Dr. med. Dirk Manski

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Vinflunin: Chemotherapie des Harnblasenkarzinoms

Wirkmechanismus von Vinflunin

Vinflunin hemmt die Polymerisation der Mikrotubuli, verhindert die Mitose und induziert eine Apoptose der Zelle.

Urologische Indikationen:

Vinflunin ist indiziert für die Zweitlinientherapie des metastasierten Harnblasenkarzinoms nach Versagen einer cisplatinhaltigen Chemotherapie, in Studien geringfügig verbessertes Überleben (6,9 vs. 4,6 Monate) im Vergleich zur bestmöglichen supportiven Therapie (Bellmunt u.a., 2009).

Pharmakokinetik von Vinflunin

Intravenöse Gabe über 20 min. Hepatische Metabolisierung, Ausscheidung der (teils aktiven) Metaboliten über die Fäzes (2/3) und Nieren (1/3). Halbwertszeit 40 h.

Nebenwirkungen von Vinflunin

Vinflunin zeigt eine hohe Rate an Grad 3–4 Nebenwirkungen.

Knochenmark:

Sehr häufig Grad 3–4 Leukopenie (54%), Anämie (17%) und Thrombozytopenie (5%). Febrile Neutropenie in 7%.

GI-Trakt:

Sehr häufig Übelkeit und Erbrechen, Diarrhoe, Obstipation, Appetitlosigkeit und Stomatitis.

Atemwege:

Häufig Dyspnoe und Husten.

Herz:

Verlängerung der QT-Zeit, erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen.

Haut:

Sehr häufig Haarausfall, häufig Urtikaria und Pruritus. Gefahr der Hautnekrosen bei Paravasat.

Nervensystem:

Periphere sensible Polyneuropathie.

Allgemeinsymptome:

Häufig Grippesymptome, Fatigue und Verlust des Körpergewichts.

Kontraindikationen von Vinflunin

Keine Vinflunin-Gabe bei akuten Infektionen, Thrombozytopenie <100000/μl, bei Neutropenie <1500/μl bei Erstgabe oder <1000/μl bei nachfolgenden Anwendungen.

Wechselwirkungen:

Eine Dosisreduktion von Vinflunin ist notwendig bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Inhibitoren wie Ketoconazol, Erythromycin, Verapamil, Cimetidin, Aprepitant oder Grapefruitsaft.

Dosierung von Vinflunin

Die Zyklusdauer von Vinflunin beträgt 21 Tage, Vinflunin wird am Tag 1 mit 320 mg/m2 über 20 min i.v. verabreicht. Prophylaxe der Obstipation durch ausreichende Hydratation, diätische Maßnahmen und Gabe von Laxantien an Tag 1–5.

Eine Dosisreduktion ist notwendig bei Leberfunktionsstörungen, Nierenfunktionsstörungen, bei Patienten über 75 Jahren, bei Patienten mit reduziertem Performancestatus, hämatologischer Toxizität, Mukositis, und therapiepflichtiger Obstipation über 5 Tage, siehe Fachinformation. Behandlungsabbruch bei schwerer Organtoxizität >3. Grades trotz Dosisreduktion.

Supportive Therapie:

Prämedikation gegen Übelkeit und Erbrechen vor Vinfluningabe mit Dexamethason 8 mg i.v. und Granisetron 1 mg i.v. als Kurzinfusion. Prophylaxe der Obstipation durch ausreichende Hydratation, diätische Maßnahmen und Gabe von Laxantien an Tag 1–5.

Kontrollen während der Therapie:

Wöchentliche Kontrollen von (Differential)-Blutbild, Elektrolyte, Leberwerte, Gerinnung, Kreatinin, Mundhöhle und Stuhlgang.

Präparatenamen:

Javlor.







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Literatur

Bellmunt, J.; Théodore, C.; Demkov, T.; Komyakov, B.; Sengelov, L.; Daugaard, G.; Caty, A.; Carles, J.; Jagiello-Gruszfeld, A.; Karyakin, O.; Delgado, F.; Hurteloup, P.; Morsli, N.; Salhi, Y.; Culine, S. & von der Maase, H.
Phase III trial of vinflunine plus best supportive care compared with best supportive care alone after a platinum-containing regimen in patients with advanced transitional cell carcinoma of the urothelial tract.
J Clin Oncol, 2009, 27, 4454-4461.