Dr. med. Dirk Manski

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Grundlagen der Hypospadie-Operationen

Patientenvorbereitung vor Hypospadie-Operation:

Androgene Therapie:

indiziert bei Mikropenis oder schwerwiegender Hypospadie. Die androgene Therapie führt zu einem disproportionalen Peniswachstum, welcher den Schweregrad der Hypospadie reduziert und das Gewebe für die Rekonstruktion vermehrt. Entweder lokale oder parenterale (i. m.) androgene Therapie: z. B. Testosteronenanthat für 3 Wochen lokal täglich oder intramuskuläre Injektionen alle 3 Wochen. Weiterhin ist die Therapie mit HCG über 5 Wochen möglich.

Perioperative Antibiotikaprophylaxe:

Antibiotikaprophylaxe mit z. B. mit Cephalexin bis zur Entfernung des DKs. Die perioperative Antibiose senkt die Rate an Bakteriurie, Fisteln, Meatusstenosen und komplizierten Harnwegsinfektionen. Vor der Operation Ausschluss oder Therapie einer Harnwegsinfektion.

Lagerung:

Rückenlagerung oder Steinschnittlagerung, je nach Lokalisation der Hypospadie.

Allgemeine operative Technik der Hypospadie-Operationen

Peniswurzelblock:

der Peniswurzelblock vor und nach der Operation erleichtert die Narkoseführung und reduziert deutlich die Schmerzen des Kindes postoperativ.

Blutstillung:

Koagulation nur mit bipolarer Technik. Alternativ Blutstillung mit Kompressen, getränkt mit Kochsalz und Adrenalin.

Nahtmaterial:

Fadendicke 6.0 bis 7.0. Schnell resorbierbares Nahtmaterial wird für die Haut verwendet. Polyglactin (Vicryl) oder Polydioxanon (PDS) wird für die Neourethra und subkutane Nähte verwendet. Welcher Faden zu einer höheren Rate an Fisteln führt, ist umstritten.

Gliederung der operativen Therapie der Hypospadie-Operationen

Orthoplastie:

Ausgleich der Penisverkrümmung nach artifizieller Erektion in Nesbit-Technik, mit Grafting bei kurzem Penis. Siehe Kapitel Operationen bei Penisdeviation.

Urethroplastie:

Rekonstruktion der fehlenden Urethra, die unten genannten Operationstechniken unterscheiden sich vor allem in der Technik der Urethroplastie. Zur Anwendung kommen Lappenplastiken, Inzision der Urethralplatte und Tubularisierung, freie Transplantate wie Mundschleimhaut, zweizeitige Operationstechniken...



Deckung der Neourethra:

mit einer zweiten Gewebeschicht (gestielte Plastik), meist aus dem Präputium oder Tunica dartos des Skrotums.

Meato-Glanuloplastie:
Rekonstruktion des Meatus und der Glans.
Hautverschluss:
nach Resektion von Präputiumresten.

Nachsorge von Hypospadie-Operationen

Postoperative Harnableitung:

die Katheterisierung der Neourethra ist umstritten. Meist wird ein dünner Stent (dribbling stent) verwendet, welcher in eine Windel drainiert. Publikationen tendieren von einem fehlenden Vorteil bei einer transurethralen Katheterisierung bis hin zu Nachteilen. Die sichere Alternative ist die suprapubische Harnableitung.

Postoperativer Verband:

der Nachteil eines postoperativen Verbandes ist die Notwendigkeit der Wechsel unter Narkose. Randomisierte Studien konnten die Gleichwertigkeit eines antiseptischen Salbenverbands demonstrieren, damit entfällt auch die Notwendigkeit von postoperativen Narkosen.

Komplikationen von Hypospadie-Operationen

Blutung, Infektion, Striktur, Fistel, Lappennekrose, Penisdeviation.



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