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Von Dirk Manski

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Blasenschmerzsyndrom und interstitielle Zystitis: Pathologie, Symptome und Diagnose


Pathologie der interstitiellen Zystitis

Die histologische Differenzierung ist für die primäre Diagnosestellung nicht beweisend, da die morphologischen Veränderungen unspezifisch sind und variieren können. Zentral ist der Ausschluss von Malignomen, insbesondere eines urotheliären Carcinoma in situ (CIS).

Makroskopie:

Nachweisbar sind Ulzera in der Harnblase (Hunner-Läsionen) und Glomerulationen (punktförmige Schleimhautblutungen) nach standardisierter Hydrodistension. Die Spezifität von Glomerulationen ist gering, da sie auch bei asymptomatischen Kollektiven auftreten können. Im Spätstadium führt die transmurale Fibrosierung zu einer irreversiblen Schrumpfblase.

Mikroskopie:

Mastzelleninfiltration der Harnblasenwand (>28 Mastzellen/mm2), lymphoplasmazelluläre Infiltrat, subepitheliale Hämorrhagien und urotheliäre Denudation. Eine sichere Korrelation zwischen histologischem Schweregrad, zystoskopischem Phänotyp und klinischer Prognose existiert nicht.

Symptome (Klinik) der interstitiellen Zystitis

Basissymptome:

Kennzeichnend sind suprapubische, beckenbodenorientierte oder perineale Schmerzen, die typischerweise mit der Blasenfüllung zunehmen und nach Miktion temporär sistieren. Begleitend liegen LUTS in Form von ausgeprägter Pollakisurie, imperativem Harndrang und Nykturie über mindestens sechs Wochen ohne Nachweis kausaler Pathogene vor.

Symptomscores:

Für die standardisierte Verlaufskontrolle und das Therapiemonitoring sind etabliert: IC symptome index (ICSI) und IC problem index (ICPI), University of Wisconsin IC Scale (UW-IC-Scale).

Diagnose der interstitiellen Zystitis oder des Blasenschmerzsyndroms

Die Feststellung des Blasenschmerzsyndroms erfordert den konsequenten Ausschluss von Differenzialdiagnosen (Ausschlussdiagnose) bei Vorliegen der klinischen Leitsymptome.

Miktionsprotokoll:

Das Miktionsprotokoll dient zum Erfassen der Miktionsvolumina und der Pollakisurie. Typisch sind Miktionsvolumina von unter 250 ml, miktionsfreie Intervalle kleiner 2 h und persistierende mehrfache Nykturie.

Urindiagnostik:

Sonographie der Nieren und Harnblase:

Sonographie der Nieren und Harnblase zum Ausschluss von Restharnbildung, Urolithiasis oder intraluminalen Raumforderungen.

Zystoskopie:

Die Zystoskopie erfolgt idealerweise in Allgemein- oder Regionalanästhesie, um die Harnblase zu inspizieren, eine diagnostische Hydrodistension (Spülhöhe 80–100 cm H2O über 2–5 min) durchzuführen, die maximale anatomische Blasenkapazität zu messen und ggf. Biopsien zu entnehmen.

Glomerulationen:

Punktförmige, petechiale Schleimhautblutungen, die sich nach Ablassen des Dehnungsmediums formieren. Sie sind häufig nachweisbar, jedoch nicht pathognomonisch für die Erkrankung.

Hunner-Ulcera:

Aufbersten des Urothels mit schlierenartigen Urothelblutungen nach Blasendistension. 1/10 der IC-Patienten haben Hunner-Ulcera.

Quadrantenbiopsie:

Zum Ausschluss eines Carcinoma in situ. Die Biopsie wird nach der Hydrodistension durchgeführt.

Optionale Untersuchungen:

Urodynamik:

Die Urodynamik hat im Vollbild der Erkrankung aufgrund der Schmerzen nur wenig Aussagekraft. Typisch ist der Nachweis einer schmerzbedingten kleinen Harnblasenkapazität. Die Urodynamik ist indiziert zum Ausschluss einer überaktiven Harnblase.

Kaliuminstillationstest:

Die Instillation von Kaliumchlorid (0,4 mol/l) in die Harnblase erzeugt Schmerzen bei einer erhöhten Permeabilität des Urothels. Klinische Studien konnten keinen Benefit des Kaliuminstillationstests zum Management von Patienten mit Blasenschmerzsyndrom nachweisen.

Differentialdiagnose






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Literatur Interstitielle Zystitis

von Heyden 2000 HEYDEN, B. von: Intravesikale Therapie bei interstitielle Zystitis.
In: Urologe A
39 (2000), S. 542–544

Oberpenning u.a. 2000 OBERPENNING, F. ; OPHOVEN, A. van ; HERWIG, R. ; PIECHOTA, H. J.: [Diagnosis of interstitial cystitis].
In: Urologe A
39 (2000), Nr. 6, S. 530–4

Sievert u.a. 2000 SIEVERT, K. D. ; EDENFELD, K. D. ; OBERPENNING, F. ; PIECHOTA, H. J.: [Oral therapy of interstitial cystitis].
In: Urologe A
39 (2000), Nr. 6, S. 535–8




 


  English Version: bladder pain syndrome and interstitial cystitis

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