische Indikationen für Levofloxacin sind schwere oder komplizierte Harnwegsinfektionen (Pyelonephritis, akute bakterielle Prostatitis oder Epididymitis), Urosepsis, Therapie der Gonorrhoe (bei nachgewiesener Empfindlichkeit) oder schwere Weichteilinfektionen. Keine Indikationen für Levofloxacin sind selbstlimitierende oder leichte Infektionen (wie unkomplizierte Harnwegsinfektionen), Prävention von rezidivierenden Harnwegsinfektionen, die nicht-bakterielle (chronische) Prostatitis oder die prophylaktische perioperative Antibiotikaprophylaxe (Bonkat u.a, 2020) (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, 2019).

Nebenwirkungen von Levofloxacin:

Bezüglich der Nebenwirkungen von Levofloxacin wurde vom BfArM Rote-Hand-Briefe veröffentlicht, da manche schwerwiegende Nebenwirkungen zu einer langanhaltenden und möglicherweise irreversiblen Beeinträchtigung des Patienten führen können.

Gastrointestinaltrakt:

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Pseudomembranöse Kolitis.

ZNS:

Neurotoxische Nebenwirkungen mit Kopfschmerz, Schwindel, Schlaflosigkeit, Psychosen bis Krampfanfälle, Depressionen, Ermüdung (Fatigue), eingeschränktes Erinnerungsvermögen sowie Seh-, Hör-, Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Haut:

Allergische Hautreaktionen, sehr selten schwerwiegend. Photosensibilisierung.

Bewegungsapparat:

Knorpelschäden, Tendinitis, Sehnenruptur, Myalgie, Muskelschwäche, Arthralgie, Gelenkschwellungen und Gangstörung.

Sonstiges:

Selten Veränderung des Blutbildes, Erhöhung des Risikos für ein Aortenaneurysma und dessen Ruptur.

Kontraindikationen von Levofloxacin:

Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder (Knorpelschäden), Epilepsie, Schlaganfall, schwere Niereninsuffizienz, QT-Verlängerung. Levofloxacin sollte aufgrund der Nebenwirkungen nur bei strenger Indikationsstellung und bei fehlenden gleichwertigen Alternativen verordnet werden.

Wechselwirkungen:

Keine gemeinsame Einnahme von Levofloxacin mit Eisensalzen oder magnesium- oder aluminiumhaltigen Antazida. Anstieg der Konzentrationen von Theophyllin, Methotrexat. Anstieg der Kreatininwerte in Kombination mit Ciclosporin. Verstärkung der Marcumar-Wirkung. Verstärkung der Glibenclamid-Wirkung.

Dosierung von Levofloxacin:

250–500 mg 1–0–0 p.o. oder i. v. Martin u.a. (1998), je nach Schwere der Infektion. Bei chronischer bakterieller Prostatitis Gabe der vollen Dosierung für 28 Tage. Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz unter einer GFR von 50 ml/min, siehe Fachinformation.

Präparatenamen von Levofloxacin:

Tavanic.





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Literatur Levofloxacin

Arzneikommission der deutschen Ärzteschaft
“Drug Safety Mail 2019-40: Information zu Fluorchinolonen: Prophylaktische Anwendung im Zuge urologischer Eingriffe,” 2019. [Online]. Available: https://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/DSM/Archiv/2019-40.html.

EAU Guidelines
“EAU Guideline: Urological Infections,” Available: https://uroweb.org/guideline/urological-infections/.


Martin u.a. 1998 MARTIN, S. J. ; MEYER, J. M. ; CHUCK, S. K. ; JUNG, R. ; MESSICK, C. R. ; PENDLAND, S. L.:
Levofloxacin and sparfloxacin: new quinolone antibiotics.
In: Ann Pharmacother
32 (1998), Nr. 3, S. 320–36

Raz u.a. 2000 RAZ, R. ; NABER, K. G. ; RAIZENBERG, C. ; ROHANA, Y. ; UNAMBA-OPARAH, I. ; KORFMAN, G. ; YANIV, I.:
Ciprofloxacin 250 mg twice daily versus ofloxacin 200 mg twice daily in the treatment of complicated urinary tract infections in women.
In: Eur J Clin Microbiol Infect Dis
19 (2000), Nr. 5, S. 327–31

Reid u.a. 2000 REID, G. ; POTTER, P. ; DELANEY, G. ; HSIEH, J. ; NICOSIA, S. ; HAYES, K.:
Ofloxacin for the treatment of urinary tract infections and biofilms in spinal cord injury.
In: Int J Antimicrob Agents
13 (2000), Nr. 4, S. 305–7

Simon und Stille 1997 SIMON, C. ; STILLE, W.:
Antibiotika-Therapie in Klinik und Praxis.
9. Auflage.
Stuttgart New York : Schattauer, 1997


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