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Prostatazysten: Ursachen, Diagnose und Therapie
Definition:
Prostatazysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Prostata, meist epithelial ausgekleidet als echte Zyste.
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Epidemiologie:
5–8% der Männer haben kleine Prostatazysten (Ishikawa u.a., 2003).
Ätiologie und Pathologie der Prostatazyste
Je nach Lokalisation werden Prostatazysten in mediane Mittellinienzysten sowie paramediane oder laterale Zysten unterteilt.
Utrikulus-Zyste:
Zystische Struktur in der Mittellinie der Prostata ausgehend vom Utrikulus, die zipfelförmig zwischen den Samenblasen nach dorsal in den Raum zwischen Harnblase und Rektum zieht. Histologisch ist eine hohe PSA-Expression typisch, Plattenepithel lässt sich nicht nachweisen.
Müller-Gang-Persistenzsyndrom:
Das Müller-Gang-Persistenzsyndrom kann große solide und zystische Raumforderungen des Beckens nahe der Mittellinie verursachen. Die feingewebliche Untersuchung zeigt analog zur Vagina Plattenepithel, es kann teilweise auch Uterusgewebe identifiziert werden.
Weitere Ursachen:
Weitere Zysten können von Samenblasen, Samenwegen oder Prostatadrüsen ausgehen, insbesondere bei Infektionen, BPH, Atrophie oder Tumoren (Galosi et al., 2009).
Klinik der Prostatazyste
Kleine zystische Läsionen sind meist asymptomatisch und klinisch unbedeutend. Größere Zysten können subvesikale Obstruktion, Harnwegsinfektion, Harnstauungsniere, blutiges Sperma, Schmerzen oder Infertilität auslösen.
Diagnose der Prostatazyste
Abdominelle [Abb. Sonographie einer Prostatazyste] und transrektale Sonographie [Abb. TRUS einer Prostatazyste], Restharnmessung, Harnstrahlmessung und Zystoskopie [Abb. Zystoskopie einer symptomatischen Prostatazyste].
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Eine CT oder MRT-Untersuchung ist bei größeren, komplizierten oder differentialdiagnostisch unklaren Zysten sinnvoll [Abb. MRT einer Prostatazyste] (Curran u.a., 2007).
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Differentialdiagnose der Prostatazyste
Trichter nach TURP, Harnblasendivertikel, große Samenblasen, Ureterozele, ektoper Ureter, Prostataabszess, Zyste des Ductus ejaculatorius und seltene maligne zystische Prostatatumoren.
Therapie der Prostatazyste
Bei Beschwerden durch kleine Zysten transurethrale Resektion des Zystendaches [Abb. 1.2]. Große pelvine Raumforderungen des Müllergang-Systems (Vagina masculinus) können offen-chirurgische oder laparoskopische Eingriffe notwendig machen. Typische offene Zugangswege sind entweder eine Unterbauchlaparotomie mit transvesikal-transtrigonalem Zugang oder der perineale Zugangsweg. Laparoskopisch ist die Zyste transperitoneal nach Inzision des Peritoneums in der Excavatio rectovesicalis erreichbar.
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Literatur
S. Curran, O. Akin, A. M. Agildere, J. Zhang, H. Hricak, and J. Rademaker, “Endorectal MRI of prostatic and periprostatic cystic lesions and their mimics.,” AJR. American journal of roentgenology, vol. 188, no. 5, pp. 1373–1379, 2007.
Galosi, A. B.; Montironi, R.; Fabiani, A.; Lacetera, V.; Gallé, G. & Muzzonigro, G.
Cystic lesions of the prostate gland: an ultrasound classification with pathological correlation.
J Urol, 2009, 181, 647-657
M. Ishikawa et al., “Midline Prostatic Cysts in Healthy Men: Incidence and Transabdominal Sonographic Findings,” American Journal of Roentgenology, vol. 181, no. 6, pp. 1669–1672, 2003.
M. Ishikawa et al., “Midline prostatic cysts in healthy men: incidence and transabdominal sonographic findings.,” AJR. American journal of roentgenology, vol. 181, no. 6, pp. 1669–1672, 2003.
English Version: Causes, diagnosis and treatment of prostatic cysts
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