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Blasenschmerzsyndrom und interstitielle Zystitis: Pathologie, Symptome und Diagnose
- Interstitielle Zystitis: Definition und Ursachen
- Interstitielle Zystitis: Pathologie, Klinik und Diagnose
- Interstitielle Zystitis: Therapie
Pathologie der interstitiellen Zystitis
Die histologische Differenzierung ist für die primäre Diagnosestellung nicht beweisend, da die morphologischen Veränderungen unspezifisch sind und variieren können. Zentral ist der Ausschluss von Malignomen, insbesondere eines urotheliären Carcinoma in situ (CIS).
Makroskopie:
Nachweisbar sind Ulzera in der Harnblase (Hunner-Läsionen) und Glomerulationen (punktförmige Schleimhautblutungen) nach standardisierter Hydrodistension. Die Spezifität von Glomerulationen ist gering, da sie auch bei asymptomatischen Kollektiven auftreten können. Im Spätstadium führt die transmurale Fibrosierung zu einer irreversiblen Schrumpfblase.
Mikroskopie:
Mastzelleninfiltration der Harnblasenwand (>28 Mastzellen/mm2), lymphoplasmazelluläre Infiltrat, subepitheliale Hämorrhagien und urotheliäre Denudation. Eine sichere Korrelation zwischen histologischem Schweregrad, zystoskopischem Phänotyp und klinischer Prognose existiert nicht.
Symptome (Klinik) der interstitiellen Zystitis
Basissymptome:
Kennzeichnend sind suprapubische, beckenbodenorientierte oder perineale Schmerzen, die typischerweise mit der Blasenfüllung zunehmen und nach Miktion temporär sistieren. Begleitend liegen LUTS in Form von ausgeprägter Pollakisurie, imperativem Harndrang und Nykturie über mindestens sechs Wochen ohne Nachweis kausaler Pathogene vor.
Symptomscores:
Für die standardisierte Verlaufskontrolle und das Therapiemonitoring sind etabliert: IC symptome index (ICSI) und IC problem index (ICPI), University of Wisconsin IC Scale (UW-IC-Scale).
Diagnose der interstitiellen Zystitis oder des Blasenschmerzsyndroms
Die Feststellung des Blasenschmerzsyndroms erfordert den konsequenten Ausschluss von Differenzialdiagnosen (Ausschlussdiagnose) bei Vorliegen der klinischen Leitsymptome.
Miktionsprotokoll:
Das Miktionsprotokoll dient zum Erfassen der Miktionsvolumina und der Pollakisurie. Typisch sind Miktionsvolumina von unter 250 ml, miktionsfreie Intervalle kleiner 2 h und persistierende mehrfache Nykturie.
Urindiagnostik:
- Urinsediment und Urinkultur: kein Erregernachweis.
- Urinzytologie: Ausschluss eines Harnblasenkarzinoms (v. a. Carcinoma in situ).
Sonographie der Nieren und Harnblase:
Sonographie der Nieren und Harnblase zum Ausschluss von Restharnbildung, Urolithiasis oder intraluminalen Raumforderungen.
Zystoskopie:
Die Zystoskopie erfolgt idealerweise in Allgemein- oder Regionalanästhesie, um die Harnblase zu inspizieren, eine diagnostische Hydrodistension (Spülhöhe 80–100 cm H2O über 2–5 min) durchzuführen, die maximale anatomische Blasenkapazität zu messen und ggf. Biopsien zu entnehmen.
Glomerulationen:
Punktförmige, petechiale Schleimhautblutungen, die sich nach Ablassen des Dehnungsmediums formieren. Sie sind häufig nachweisbar, jedoch nicht pathognomonisch für die Erkrankung.
Hunner-Ulcera:
Aufbersten des Urothels mit schlierenartigen Urothelblutungen nach Blasendistension. 1/10 der IC-Patienten haben Hunner-Ulcera.
Quadrantenbiopsie:
Zum Ausschluss eines Carcinoma in situ. Die Biopsie wird nach der Hydrodistension durchgeführt.
Optionale Untersuchungen:
Urodynamik:
Die Urodynamik hat im Vollbild der Erkrankung aufgrund der Schmerzen nur wenig Aussagekraft. Typisch ist der Nachweis einer schmerzbedingten kleinen Harnblasenkapazität. Die Urodynamik ist indiziert zum Ausschluss einer überaktiven Harnblase.
Kaliuminstillationstest:
Die Instillation von Kaliumchlorid (0,4 mol/l) in die Harnblase erzeugt Schmerzen bei einer erhöhten Permeabilität des Urothels. Klinische Studien konnten keinen Benefit des Kaliuminstillationstests zum Management von Patienten mit Blasenschmerzsyndrom nachweisen.
Differentialdiagnose
- Infektionen: bakterielle Akute Zystitis, Bilharziose, Tuberkulose
- Neurologische Erkrankungen mit Drangsymptomatik
- Chronische Prostatitis, Prostatadynie, Prostatakarzinom
- Harnblasensteine
- Carcinoma in situ der Harnblase
- Gynäkologische Erkrankungen: vaginaler Östrogenmangel, Karzinome (Cervix, Ovar, Endometrium), Infektionen (Vaginitis, Salpingitis), Endometriose....
- Bestrahlung von Beckenorganen
- Nebenwirkungen von Medikamenten wie Cyclophosphamid.
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Literatur Interstitielle Zystitis
von Heyden 2000 HEYDEN, B. von: Intravesikale Therapie bei interstitielle Zystitis.In: Urologe A
39 (2000), S. 542–544
Oberpenning u.a. 2000 OBERPENNING, F. ;
OPHOVEN, A. van ; HERWIG, R. ; PIECHOTA, H. J.:
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In: Urologe A
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Sievert u.a. 2000 SIEVERT, K. D. ; EDENFELD,
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[Oral therapy of interstitial cystitis].
In: Urologe A
39 (2000), Nr. 6, S. 535–8
English Version: bladder pain syndrome and interstitial cystitis
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