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Harnleitersteine entstehen durch eine Steinerkrankung der Nieren (Kelchsteine, Nierenbeckensteine), die Konkremente können aus der Niere in die ableitenden Harnwege (Harnleiter) eintreten.
Siehe Epidemiologie und Ätiologie der Nierensteine.
Typischerweise entstehen plötzlich eintretende Flankenschmerzen, kontinuierlich oder wechselnd in der Intensität. Je nach Lokalisation des Harnleitersteins, enstehen Flankenschmerzen (proximaler Harnleiter), Unterbauchschmerzen (Harnleiter) und eine Schmerzausstrahlung in den Unterbauch, Hodensack oder große Schamlippe mit Hyperästhesie (distaler Harnleiter). Weiterhin Pollakisurie durch eine Blasenirritation aufgrund des prävesikalen Steines.
Komplikationen von Harnleitersteinen: Harnstau, Fornixruptur, Urinom, Fieber, Urosepsis, infizierte Hydronephrose, Nierenabszess, Funktionsverlust der Niere und Niereninsuffizienz.
Siehe Diagnose der Nephrolithiasis.
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Urogramm: proximaler Harnleiterstein links mit Harnstau II. Grades. Aufgrund der Flankenschmerzen wurde 2 Wochen zuvor eine Barium-Untersuchung des Dickdarms durchgeführt. |
1–2 g Metamizol als Kurzinfusion gegen Schmerzen. Tageshöchstdosis von Metamizol 6 g (70 mg/kgKG) [siehe Kapitel Medikamente/Metamizol]. Als Alternative zu Metamizol können andere NSAR (z.B. Diclofenac) gegeben werden. Bei nicht suffizienter Analgesie werden Opiate verabreicht (z. B. Piritramid 5–10 mg langsam i. v.). Medikamentös unstillbare Koliken sind eine Indikation zur Harnleiterschienung.
Harnleitersteine <5 mm haben eine 50 % Chance des spontanen Abgangs. Bei Harnleitersteinen >6 mm beträgt die Chance eines spontanen Abgangs um 5 %. Je distaler der Stein, desto eher ist ein spontaner Abgang wahrscheinlich. Fast alle spontan abgehenden Steine passieren innerhalb von 6 Wochen nach Beginn der Symptomatik. Wichtig ist die Aufklärung des Patienten über die Möglichkeit wiederauftretender Koliken.
Fieber, medikamentös nicht beeinflussbare Schmerzen, V. a. Urosepsis, Fornixruptur mit Urinom.
retrograde Einlage eines MJ- oder DJ-Katheters oder perkutane Nephrostomie.
Die ESWL kann prinzipiell Harnleitersteine in jeder Lokalisation behandeln, sie ist ideal für größere proximale Harnleitersteine (nach vorheriger DJ-Schieneneinlage). Prävesikale Harnleitersteine sind technisch schwieriger zu orten. Steinfreiheit in bis zu 90 % ist erreichbar.
Die URS ist Mittel der Wahl zur Therapie von mittleren und distalen Uretersteine. Mit zunehmender technischer Verbesserung der URS-Instrumente und der intraluminalen Harnsteindesintegration sind auch größere proximale Harnleitersteine mit der URS behandelbar.
siehe Kapitel Operationstechniken/Ureterorenoskopie (URS). Kleine Harnleitersteine werden mit einer Dormia-Schlinge oder einem Zängchen extrahiert. Größere Steine können desintegriert werden, dazu stehen mechanische Lithotriptoren oder Lasergeräte zur Verfügung. Hohe Harnleitersteine können auch mit Hilfe der URS in das Nierenbecken geschoben und mit der ESWL desintegriert werden.
90 % der unteren und 60 % der oberen Harnleitersteine können durch die URS geheilt werden. Mit neueren Methoden (flexible URS mit Holmium-Laser) werden auch für obere Harnleitersteine Heilungsraten von über 90 % publiziert.
Die Ureterotomie ist nur bei sehr großen Harnleitersteinen sinnvoll (und laparoskopisch möglich).
Siehe Metaphylaxe der Nephrolithiasis.
| Ureteritis cystica | Inhalt | Harnleiterkarzinom |
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Dr. med. Dirk Manski
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