Zusammenfassende Literatur akute Pyelonephritis: (Fihn, 2003) (Nickel, 2001) (Roberts, 1999).
Bettruhe, Analgetika mit antipyretischer Wirkung (Metamizol, bei Kindern Paracetamol), Infusionen bis zur Steigerung der Diurese.
geeignete Antibiotika sind Fluorochinolone bei Erwachsenen und Cephalosporine bei Kindern. Aufgrund hoher Resistenzen bis 40 % sind Ampicillin alleine oder Cotrimoxazol ungeeignet.
initial z. B. Ciprofloxacin 500 mg 1–0–1 p.o. oder 400 mg 1–0–1 i. v. Die Bioverfügbarkeit ist bei oraler Gabe sehr hoch, die intravenöse Gabe ist nur bei Erbrechen notwendig. Die Therapiedauer beträgt je nach Entfieberung und Besserung 7-14 Tage. Alternativ Amoxicillin und Clavulansäure 2,2 g 1–1–1 i. v. oder Cephalosporin der dritten oder vierten Generation, z. B. Ceftriaxon 1–2 g alle 24 h oder Cefotaxim 1–2 g alle 12 h i. v.
Bei schwerer Erkrankung oder fehlender prompter Entfieberung ist eine Antibiotikakombination sinnvoll: modernes Cephalosporin oder Amoxicillin/Clavulansäure kombiniert mit Gentamicin 3 mg/kgKG 1–0–0 i. v.
Die weitere Therapie richtet sich nach dem Antibiogramm.
initial z. B. Ceftriaxon 50 mg/kgKG i. v. einmal täglich, Cefepim 50 mg/kgKG alle 8-12 h i. v. oder Ceftazidim 50 mg/kgKG alle 8 h i. v. Nach Entfieberung ist der Wechsel auf ein orales Cephalosporin möglich, z. B. Ceftibuten 9 mg/kgKG 1–0–0 oder Cefixim 4–8 mg/kgKG 1–0–1. Bei unkomplizierter Pyelonephritis ist eine primäre orale Antibiose möglich.
Fluconazol 5–10 mg/kgKG 1–0–0 p.o. oder Amphotericin B 0,6 mg/kgKG i. v. 1–0–0. Wichtig ist der Ausschluss von Pilzbällen (AUG, CT oder retrograde Pyelographie), bei Obstruktion wird eine perkutane Nephrostomie angelegt. Bei liegender Nephrostomie ist eine antegrade Spülung mit Amphotericin oder Fluconazol möglich. Eine funktionslose Niere mit Pilzinfektion sollte entfernt werden.
die infizierte Harnstauungsniere ist durch eine drohende Urosepsis ein potentiell lebensbedrohlicher Notfall und erfordert sofortige Drainierung des Harntrakts. Mögliche Techniken sind die retrograde Pyelographie mit Einlage eines MJ- oder DJ-Katheters oder die perkutane Nephrostomie.
bei ausbleibender Besserung innerhalb 48-72 h erneute Untersuchung auf Abszedierung oder Obstruktion, am besten mit einer CT. Erneute Urinkulturen und Antibiogramm. Bei Obstruktion Entlastung (DJ/Nephrostomie). Bei Abszedierung perkutane Abszessdrainage.
Bei Rezidiv nach Sistierung der Antibiose (in 10–30 % der Fälle) ist eine weitere Antibiose für 14 Tage indiziert, ggf. ist eine Langzeitantibiose für 6 Wochen sinnvoll.
Falls eine Sepsis ausgehend von der Niere nicht durch intensivmedizinische Maßnahmen stabilisiert werden kann, sollte die Nephrektomie ohne Verzögerung durchgeführt werden, insbesondere bei schlechter Organfunktion oder emphysematöser Nephritis. Häufig ist die Nephrektomie aufgrund von Verwachsungen technisch schwierig. Die Nephrektomie mit Entfernung der Gerotafaszie oder die subkapsuläre Nephrektomie sind Alternativen.
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Dr. med. Dirk Manski
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