Dr. med. Dirk Manski

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Traumatische Verletzung des Harnleiters

Literatur Harnleiterverletzung: (Elliott und McAninch, 2003). EAU Guidelines: Urological Trauma (Kitrey u.a., 2017).

Definition der Harnleiterverletzung

Ureterverletzungen sind selten und meist durch offene Verletzungen (Schuss- oder Stichverletzungen) ausgelöst. Seltener sind Dezelerationstraumata mit Harnleiterabriss. Durch den Urinaustritt entsteht ein Urinom.

Einteilung der Ureterverletzung nach AAST, bei bilateralen Verletzungen wird der Schweregrad um ein Grad erhöht:


Klinik der Harnleiterverletzung

Die Symptome der Harnleiterverletzung sind meist durch die Verletzung vorgegeben, zusätzlich sind Urinom, Bauchschmerzen, Fieber, Harnstau, Makrohämaturie, Peritonismus oder eine urinöse Sekretion über die Wunde möglich.

Diagnostik der Harnleiterverletzung

Sonographie, Urogramm oder CT-Abdomen [Abb. CT und retrograde Pyelographie bei einer Harnleiterverletzung]. Zystoskopie und retrograde Pyelographie.


Harnleiterverletzung links: CT-Abdomen (Spätphase) und retrograde Pyelographie bei einem Pat. nach Sturz aus großer Höhe. Zusätzlich hatte der Pat. eine Milzruptur und eine Grad IV Nierenruptur. Mit freundlicher Genehmigung (linke Abbildung), Prof. Dr. K. Bohndorf, Augsburg.
Abbildung Harnleiterverletzung links CT-Abdomen (Spätphase) und retrograde Pyelographie

Therapie der Harnleiterverletzung

Kleinere Harnleiterverletzungen können endoskopisch versorgt werden (DJ-Schienung oder perkutane Nephrostomie). Operative Versorgung von größeren Harnleiterverletzungen mit Harnleiternaht, Ureteroureterostomie oder Harnleiterreimplantation.

Iatrogene Ureterverletzungen

Zusammenfassende Literatur: (Preston, 2000).

Epidemiologie der iatrogenen Harnleiterverletzungen

Folgende urologische Operationen gefährden den Harnleiter: URS, Prostatektomie, transurethrale Resektionen, pelvine Lymphadenektomien....
Häufige Operationen anderer Fachgebiete mit Gefährdung des Harnleiters sind Hysterektomien, Rektumoperationen, Sigmaoperationen und Gefäßoperationen.

Ätiologie

Durchtrennung, Eröffnung, Durchstechung, Ligatur, Quetschung, Hämatom, Lymphozele.

Klinik

Flankenschmerzen, Harnstau, Urinom, urinöser Aszites, Anurie, vaginale Urinfistel.

Diagnostik der Harnleiterverletzung

Bildgebung:

Sonographie, Urogramm, CT, MCU, retrograde und/oder antegrade Pyelographie.

Therapie der Harnleiterverletzung

Harnleiterschienung:

falls möglich wird antegrad oder retrograd eine DJ-Harnleiterschiene bei Ureterstenosen oder Urinombildung eingelegt. Je nach Heilung kann auf die Harnleiterschiene im Verlauf verzichtet werden, bei persistierender Ureterstriktur ist die operative Therapie notwendig [siehe Kapitel Ureterstriktur].

Operative Versorgung:

Indikation zur operativen Revision besteht bei fehlender Möglichkeit der Harnleiterschienung, urinösem Aszites, Ureter-Vaginafistel und bei persistierenden Harnleiterstrikturen nach Harnleiterschienung. Die operative Rekonstruktion ist abhängig von der Lokalisation und dem Ausmaß der Harnleiterverletzung [siehe Kapitel Ureterstriktur]. Je nach Begleitumständen ist ein zweizeitiges Vorgehen nach Einlage einer Nierenfistel sinnvoll (u.a. bei Peritonitis, Sepsis, Schock).







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Literatur Harnleiterverletzung

Elliott und McAninch 2003 ELLIOTT, S. P. ; MCANINCH, J. W.:
Ureteral injuries from external violence: the 25-year experience at San Francisco General Hospital.
In: J Urol
170 (2003), Nr. 4 Pt 1, S. 1213–6

Preston 2000 PRESTON, J. M.:
Iatrogenic ureteric injury: common medicolegal pitfalls.
In: BJU Int
86 (2000), Nr. 3, S. 313–7







 



  English Version: Ureteral injury and iatrogenic ureter damage