Zusammenfassende Literatur HWI Schwangerschaft: (Chaliha und Stanton, 2002).
Die Häufigkeit der Bakteriurie beträgt in der Schwangerschaft um 4–7 %, vergleichbar mit der Rate an Bakteriurie ohne Schwangerschaft. Davon entwickeln ungefähr 20–30 % der Patientinnen eine akute Pyelonephritis, vor allem im dritten Trimenon.
Bei Schwangeren wird der Mittelstrahlurin verwendet, keine Katheterisierung aus Sorge vor Auslösung einer iatrogenen Harnwegsinfektion. Ein Screening (Urinkultur) wird beim ersten gynäkologischen Besuch und in der 16. Woche empfohlen. Bei rezidivierenden Harnwegsinfekten oder VUR in der Anamnese evtl. zusätzliche Urinkulturen im weiteren Verlauf, auch ohne Beschwerden. Die Notwendigkeit von Urinkulturen ohne Beschwerden wird von anderen Autoren bezweifelt.
Ausschluss einer Harnstauungsniere oder von Restharn. Ausschluss von geburtshilflichen Notfällen wie vorzeitige Wehen.
Eine Pyelonephritis führt zu systemischen Entzündungszeichen (Leukozytose, CRP). Anlage von Blutkulturen bei Fieber.
jede asymptomatische Bakteriurie muss behandelt werden. Dadurch kann die Rate an Pyelonephritiden signifikant gesenkt werden, wahrscheinlich auch die Gefahr von Frühgeburten.
Folgende Antibiotika können in der Schwangerschaft verwendet werden: Penicillin oral, Amoxicillin oral (evtl. mit Clavulansäure), orale Cephalosporine. Signifikante Unterschiede in der Effektivität oder Nebenwirkungsrate sind nicht bekannt.
Die Therapiedauer beträgt normalerweise 3 Tage.
stationäre Aufnahme nur kurzzeitig notwendig, gynäkologische Vorstellung (Wehen?), intravenöse Therapie mit z. B. Ampicillin oder Cephalosporin i. v., nach Entfieberung orale Gabe ausreichend.
Je nach Schweregrad und Therapieerfolg kombiniert mit Gentamicin i. v..
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Dr. med. Dirk Manski
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