Dr. med. Dirk Manski

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Prostatazyste

Literatur: (Galosi et al, 2009).

Ätiologie der Prostatazyste

Utrikulus-Zyste:

zystische Struktur in der Mittellinie der Prostata ausgehend vom Utrikulus (engl. Müllerian Duct Cyst). Histologisch ist eine hohe PSA-Expression typisch, Plattenepithel lässt sich nicht nachweisen.

Persistierendes Müllergang-Syndrom:

bei Intersex-Erkrankungen können große zystische Raumforderungen des Beckens Symptome verursachen. Ebenfalls vom Müller-Gangsystem ausgehend, ist die zystische Struktur analog zur Vagina von Plattenepithel ausgekleidet (Vagina masculina). Es kann teilweise auch Uterusgewebe identifiziert werden.

Weitere Ursachen:

Zysten ausgehend von Samenblasen, Samenwege, Prostatadrüsen: bei Infektionen, BPH, Atrophie oder Tumoren.

Klinik der Prostatazyste

Subvesikale Obstruktion, Harnwegsinfektion, Harnstauungsniere oder blutiges Sperma.

Diagnose der Prostatazyste

Abdominelle [Abb. Sonographie einer Prostatazyste] und transrektale Sonographie [Abb. TRUS einer Prostatazyste], Restharnmessung, Harnstrahlmessung, Zystoskopie [Abb. Zystoskopie einer symptomatischen Prostatazyste].

Transrektale Sonographie (sagittaler Schnitt) einer Prostatazyste, symptomatisch durch eine subvesikale Obstruktion. Siehe auch [Abb. 1.2].
Transrektale Sonographie einer Prostatazyste
Transrektale Sonographie (sagittaler Schnitt): asymptomatische Prostatazyste zwischen Harnblase (HB) und Rektum.
Transrektale Sonographie einer Prostatazyste
Abdominelle Sonographie einer Prostatazyste: sagittale Ebene durch die Harnblase.
Transrektale Sonographie einer Prostatazyste

Eine CT oder MRT-Untersuchung ist bei komplexen zystischen Raumforderungen [Abb. MRT einer Prostatazyste] oder bei V.a. Intersex-Erkrankungen sinnvoll.


MRT der Prostata (links horizontale und rechts frontale Ebene, T2-Wichtung): typischer Befund einer Utrikuluszyste, welche zipfelförmig in den Raum zwischen Harnblase und Rektum zieht. Mit freundlicher Genehmigung, Radiologie im Zentrum: Dres. Engels, Trenschel, Kiebach, Kosch, Auer, Prof. Stahl, Augsburg.
Abbildung Prostatazyste in der MRT

Differentialdiagnose der Prostatazyste

Ektope Ureterozele

Therapie der Prostatazyste

Bei Beschwerden durch kleine Zysten transurethrale Resektion des Zystendaches [Abb. 1.2]. Große pelvine Raumforderungen des Müllergang-Systems (Vagina masculinus) können offen chirurgische oder laparoskopische Eingriffe notwendig machen. Typische offene Zugangswege sind entweder eine Unterbauchlaparotomie mit transvesikal-transtrigonalem Zugang oder der perineale Zugangsweg.


Endoskopische Therapie einer symptomatischen Prostatazyste. Links: deutliche Einengung des Harnblasenhalses durch die rechtsseitige Prostatazyste. Mitte: kollabierte Prostatazyste nach Inzision der Zystenwand. Rechts: Beseitigung der subvesikalen Obstruktion nach Resektion der Zystenwand bis auf die Basis. Siehe auch [Abb. 1.1].
Endoskopische Therapie einer symptomatischen Prostatazyste




Weiterführende Information: das Prostatakarzinom wächst in der Regel nicht zystisch sondern solide. Prostatazysten sind kein Risikofaktor für Prostatakrebs.




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Literatur

Galosi, A. B.; Montironi, R.; Fabiani, A.; Lacetera, V.; Gallé, G. & Muzzonigro, G.
Cystic lesions of the prostate gland: an ultrasound classification with pathological correlation.
J Urol, 2009, 181, 647-657



  English Version: Prostatic cysts