Dr. med. Dirk Manski

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Harnleiterenge (Ureterstriktur)

Zusammenfassende Literatur Harnleiterstriktur: (Hafez und Wolf, 2003).

Definition der Harnleiterstriktur

Die Harnleiterstriktur ist eine Einengung des Ureters durch gutartige oder maligne Erkrankungen mit Ausbildung einer Harnstauungsniere.

Ätiologie der Harnleiterstriktur

Uretererkrankungen (intrinsische Ursachen):

Harnleitersteine, angeborene Erkrankungen, Infektionen (Tuberkulose, Bilharziose), idiopathisch, infiltrative Endometriose, Ureterkarzinom.

Iatrogene Ursachen:

Bestrahlungen. Komplikation der BCG-Instillation, intravesikale Chemotherapie. Intraoperative Verletzungen: Ureterorenoskopie, Rektumchirurgie, Hysterektomie, Gefäßoperationen.

Kompression des Ureters (extrinsische Ursachen):

Differentialdiagnose [siehe Kapitel DD Harnstau].

Klinik der Harnleiterstriktur

Keine Beschwerden oder Flankenschmerzen, Fieber, Makrohämaturie,... je nach Grunderkrankung. Eine allmählich entstehende Striktur ist häufig symptomlos.

Diagnostik der Harnleiterstriktur

Bildgebung:

Sonographie (Grad der Hydronephrose), Urogramm oder CT-Abdomen (Ätiologie der Ureterstriktur?), Nierenfunktionsszintigramm (seitengetrennte Nierenfunktion?).

Endoskopie:

retrograde Pyelographie und Ureterorenoskopie zur Sicherung der Diagnose und zur Bestimmung der Strikturlänge. Harnleiterbiopsien sind bei unklarer Ätiologie notwendig.

Therapie der Harnleiterstriktur

Harnleiterschienung:

Die Harnleiterschienung ist das Mittel der Wahl zur akuten Therapie nach endoskopischer Diagnostik. Bei Erkrankungen mit Heilungspotential kann später auf eine Harnleiterschiene ohne weitere Therapie verzichtet werden (z. B. Infektionen).

Endoskopische Ballondilatation:

Rretrograde (oder antegrade) Pyelographie und Einlage eines Führungsdrahtes, danach Einführung des Ballondilatators und Dilatation auf 4–6 mm Durchmesser. Einlage einer DJ-Harnleiterschiene für 2–4 Wochen. Erfolgsrate 50–75 %. Vor allem geeignet für kurzstreckige Strikturen (unter 2 cm) und Strikturen nach Harnleitersteinlithotripsie.

Endoskopische Ureterotomie:

Retrograde (oder antegrade) Pyelographie und Einlage eines Führungsdrahtes. Mit dem URS wird bis zur Striktur gespiegelt. Die Ureterotomie mit einem Messer (kalt = ohne Strom) oder Holmium-Laser sollte durch die komplette Ureterwand und Narbengewebe bis ins Fettgewebe reichen. Bei Strikturen in Höhe und unter der Gefäßkreuzung wird anteromedial ureterotomiert, oberhalb der Gefäßkreuzung wird der Harnleiter lateroposterior eingeschnitten. Nach der Ureterotomie wird eine möglichst dicke DJ-Harnleiterschiene für 8–10 Wochen eingelegt. Die Erfolgsrate ist etwas höher als für die Ballondilatation, insbesondere bei Strikturen nach Harnleiteranastomosen. Die Länge der Striktur ist der entscheidende prognostische Faktor.

Ureteroureterostomie:

Einfache Operation für die Therapie von kurzstreckigen (unter 3 cm) Ureterstrikturen des mittleren und proximalen Drittels [siehe Kapitel Ureteroureterostomie].

Ureterozystoneostomie:

Die Ureterozystoneostomie ist geeignet für die Korrektur von distalen Harnleiterstrikturen, maximal 4–5 cm Harnleiter können ersetzt werden [siehe Kapitel Ureterozystoneostomie]. Mit Hilfe der Psoas-Hitch-Technik kann 6–10 cm Harnleiter überbrückt und damit entfernt werden, mit der Boari-Flap-Technik kann je nach Harnblasenkapazität 12–15 cm überbrückt werden. Eine zusätzliche Strecke von 6 cm kann durch Mobilisation der Niere mit Fixierung des Unterpols am Psoas major erreicht werden.

Transureteroureterostomie:

Bei Defekten des mittleren Drittels des Ureters und kleiner Harnblasenkapazität, welche einen Boari-Lappen verbietet. Bei kurzem Donor-Ureter und erkrankten Ureter der Gegenseite ist dieses Verfahren kontraindiziert. Weiterhin ungeeignet bei Morbus Ormond, Bestrahlung, Urothelkarzinom des Harnleiters und Nephrolithiasis.

Autotransplantation:

Explantation der Niere und Anastomosierung mit den Beckengefäßen. Nun kann das Nierenbecken oder der kurze Harnleiterrest mit der Harnblase verbunden werden.

Rekonstruktion des Ureters mit Ileum:

Mittel der letzten Wahl bei langstreckigen Ureterstrikturen.

Literatur Harnleiterstriktur

Hafez und Wolf 2003 HAFEZ, K. S. ; WOLF, Jr.:
Update on minimally invasive management of ureteral strictures.
In: J Endourol
17 (2003), Nr. 7, S. 453–64









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  English Version: Ureteral stricture