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Zusammenfassende Literatur: (Aus u.a., 2005) (Heidenreich et al., 2008)
die Prostatische intraepitheliale Neoplasie (PIN) besteht aus normal gebauten Prostatadrüsen mit dysplastischen Zellen. Je nach Dysplasie wird zwischen ,,low grade`` und ,,high grade`` PIN unterschieden. Eine alternative Einteilung besteht in PIN1, PIN2 und PIN3, wobei PIN2 und PIN3 der ,,high grade`` PIN entsprechen. Viele molekulare und klinische Studien zeigen, dass die Prostatische intraepitheliale Neoplasie (PIN) eine Vorstufe des Prostatakarzinoms ist.
Die Hauptmasse (85 %) des lokal begrenzten Adenokarzinoms wächst multifokal in der peripheren Prostatazone. Der Rest der Tumoren wächst in der Transitionalzone. Tumorwachstum in der zentralen Zone ist eine Rarität. Das extraprostatische Wachstum entsteht am häufigsten apikal oder posterolateral entlang der Prostatapedikel (perineurale Infiltration), dort gibt es keine eindeutige Prostatakapsel. Seltener infiltriert das PCA die Samenblasen oder das Rektum. Das Tumorvolumen korreliert mit dem Ausmaß der Erkrankung: extraprostatisches Wachstum ist unter 0,5 cm3 Tumorvolumen selten, Lymphknotenmetastasen oder Samenblaseninfiltration sind selten bei Tumoren, die kleiner als 4 cm3 sind.
die Gleason-Graduierung basiert auf der Beurteilung der Drüsenmorphologie bei relativ geringer Vergrößerung. Die zytologischen Eigenschaften der Zellen (Kerngröße und -form) werden nicht beurteilt. Der Drüsenarchitektur wird ein Wert von 1 (sehr gut differenziert) bis 5 (entdifferenziert, keine Drüsenmuster erkennbar) zugeteilt. Der vorherrschende und der zweithäufigste Drüsentyp werden einem Gleason-Grad zugeordnet (engl. Gleason pattern). Aus den beiden Gleason-Graden wird die Gleason-Summe gebildet (engl. Gleason score). Diese kann theoretisch 2 (1+1) bis 10 (5+5) betragen. Die Gleason-Summe korreliert gut mit der Prognose des Tumors.
Wenn nur sehr wenig Material zur Verfügung steht (Prostatastanze) und nur ein Drüsentyp gesehen wird, kann nur ein Gleason-Grad ermittelt werden. Vorsicht vor Verwechslung zwischen Gleason-Grad (Gleason pattern), Gleason-Summe (Gleason sum) und Gleason-Score (Synonym zur Summe).
seltenes hochaggressives Karzinom der Prostata, biologisch identisch mit dem kleinzelligen Bronchialkarzinom. Oft besteht eine Kombination mit dem klassischen Adenokarzinom. Selten ist eine klinisch relevante ACTH- oder ADH-Sekretion nachweisbar, aber eine neuroendokrine Differenzierung in der Immunhistochemie ist häufig. Die durchschnittliche Überlebenszeit beträgt 1 Jahr.
seltene schleimbildende Variante des Adenokarzinom mit aggressiver Biologie.
Das seltene duktale Prostatakarzinom geht von dem Prostataduktepithel aus (0,4 %) und hat eine schlechtere Prognose als ein azinäres Prostatakarzinom. Bei exophytischem Wachstum in die Harnröhre entstehen eine Hämaturie oder obstruktive Miktionsbeschwerden. Bei peripherem Wachstum wird die Diagnose oft zu spät gestellt, da kein PSA-Anstieg entsteht.
1–4 % der Prostatakarzinome manifestieren sich als primäres Urothelkarzinom ohne Harnblasenmanifestation, oft mit Stromainvasion und mit schlechter Prognose. 20 % haben bereits Metastasen gebildet. Davon abzugrenzen ist der Befall der prostatischen Harnröhre und intraduktales Wachstum ohne Stromainvasion bei Urothelkarzinom der Harnblase, v. a. bei CIS.
seltenes Karzinom der Prostata mit reiner squamöser oder häufiger gemischter adenosquamöser Differenzierung. Schlechte Prognose, mittlere Überlebenszeit 24 Monate. Typisch sind osteolytische Knochenmetastasen, eine normale PSA-Konzentration und eine wirkungslose Hormontherapie.
Differentialdiagnostisch wichtig und auch häufiger ist die plattenepitheliale Umwandlung des Prostatakarzinoms unter Hormontherapie.
maligner mesenchymaler Tumor, v. a. bei Kindern [S. Kapitel Prostatasarkom].
maligner mesenchymaler Tumor, v. a. bei Erwachsenen [S. Kapitel Prostatasarkom].
schlechte Prognosezeichen in der Stanzbiopsie sind i. d. R. auch im OP-Präparat zu verifizieren. Problematischer ist das Unterschätzen der Tumorerkrankung:
40 % der Patienten mit Gleason-Summe 5 oder 6 in der Stanzbiopsie haben im OP-Präparat eine höhere Gleason-Summe. 40 % der Patienten mit nur einer befallenen Prostatastanze haben extraprostatisches Tumorwachstum (T3).
Die kombinierte Betrachtung von Prostatastanzbiopsie (Gleason-Summe oder Typ, Anteil von tumorbefallenen Prostatastanzen, Tumoranteil in allen Prostatastanzen, perineurale Invasion) mit dem PSA-Wert und der rektalen Untersuchung verbessert die Vorhersagegenauigkeit.
ein Problem der pathologischen Beurteilung sind atypische Prostatadrüsen, welche nicht eindeutig maligne erscheinen. Bei getrennter Zusendung der einzelnen Prostatastanzzylinder kann gezielt nachgestanzt werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Prostatakarzinoms im weiteren Verlauf beträgt 40 %.
Die Resektionsränder des Organpräparates nach radikaler Prostatektomie werden mit Tusche markiert, anschließend wird das Präparat komplett aufgestuft oder repräsentative Areale werden entnommen und eingebettet.
voneinander unabhängige Prognosefaktoren des Prostatakarzinoms sind die Gleason-Graduierung, Befall der Schnittränder und extraprostatisches Wachstum.
Folgend die 10–Jahres Rezidivwahrscheinlichkeiten bei pN0 und ohne Samenblaseninfiltration in Abhängigkeit der pathologischen Parameter (Epstein u.a., 1993):
nur 50 % der Patienten kommen in den Progress. Dies kann durch die fehlende Beurteilbarkeit des verbleibenden Gewebes erklärt werden, d. h. der Tumor wurde gerade noch komplett entfernt. Weiterhin können artifiziell positive Ränder durch Manipulation während der Operation und bei der Aufbereitung der Prostata entstehen.
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Dr. med. Dirk Manski
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