Zusammenfassende Literatur Nierenbeckenentzündung: (Fihn, 2003) (Nickel, 2001) (Roberts, 1999).
Nierenbeckenentzündung: akute bakterielle Infektion des Nierenbeckens und des Nierenparenchyms mit Fieber, Flankenschmerzen und Bakteriurie.
die häufigste Ursache. Da die weibliche Urethra kurz ist und Darmbakterien dazu neigen, das Perineum und die Vulva zu besiedeln, sind Frauen deutlich häufiger von Harnwegsinfektionen und Pyelonephritiden betroffen als Männer. Siehe Allgemeine Grundlagen von Harnwegsinfektionen.
der VUR führt zu Pendelurin, welcher sich infiziert. Es entstehen Pyelonephritiden, die vor allem durch den intrarenalen Reflux narbig verlaufen. Die Papillenanatomie bedingt einen intrarenalen Reflux vor allem im Bereich der Nierenpole. Siehe auch Kapitel Vesikoureteraler Reflux.
rezidivierende Schübe einer akuten Pyelonephritis im Kindesalter erzeugen Nierenparenchymnarben. Es droht die Entstehung einer chronischen Pyelonephritis (Ask-Upmark-Niere). Neue Nierenparenchymnarben entstehen selten ab einem Alter von 5 Jahren, sind aber bis in die Pubertät möglich.
Als Ursache für die Anfälligkeit der kindlichen Niere für die Entstehung von Nierenparenchymnarben konnten folgende Mechanismen identifiziert werden: Intrarenaler Reflux, welcher bei deutlich geringeren Drücken als im Erwachsenenalter stattfindet, verminderte Immunkompetenz bei bakteriellen Infekten in den ersten Lebensjahren und klinische Schwierigkeiten in der frühzeitigen Diagnose von fiebrigen Harnwegsinfekten.
die Häufigkeit der Bakteriurie beträgt in der Schwangerschaft 4–7 %, vergleichbar mit der Rate an Bakteriurie ohne Schwangerschaft. Davon entwickeln ungefähr 20–30 % der Patientinnen eine akute Pyelonephritis (1 % bis 4 % der Schwangeren), mit Häufung im zweiten Trimenon.
Komplikationen: Anämie (23 %), Sepsis (17 %), vorübergehendes Nierenversagen (2 %), pulmonale Komplikationen (7 %) und Frühgeburten.
v. a. bei Diabetes mellitus und/oder Obstruktion auftretende seltene und schwerwiegende Komplikation der akuten Pyelonephritis mit hoher Letalität (43 %). Der genaue Mechanismus der gramnegativen Infektion ist unklar. Vermutet wird eine Gasbildung von E. coli durch Fermentation. Das Gas verbleibt dabei innerhalb der Gerotafaszie.
Zu unterscheiden von der emphysematösen Pyelonephritis sind Nierenabszesse mit Gaseinschluss, welche eine günstige Prognose nach Drainage und Antibiose besitzen.
vergrößerte Nieren durch ein entzündliches Ödem. Stecknadelkopfgroße erhabene Abszesse mit hämorrhagischem Randsaum, subkapsulär gelegen, gelegentlich konfluierend. Gelbliche Straßen (mit Eiter gefüllte Tubuli) vom Kortex zu den Papillen ziehend. Die Schleimhäute des Nierenbeckens sind verdickt und mit Exsudat bedeckt. Eine narbige Abheilung ist v. a. bei Kindern zu erwarten.
dichte granulozytäre Entzündung mit Einschmelzung und Gewebezerstörung im Nierenparenchym und Nierenbecken. Es handelt sich dabei um ein vor allem die Tubuli betreffendes fokales Geschehen, die Glomeruli sind weniger betroffen.
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Dr. med. Dirk Manski
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