Dr. med. Dirk Manski

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Gemcitabin: Chemotherapie des Harnblasenkarzinoms

Zusammenfassende Literatur Gemcitabin: (Lehmann u.a., 2003).

Wirkmechanismus von Gemcitabin:

Anstatt des menschlichen Nukleosids Cytidin wird die Wirkform des Gemcitabin, das Gemcitabintriphosphat, in die DNA eingebaut. Dies unterbricht die DNA-Synthese und es kommt zum Zelltod.

Urologische Indikationen von Gemcitabin:

bei metastasiertem Harnblasenkarzinom (Urothelkarzinom) in der Kombination mit Cisplatin oder als Monotherapie. Neoadjuvante oder adjuvante Therapie vor/nach Zystektomie bei fortgeschrittenem Harnblasenkarzinom.

Pharmakokinetik von Gemcitabin:

Gemcitabin wird als intravenöse Gabe über 30 min gegeben. Hepatische Metabolisierung, Ausscheidung der (teils aktiven) Metaboliten von Gemcitabin über die Nieren. Die Halbwertszeit von Gemcitabin beträgt 40–90 min.

Nebenwirkungen von Gemcitabin:

Eine Verlängerung der Infusionszeit von Gemcitabin erhöht die Toxizität.

Blutbild:

sehr häufig Leukopenie (Grad 3 20 %, Grad 4 6 %), Anämie und Thrombozytopenie. Selten hämolytische Anämie.

GI-Trakt:

sehr häufig Übelkeit und Erbrechen, eine prophylaktische Gabe von Antiemetika ist notwendig. Diarrhoe, Obstipation, Appetitlosigkeit und Mukositis häufig.

Leber:

häufig pathologische Konzentrationen der Transaminasen, AP, Bilirubin.

Atemwege:

häufig Dyspnoe, Husten, Schnupfen. Gelegentlich Bronchospasmus oder interstitielle Pneumonitis.

Haut:

sehr häufig allergische Exantheme, Juckreiz. Häufig Haarausfall.

Nieren:

häufig Proteinurie oder Hämaturie, selten Nierenversagen oder hämolytisch-urämisches Syndrom.

Allgemeinsymptome:

sehr häufig Ödeme und Grippesymptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schwäche, Husten, Schnupfen...

Sehr selten:

Anaphylaxie, blasenbildende Hautreaktionen, Thrombozytose, Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, periphere Vaskulitis.

Kontraindikationen von Gemcitabin:

keine Gemcitabin-Gabe bei einer Neutropenie unter 500/μl, Thrombozytopenie unter 50 000/μl oder Anzeichen einer hämolytischen Anämie. Leberinsuffizienz. Niereninsuffizienz unter 30 ml/min. Keine Strahlentherapie im Abstand von <7 Tage zur Gabe von Gemcitabine.

Dosierung von Gemcitabin und Cisplatin:

die Kombination von Gemcitabin und Cisplatin: kann mit einer Zyklusdauer von 28 oder 21 Tagen verabreicht werden. Bei der Zyklusdauer von 21 Tagen treten weniger Nebenwirkungen auf, die Chemotherapiegaben müssen seltener ausgesetzt werden und die onkologische Wirksamkeit soll gleichwertig sein (Parra u.a., 2002).

Zyklusdauer 21 Tage:

Gemcitabin 1000 mg/m2 am Tag 1 und 8.

Zyklusdauer 28 Tage:

Gemcitabin 1000 mg/m2 am Tag 1, 8 und 15.

Dosierung Gemcitabin-Mono:

Zyklusdauer 28 Tage, Gemcitabin 1000 mg/m2 am Tag 1, 8 und 15.

Dosisreduktion von Gemcitabin:

auf 75 % an den Tagen 8 und 15 bei Neutropenie unter 1000/μl und Thrombozytopenie unter 100 000/μl. Keine Gemcitabin-Gabe bei einer Neutropenie unter 500/μl und Thrombozytopenie unter 50 000/μl.

Präparatenamen von Gemcitabin:

Gemzar.







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Literatur Gemcitabin

Lehmann u.a. 2003 LEHMANN, J. ; RETZ, M. ; LIPPERT, C. ; ALBERS, P. ; STOCKLE, M.:
[Gemcitabine in advanced bladder cancer].
In: Urologe A
42 (2003), Nr. 1, S. 63–77

Parra u.a. 2002 PARRA, H. S. ; CAVINA, R. ; LATTERI, F. ; SALA, A. ; DAMBROSIO, M. ; ANTONELLI, G. ; MORENGHI, E. ; ALLOISIO, M. ; RAVASI, G. ; SANTORO, A.:
Three-week versus four-week schedule of cisplatin and gemcitabine: results of a randomized phase II study.
In: Ann Oncol
13 (2002), Jul, Nr. 7, S. 1080–1086





Strukturformel von Gemcitabin