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Zusammenfassende Literatur: (Krieger, 2002) (Nickel, 2005a) (Nickel, 2005b) (Sussman und Gally, 1999) (Wagenlehner und Naber, 2006) (S3-Leitline Harnwegsinfektionen der DGU).
die Erhöhung der Trinkmenge und damit der Diurese ist protektiv.
der regelmäßige Genuss von Moosbeerensaft oder Konzentrat (zweimal täglich) reduziert die Häufigkeit von Harnwegsinfekten (RR 0,6). Als Mechanismus wird die Interaktion mit der Adhärenz der Bakterien am Urothel diskutiert.
Rezidivierene Harnwegsinfektionen können mit einer Miktion nach Geschlechtsverkehr, der Vermeidung von Analverkehr und dem Verzicht auf Diaphragma oder Spermaziden reduziert werden. Bei häufigen Harnwegsinfektionen nach Geschlechtsverkehr ist die Einmalgabe von Antibiotika nach Geschlechtsverkehr eine Therapieoption: z. B. Ciprofloxacin 500 mg oder Cotrimoxazol 840 mg.
geringe Nebenwirkungsrate bei Daueranwendung. Bei Langzeit-Dauerkatheterisierung senken die Stoffe die Infektrate und verdoppeln die Liegezeit der Dauerkatheter.
Eine orale Impfung mit inaktivierten aber immunogenen E. coli-Stämmen zeigt eine protektive Wirkung, die Dosierung beträgt 1 Kapsel pro Tag über 3 Monate. Metaanalyse (Bauer u.a., 2002).
Die parenterale Immunisierung gegen Oberflächeneigenschaften von Bakterien (z. B. FimCH-Adhäsin auf Pili Typ 1 von E. coli) wird entwickelt und zeigt vielversprechende Ergebnisse in Tierversuchen.
folgende Antibiotika eignen sich zur Antibiotikaprophylaxe bis zu einem Jahr, die Einnahme erfolgt einmal täglich abends: Nitrofurantoin 50 mg, Trimethoprim 50 mg, Cotrimoxazol 420 mg, Ofloxacin 100 mg, Ciprofloxacin 125 mg, Norfloxacin 200 mg.
Bei häufigem HWI nach Geschlechtsverkehr ist die Einmalgabe von o.g. Antibiotika (in höherer Dosierung) nach Geschlechtsverkehr eine Therapieoption: z. B. Ciprofloxacin 500 mg oder Cotrimoxazol 840 mg.
eine sorgfältige aseptische Technik bei Katheterisierungen ist kurzzeitig von Effekt in der Vermeidung von Harnwegsinfektionen. Trotz aller Sorgfalt ist die Harnblase wenige Tage nach einer Dauerkatheterisierung in einem hohen Anteil bakteriell besiedelt. Standard ist die Verwendung von geschlossenen Drainagebeuteln, stets freier Urinfluss, Positionierung des Beutels immer unter Harnblasenniveau und aseptisches Arbeiten bei Manipulationen am geschlossenen System.
transurethrale Dauerkatheter haben wahrscheinlich eine etwas höhere Rate an Harnwegsinfekten perioperativ als suprapubische Dauerkatheter. Bei längerer Liegedauer sind keine Unterschiede nachweisbar. Entscheidender Vorteil des suprapubischen DK ist die Schonung der männlichen Harnröhre und Vermeidung von Harnröhrenstrikturen.
Die intermittierende Katheterisierung ist Mittel der Wahl bei Harnblasenentleerungsstörungen als Alternative zur Dauerkatheterisierung. Aktuelle Leitlinien der EAU und DGU empfehlen die Technik der aseptischen intermittierenden Katheterisierung.
ungefähr alle 6 Wochen sollte ein Dauerkatheter gewechselt werden. Bei einem symptomatischen Harnwegsinfekt muß nach Beginn der antibiotischen Therapie der Dauerkatheter gewechselt werden.
Antiseptische Spülungen der Harnblase, antiseptische Behandlung des Meatus, vorkonnektierte Drainagebeutel am Dauerkatheter oder regelmäßiges Wechseln des Drainagebeutels (z. B. alle 3 Tage) senken nicht die Rate an Harnwegsinfekten.
die Studienlage von antiseptisch beschichteten Dauerkathetern ist widersprüchlich. Teilweise konnte eine verminderte Rate an Harnwegsinfektionen nachgewiesen werden. In der klinischen Praxis konnte sich noch kein Fabrikat durchsetzen.
Eine Antibiose erfolgt möglichst nach Antibiogramm, bei akuten Infektionen wird eine kalkulierte Initialtherapie nach Gewinnung von geeignetem Probenmaterial zur Urinkultur begonnen.
Zur organspezifischen Diagnostik und kalkulierten Initialtherapie siehe einzelne Kapitel der Organinfektionen: Gonorrhoe, nichtgonorrhoische Urethritis, akute Zystitis, Harnwegsinfektionen in der Schwangerschaft , akute Pyelonephritis, chronische Pyelonephritis, akute Prostatitis, Chronische Prostatitis und CPPS, akute Epididymitis und Urosepsis.
die Therapiedauer beträgt bei Hohlrauminfektionen um die 3 Tage. Beim Mann kann nur die Urethritis als reine Hohlrauminfektion angesehen werden, bei der Frau das akute urethrale Syndrom und die unkomplizierte Akute Zystitis.
Die Therapiedauer beträgt bei Parenchyminfektionen oder komplizierten Harnwegsinfekten 7–14 Tage.
Bei rezidivierenden HWI gilt es, die Auslöser zu finden und zu behandeln (vesikoureteraler Reflux, Harnsteine, Obstruktion, Restharn...). Bei fehlenden Auslösern hilft ggf. eine Langzeitantibiose (s. o.).
| Harnwegsinfektion Diagnose | Inhalt | Urosepsis |
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Dr. med. Dirk Manski
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