Zusammenfassende Literatur Benigne Prostatahyperplasie (BPH): (Burnett und Wein, 2006) (DGU, 2003a) (DGU, 2003b) (Madersbacher u.a., 2004).
Durch die kompetitive Hemmung der 5α-Reduktase Typ 2 durch Finasterid wird Testosteron in der Prostata nicht mehr in das wirksame Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt. DHT ist das ausschließlich wirksame Androgen für die Prostata, somit ist ein weitgehend selektiver Androgenentzug für die Prostata möglich.
Die Folge der Finasterid-Therapie ist die Schrumpfung der Prostata (7–13 ml in 12 Monaten), Verbesserung des Harnflusses (0,6 bis 1,6 ml/s über Placebo) sowie die Verringerung des Risikos für Harnverhalt, Makrohämaturie oder TURP.
Durch die Schrumpfung der Prostata sinkt der PSA-Wert um bis zu 50 %, ein Ausgangswert vor Therapiebeginn ist wichtig für die Prostatakarzinom-Vorsorge.
Dutasterid, ein neuer 5α-Reduktasehemmer, wirkt auf Typ 1 und 2.
durch den Mechanismus ist eine deutliche klinische Wirkung erst nach einer Therapiedauer von 1 Jahr zu erwarten. Je größer die Prostata, desto ausgeprägter der therapeutische Effekt.
Die Sicherheit der Medikamente wurde in jahrelangen Studien dokumentiert. In Folge der Therapie kommt es zu einer Verbesserung des Harnflusses, der Symptomatik sowie zu einer Verringerung des Risikos für Harnverhalt, Makrohämaturie oder TURP.
Beide Substanzen führen nach jahrelanger Einnahme zu einer Senkung der Neuerkrankungsrate an Prostatakarzinom (1,2 % vs. 2,5 %) (Andriole u.a., 2004). Dieses Ergebnis führte zur Initiierung von Prostatakarzinom-Präventionsstudien wie REDUCE [siehe Kapitel Prostatakarzinom].
Sinnvolle Therapiekombinationen beinhalten die Gabe eines Alpha-Blockers zur schnellen Symptomverbesserung und die Gabe von Finasterid oder Dutasterid zur langfristigen Schrumpfung der Prostata und Vermeidung eines Harnverhaltes.
In aktuellen randomisierten Studien zeigt sich eine signifikante Verbesserung unter der Kombinationstherapie mit Alpha-Blockern und 5α-Reduktaseinhibitoren. Im weiteren Therapieverlauf kann der Alpha-Blocker häufig abgesetzt werden.
Monoextrakte oder Kombinationen von Pflanzenextrakten aus Sabal serrulata (Zwergpalme), Serenoa repens (Sägepalme), Pygeum africanum (afrikanische Pflaume), Beta-Sitosterone aus Hypoxis rooperi (afrikanische Gräser), Secale cereale (Roggen) und viele mehr, sind auf dem (lebhaften) Phytopharmakamarkt erhältlich.
Vermutete Wirkungsweisen beinhalten die Hemmung der 5α-Reduktase (Serenoa repens), die Inhibition von Wachstumsfaktoren (Pygeum africanum), die Förderung der Apoptose (Serenoa repens), antiinflammatorische Wirkungen, Placeboeffekte und viele mehr.
Nur wenige gut strukturierte randomisierte Studien belegen eine moderate Wirkung von Phytopharmaka. Die Wirkung von Serenoa repens (Sägepalme) ist am besten durch Studien abgesichert. Es existieren bisher keine Studien über die Langzeitwirkung.
Die TURP ist der Goldstandard der invasiven Therapie für die benigne Prostatahyperplasie (BPH), mit einem Anteil von über 90 % an allen invasiven Verfahren.
die häufigste Indikation für eine TURP sind moderate bis schwere Symptome der BPH, welche unzureichend mit Medikamenten gelindert werden können und die Lebensqualität des Patienten einschränken.
Eine operative Therapienotwendigkeit besteht bei rezidivierenden Harnverhalten, rezidivierenden Harnwegsinfekten, rezidivierender Makrohämaturie, Harnblasensteinen, postrenaler Niereninsuffizienz und großen Harnblasendivertikeln.
siehe Kapitel Transurethrale Resektion der Prostata (TURP).
siehe vergleichende Studien bei den konkurrierenden Verfahren (s. u.).
durch Mikrowellen (900–1300 MHz) wird das Prostatagewebe auf 70 Celsius erhitzt, gleichzeitig wird die Urethramukosa durch einen speziellen Katheter auf unter 44 Celsius gekühlt. Geräte neuerer Generation sind z. B. Prostatron und Targis.
Durch Hitzenekrose, Apoptose und Zerstörung von adrenergen Nervenfasern entsteht eine Verkleinerung des Prostataadenoms und eine Verbesserung der Symptome.
Bei der transurethralen Mikrowellentherapie (TUMT) mit hoher Energie, und nur diese erscheint erfolgsversprechend, ist eine Sedierung und Analgesie notwendig.
wie TURP, jedoch auch bei höherer Komorbidität anwendbar.
Trend in den randomisierten Studien ist eine deutliche Verbesserung der Symptome, welche allerdings nicht immer mit einer Verbesserung der objektiven Parameter einhergeht. Das Nebenwirkungsspektrum ist geringer, Hauptkomplikation ist die lange postoperativ notwendige Katheterisierung. Es gibt eine nicht kleine Gruppe an Therapieversagern, welche eine andere Therapie benötigen.
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Dr. med. Dirk Manski
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